+
Robert Lewandowski trifft zum 3:0 im DFB-Pokal-Finale.

FC Bayern München

Der andere Robert Lewandowski

  • schließen

Robert Lewandowski trifft beim Finale entscheidend und schreibt Pokal-Geschichte. 

Gut und schön, wird gerne erzählt, der Robert Lewandowski schieße zwar viele Tore, 40 etwa in der abgelaufenen Pflichtspielsaison, aber wenn es Spitz auf Knopf stehe, wenn die richtig fiesen, knüppelharten Verteidiger kommen, in der Champions League zum Beispiel, dann trifft der Mann nicht. Stimmt ja. Robert Lewandowski, die polnische Tormaschine, hat in dieser Königsklassenrunde nur in der Gruppenphase getroffen, beim ängstlichen Ausscheiden gegen den FC Liverpool nicht; er hat auch in den beiden Saisons zuvor mal im Achtelfinale getroffen, danach nicht mehr, was auch ein Grund dafür gewesen war, dass der FC Bayern im großen Buch der Champions unter „ferner liefen“ abgeheftet wurden.

In den wirklich großen Spielen war der große Stürmer Robert Lewandowski „zu oft nur ein Gerücht“, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ unlängst. Man darf getrost davon ausgehen, dass derlei Vorhaltungen Lewandowski geärgert haben; dann ist Polen bei der WM in Russland sang- und klanglos ausgeschieden, ohne Lewy-Tor. Seitdem hat er fürs Heimatland gerade noch ein Törchen erzielt, gegen Lettland. Ohnehin gilt er als Angreifer, der sehr gerne aufs eigene Tor und auf sich selbst fixiert ist und den besser postierten Mann übersieht.

Am Sonntag hat man wieder den anderen Lewandowski gesehen, den, der Spiele entscheidet, wenn auch „nur“ deutsche Pokalendspiele. Aber wenn man gesehen hat, wie sich der 30-Jährige nach seinem zweiten Treffer zum 3:0 das Trikot vom Leib gerissen und gejubelt hat, kann man in etwa erahnen, unter welchem Druck der Mann stand und wie viele Steine von seinen Schultern gefallen sind. Endlich mal wieder entscheidend zugeschlagen, wenn auch nur auf nationaler Ebene.

Sein Treffer zum 1:0 war ein wundersamer Kopfball gegen allerlei Laufrichtungen, gegen die der gesamten Leipziger Abwehr, gegen die von Torwart Peter Gulasci – und ein bisschen gegen die eigene. Und beim 3:0 setzte er sich resolut und technisch sauber gegen David Upamecano durch und lupfte eiskalt ins Tor. Er weiß halt, wo das Tor steht und wie man selbiges erzielt, 202 sind es bislang in der Bundesliga, 19 fehlen, um in der ewigen Torschützenrangliste Jupp Heynckes (220) von Platz drei zu verdrängen. Wird er schaffen, sofern er bleibt.

Historisches hat er auf Pokalebene erreicht. Lewandowski ist nun mit sechs Finaltoren der alleinige Rekordtorschütze in der Geschichte des DFB-Pokalfinales; Gerd Müller und Uwe Seeler kommen beide auf vier Tore.

Den Erfolg feierte Lewandowski mit Gattin Anna erst bei Quinoa-Balsamico-Mint-Goat Cheeseburger Salad und Entrecôte vom Kalb im Domizil des Sponsors, ehe es bis 4.15 Uhr im Berliner „Crackers“ weiterging. „Ein geiler Abend“, sagte Lewandowski.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion