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Robert Lewandowski fehlt Trainer Hansi Flick beim Trainingslager des FC Bayern in Katar.

Neustart mit Problemen

Flick reist mit seinen Bayern ohne Lewandowski nach Katar

Im schon traditionellen Wintercamp des FC Bayern in Doha will Hansi Flick die Grundlagen für eine erfolgreiche Münchner Titeljagd 2020 legen. Allerdings fehlen einige Topakteure - auch der Torjäger.

Neues Jahr, alte Sorgen: Im schon traditionellen Wintercamp des FC Bayern München im Wüstenstaat Katar muss Hansi Flick ohne einige Stars die Vorbereitung auf die nächste geplante Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga angehen. Neben dem noch lange fehlenden Abwehrchef Niklas Süle und dem verletzten Routinier Javi Martínez wird am Samstagmorgen auch Torjäger Robert Lewandowski nach seiner Leisten-Operation nicht den Sonderflieger des Bayern-Partners Katar Airways nach Doha besteigen. Auch Flügelstürmer Kingsley Coman soll nach einem im Dezember erlittenen Kapseleinriss im linken Knie im Leistungszentrum auf dem Vereinsgelände individuell trainieren.

Immerhin soll Lucas Hernández mitreisen. Der französische Weltmeister will nach seiner schweren Fußverletzung im Gastgeberland der WM 2022 sein Aufbautraining fortsetzen und auch wieder teilweise mit der Mannschaft trainieren. Trotz der Personalprobleme erfüllt sich für Flick nach der Weiterbeschäftigung als Chefcoach mindestens bis zum Saisonende zum Start ins neue Jahr ein weiterer Wunsch, nämlich der nach Zeit zum gezielten Fußballtraining. „In der Saison ist nicht allzu viel Trainingsarbeit möglich. Man muss sich auf wenige Dinge konzentrieren, die für das nächste Spiel wichtig sind“, sagte er.

FC Bayern: Vorbereitung in Katar bei über 20 Grad

Für den 54-Jährigen ist die zehnte Wintervorbereitung des Rekordmeisters in der Aspire Academy im Gegensatz zu den meisten Münchner Profis eine Premiere. Temperaturen von deutlich über 20 Grad, erstklassige Rasenplätze und das Teamhotel direkt auf der Übungsanlage bieten optimale Bedingungen für „ein intensives, hartes Trainingslager“, das Flick vorab angekündigt hat.

Die zwei Wochen Weihnachtsurlaub waren dringend nötig, glaubt Flick. „Allen Mannschaften, die international auch dabei sind, tut eine kurze Pause sehr, sehr gut“, begründete er. „Wir werden uns ab Januar voll reinhauen, werden ein gutes Trainingslager absolvieren“, kündigte auch Hasan Salihamidzic an: „Hoffentlich bleiben jetzt alle Spieler gesund. Wir werden dann voll angreifen“, sagte der Sportdirektor mit Blick auf die geplante Aufholjagd auf Spitzenreiter RB Leipzig und den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach. Für „machbar“ hält es Salihamidzic, die vier Punkte Rückstand auf Leipzig aufzuholen.

FC Bayern: Zirkzee in Katar mit an Bord

Torjäger Lewandowski wird nach seiner Leisten-Operation direkt nach dem letzten Hinrundenspiel am 21. Dezember gegen den VfL Wolfsburg seine Reha in München absolvieren. Der Pole, der die Torschützenliste mit 19 Treffern knapp vor dem Leipziger Nationalstürmer Timo Werner (18 Tore) anführt, soll aber bis zum ersten Rückrundenspiel am 19. Januar in Berlin gegen Hertha BSC wieder einsatzfähig sein.

Neben Süle (Kreuzbandriss) werden auch die Abwehrspieler Hernández und Martínez, der gegen Wolfsburg eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel erlitten hatte, die ersten Pflichtspiele 2020 verpassen. In Doha werden auch einige Nachwuchstalente wie der zuletzt gegen Freiburg und Wolfsburg entscheidend treffende Jung-Torjäger Joshua Zirkzee (18) dabei sein.

Große Transfertätigkeiten sind bei den Bayern im Winter nicht zu erwarten. Ex-Nationalspieler Jérôme Boateng, der aus dem Dubai-Urlaub immer wieder persönliche Trainingsbilder postete, gilt mal wieder als Wechselkandidat. Flick würde sich angesichts des Engpasses in der Abwehr einen rechten Verteidiger wünschen, der sofort weiterhilft.

FC Bayern: Kahn soll das Team kennenlernen

„Wintertransfers sind immer ein bisschen schwierig“, bemerkte Sportdirektor Hasan Salihamidzic: „Man macht im Sommer meistens die Sachen, die man sich wünscht.“ Als Zugang zur kommenden Saison gilt der Schalker Torwart Alexander Nübel als fix. Kapitän Manuel Neuer, mit dem weiterhin eine Vertragsverlängerung bis 2023 angestrebt wird, soll dem designierten Nachfolger Nübel dann angeblich einige Saisonspiele überlassen. Das birgt Konfliktpotenzial, denn Neuer gilt als ehrgeizige Allesspieler. Zuschauen mag er überhaupt nicht.

Ein prominenter Gast wird in Doha auch erwartet. Oliver Kahn, der zu Jahresbeginn seinen Vorstandsposten beim Rekordmeister angetreten hat, soll nach seiner offiziellen Präsentation am 7. Januar in der Münchner Allianz Arena das Team für einige Tage in Katar besuchen und kennenlernen. Der einstige Torwart-„Titan“ kann Neuer und Co. dann persönlich auf die Triple-Jagd 2020 einschwören. (dpa)

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