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Bayern-Coach Niko Kovac: alles andere als zufrieden.

Bayern München

Bayern: „Waren im Kopf schon beim Samstag“

Die Bayern haben vor dem Bundesliga-Gipfel gegen den BVB zum wiederholten Male in dieser Saison mit gravierenden Problemen zu kämpfen.

Der Vier-Gegentore-Schock stand Trainer Niko Kovac ins Gesicht geschrieben, auch die Miene von Sportdirektor Hasan Salihamidzic wirkte überaus sorgenvoll. So, das war beiden klar, steuert Bayern München im Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund auf ein Desaster zu. „Du kannst nicht vier Gegentreffer kassieren, das geht nicht, bei allem Respekt vor Heidenheim“, schimpfte Kovac, während Salihamidzic meinte: „Nach so einem Spiel muss man auf jeden Fall nachdenklich sein.“

Schließlich war an diesem irrwitzigen 5:4 (1:2) im DFB-Pokalviertelfinale gegen den couragierten Zweitligisten für den FC Bayern einzig das Weiterkommen positiv, der Rest lässt für das Meisterrennen in der Bundesliga nichts Gutes erahnen. Robert Lewandowski, der den Rekordmeister mit einem verwandelten Handelfmeter (84.) vor einer riesigen Peinlichkeit bewahrte, sagte: „Wir hatten den Kopf schon beim Samstag und deshalb hatten wir Probleme.“

Exakt vor diesem Phänomen hatte Kovac seine Mannschaft im Vorfeld aber gewarnt, offensichtlich kam die deutliche Botschaft nicht an. „Wir haben nicht 100 Prozent gezeigt, und das hat uns fast das Genick gebrochen. Sowas darf uns nicht passieren, wir waren wieder leichtfertig“, monierte Abwehrchef Niklas Süle, dessen früher Platzverweis (15.) erst den turbulenten Spielverlauf ermöglichte.

Welche Konsequenzen werden gezogen?

Interessant wird sein, was die Bayern aus dieser Beinahe-Schmach ableiten. „Schnell vergessen, schnell löschen“, empfahl Salihamidzic. Gegen den großen Rivalen, versicherten alle Beteiligten, werde ein anderes Gesicht zu sehen sein. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir eine Top-Leistung zeigen werden“, sagte Leon Goretzka, Schütze des 1:0 (12.). „So ein Spiel wird man nicht zweimal in der Woche spielen“, kündigte Kovac an.

Thomas Müller wählte eine sehr selektive Ansicht, um sich vor dem BVB nicht zu lange mit den vielen Problemen aufzuhalten. „Wir werden mehr die positiven Dinge herauspicken, denn wir müssen am Samstag mit breiter Brust auf dem Platz stehen“, sagte er mit Verweis auf die Offensivleistung. Salihamidzic forderte: „Wir müssen gegen Dortmund zeigen, dass wir die Meisterschaft gewinnen wollen.“

Aber wie soll das funktionieren mit einem Defensiv-Verhalten, das dazu führte, dass die Bayern gegen den 1. FC Heidenheim von einem Fettnäpfchen ins nächste stolperten? Allein drei Treffer gelangen FCH-Torjäger Robert Glatzel (26., 74., 77./Foulelfmeter), auch Vereinslegende Marc Schnatterer (39.) war erfolgreich. Gegen die rasend schnellen Dortmunder um Marco Reus und Jadon Sancho werden wohl kaum fünf Tore gelingen.

Trefflich diskutieren lässt sich darüber, ob dieses Duell der Bundesliga-Großmächte das Titelrennen entscheiden wird. Manche sagen ja, andere nein. Beim FC Bayern überwiegt Letzteres. „Das Spiel gibt eine Richtung vor, aber eine Entscheidung gibt es nicht“, urteilte Kapitän Müller. „Der Sieger macht einen großen Schritt zum Meister“, findet Lewandowski.

Trainer Kovac kann wieder auf Torwart Manuel Neuer und Außenverteidiger David Alaba bauen, die am Mittwoch noch mit muskulären Problemen fehlten. „Sie sind auf einem guten Weg, wieder fit zu werden“, sagte der Coach, der außerdem für den bevorstehenden Kracher vehement „Kompaktheit“ verlangte.

Süle glaubt mit Blick auf den BVB nach wie vor, dass „wir die bessere Mannschaft sind.“ Am Samstag muss es der FC Bayern beweisen. „Das ist das geilste Spiel der Saison, darauf wartet ganz Deutschland, wahrscheinlich auch ganz Europa und für solche Spiele ist man in so einem Verein“, sagte Goretzka. (sid)

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