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Finale Unterschriften in der Champions League? Ob Hansi Flick die Bayern auch im Achtelfinale coachen darf, ist noch ungewiss.  

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Bayern geben Statement ab

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International gelingt dem FC Bayern eine Machtdemonstration, die im Gegensatz zum tristen Liga-Alltag steht.

Hansi Flick hielt sich mit der Analyse zum Abschluss der Champions-League-Gruppenphase nicht lange auf: „Das Entscheidende und Wichtige ist, dass wir es geschafft haben, unsere Chancen zum verdienten Sieg umzumünzen“, sagte der Trainer des FC Bayern nach dem 3:1 (2:1) gegen Tottenham Hotspur. „Das ist für uns ein Zeichen, dass wir weiter auf dem Weg bleiben wollen.“ Ob der 54-Jährige nach einer Gruppenphase der Superlative die Bayern in einem Achtelfinale beispielsweise mit Atalanta Bergamo oder Real Madrid als möglichen Gegnern noch anführt, ist offen. Flick ist vorerst nur bis Weihnachten zum Chefcoach befördert.

Seine Zukunft hängt auch von der anvisierten Aufholjagd gegen Bremen, in Freiburg und gegen Wolfsburg ab, mit der die Münchner die von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge attestierte „Schieflage“ in der Bundesliga korrigieren wollen. Nach dem von Nationaltorwart Manuel Neuer betonten „positiven Signal und positiven Zeichen“ gegen ein von José Mourinho aufgestelltes Tottenham-B-Team wollen die dezimierten Bayern nun den jüngsten Torfluch gegen Leverkusen (1:2) und Mönchengladbach (1:2) auch national beenden.

„Man versucht, das gute Gefühl mitzunehmen – gerade nach den zwei Niederlagen“, sagte der wieder ins defensive Mittelfeld versetzte Kimmich: „Es ist extrem wichtig, dass wir für positive Stimmung sorgen und ein paar Tore machen.“

Als erste deutsche Mannschaft überhaupt gelang den Bayern eine Sechs-Siege-Vorrunde. 18 Punkte und 24:5 Tore sind sogar insgesamt der Bestwert. Sechs Teams aus dem Topf der Gruppenzweiten kommen bei der Auslosung am Montag als Gegner infrage: Neben Bergamo und Real noch Atlético Madrid, der SSC Neapel, der FC Chelsea und Olympique Lyon. „So wie es kommt, kommt’s. Fertig. Aus“, sagte Flick sehr gelassen.

Entwarnung bei Coman

Wäre noch ein einziges Törchen dazu gekommen, hätte der FC Bayern die Tor-Bestmarke des FC Barcelona eingestellt. Aber gut. Man muss ja auch noch Ziele für die Zukunft haben – wenn man so eine Überfliegermannschaft ist, wie es auf dem Papier steht. Irgendwie ist es schon kurios, dass nach einer Hinrunde, die an Unruhe kaum zu überbieten war, eine derartige Ausbeute auf der europäischen Bühne herausgesprungen ist. Nimmt man die Königsklasse als Maßstab, hat Neuer schon recht mit seinem Satz: „Wir werden in Europa ernst genommen.“

Nicht jeder Auftritt war ein Feuerwerk wie jenes 7:2 in Tottenham. Aber die Bayern haben weder unter Trainer Niko Kovac noch unter Flick Punkte gelassen und immer ein Tor mehr geschossen als der Gegner. Egal, wie viel Krise gerade war.

Es steht außer Frage, dass diese Mannschaft das Potenzial hat, auch in der K.-o.-Phase – in der übrigens erstmals lediglich Teams aus den Top-Fünf-Ligen England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich stehen – ein Wörtchen mitzureden. Dazu braucht es gute Tage und sicher auch etwas Glück. Wenn der positive Spieltrend unter Flick aber anhält und in der Defensive mit Lucas Hernandez zumindest ein schneller Verteidiger zurückkehrt, darf man optimistisch ins Frühjahr blicken. Das tut nach einem Jahr voller Sorgenfalten doch gut. Sorgen machte am Mittwochabend nur der erneut verletzte Kingsley Coman.

Der schnelle Flügelmann hat einen Kapseleinriss und eine Stauchung im linken Knie mit Zerrung der Bizepssehne im Oberschenkel erlitten. Das heißt: Das Knie muss mit einer Schiene ruhig gestellt werden und die Bayern müssen wohl auch noch beim Rückrundenstart ohne den Franzosen auskommen. Aber: Es ist deutlich weniger kaputt, als man befürchtet hatte. Wenn man die Bilder so sieht, grenzt es an ein Wunder, dass die Bänder im vollkommen überstreckten Knie des 23-Jährigen so gut wie heil geblieben sind.

Die Bayern und vor allem Coman selbst atmeten anschließend tief auf. Von einem „großen Schatten, der über dem Spiel liegt“, hatte Trainer Flick noch vor der Diagnose gesprochen. Und in der Tat war die Stimmung getrübt worden trotz des Sieges von den Geschehnissen in der 24. Minute. Ohne Fremdeinwirkung hatte es Coman ausgehebelt. „Ich habe mich erschrocken, weil ich in seine Augen geguckt habe“, sagte Comans Teamkollege Kimmich. (mit dpa)

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