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Trainer Nico Kovac dirigiert die Bayern von der Außenlinie - doch zum Startrekord reicht es nicht.

Bundesliga

Bayern lässt Punkte gegen Augsburg liegen

Überall schweigen die Fans in den Stadien aus Protest gegen die "Spieltagszerstückelung". Auf den Spielfeldern patzt Bayern - und Werder nimmt die Verfolgung auf. Der Spieltag in der Zusammenfassung.

Erst schwiegen die Fans aus Protest gegen die zunehmende Kommerzialisierung, dann stolperte Rekordmeister Bayern München – und Vizemeister Schalke 04 setzte seinen kapitalen Fehlstart fort. Beim 1:1 (0:0) gegen den FC Augsburg ließ der Titelverteidiger erstmals in dieser Saison Punkte liegen, führt die Tabelle der Fußball-Bundesliga aber weiter an.

Der erste Verfolger kommt von der Weser: Werder Bremen sprang nach dem 3:1 (2:0) gegen Hertha BSC auf den zweiten Rang. Tabellenletzter bleibt Schalke: Mit dem 0:1 (0:0) beim SC Freiburg stellten die Königsblauen ihren Negativrekord von 2016 ein, als sie schon einmal mit fünf Pleiten gestartet waren. Champions-League-Teilnehmer TSG Hoffenheim verbesserte sich dank des 3:1 (1:0) bei Hannover 96 auf den fünften Platz.

Begonnen hatten die Spiele mit ungewohnter Stille in den Stadien: Die Fans schwiegen demonstrativ. In Bremen machten vier Ultra-Gruppen von Werder den Anfang und protestierten auf diese Weise exakt 18:30 Minutenlang – analog zur Anstoßzeit.

„Spieltagszerstückelung stoppen“, wurde auf einem Transparent gefordert, auf einem anderen Banner stand: „Football is for you and me – not for fucking Pay-TV.“ Einzig in Freiburg hielten sich die Schalker Anhänger Schalke nicht an den bundesweit geplanten Protest, sie sangen durchgängig.

47 Minuten mussten die 75 000 Zuschauer in München warten, bis Arjen Robben mit einer sehenswerten Einzelaktion das 1:0 erzielte. Der zweite Treffer wollte aber nicht fallen. Nach einem Fehler von Nationaltorwart Manuel Neuer glich Felix Götze aus (87.). Damit vermasselte Neuer Bayern-Trainer Nico Kovac auch den achten Pflichtspielsieg in Folge und damit einen Startrekord.

Ausgelassene Stimmung herrschte in Bremen, wo die beiden Torschützen Martin Harnik und Max Kruse nach ihren Treffern (11. und 66.) eine flotte Sohle auf das grüne Parkett legten. „Wir kommen beide vom Dorf, da ist das halt ein Volkstanz. Also haben wir uns überlegt, das heute zu machen“, erklärte Werder-Kapitän Kruse, der mit einem Foulelfmeter für die Entscheidung sorgte.

Zudem trafen Milos Veljkovic für Bremen (45.) und Javairo Dilrosun für Berlin (53.). Die Hanseaten blieben auch im 15. Heimspiel unter Coach Florian Kohfeldt ungeschlagen, damit wurde der bisherige Rekord der Trainerlegende Otto Rehhagel überboten. Die Gäste kassierten ihre erste Saisonniederlage, fielen auf Rang drei zurück und warten nun schon seit zwölf Jahren auf einen Sieg im Weserstadion.

Schalke hatte in Freiburg zunächst mit Pfostentreffern von Hamza Mendyl (41.) und Daniel Caligiuri (45.+2) Pech. Dann patzte Torwart Ralf Fährmann und wehrte einen Schuss von Christian Günter nach vorne ab. Florian Niederlechner staubte zur Führung der Gastgeber ab (52.).

In Hannover dominierten zunächst die Hoffenheimer: Joshua Brenet (20.) und Pavel Kaderabek (49.) schossen einen 2:0-Vorsprung heraus. Niclas Füllkrug verkürzte per Foulelfmeter (55.), Ishak Belfodil (90.+3) sorgte für die Entscheidung. (sid)

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