Bundesliga

Plan B mit Dembele

Bayern München sucht offenbar Sané-Ersatz.

Uli Hoeneß kostete dieses Eingeständnis seinerzeit einige Überwindung. „Bei Dembele müssen wir Dortmund zugestehen, dass sie früher an den richtigen Leuten dran waren“, sagte der Präsident von Bayern München Ende August 2017, als Ousmane Dembele gerade für die Bundesliga-Rekordsumme von 105 Millionen Euro plus Boni von der Borussia zum FC Barcelona gewechselt war. Mit etwas Verspätung könnte der französische Fußball-Weltmeister nun doch beim deutschen Meister landen.

Weil sich die erhoffte Verpflichtung von Wunschspieler Leroy Sane schwierig gestaltet, prüfen die Bayern laut „Sport Bild“ aktuell einen Plan B – mit Dembele. Der 22-Jährige, der bei Barca den brasilianischen Superstar Neymar nach dessen Transfer zu Paris St. Germain beerben sollte, ist bei seinem Traumverein nie richtig glücklich geworden. Spanischen Medien zufolge soll Dembele bei den Barca-Verantwortlichen vorstellig geworden sein und vom Interesse anderer Klubs berichtet haben. Die Antwort der Bosse: Nein. Doch inzwischen hat sich die Lage etwas geändert. Weil Barca neben dem erwarteten Kauf von Weltmeister Antoine Griezmann (Atletico Madrid/120 Millionen Euro) offenbar auch mit Neymar Einigung über eine Rückkehr aus Paris erzielt hat, könnte für Dembele dort bald kein Platz mehr sein.

Aber will er denn nach München? 2016 sagte er den Bayern ab, weil er sich „noch nicht bereit für den Schritt zu Bayern oder Barcelona fühlte“, wie der damalige Kaderplaner Michael Reschke sich später erinnerte. Dass er – wie von Hoeneß angedeutet – mit dem falschen Berater verhandelt habe, wies er und sein Umfeld zurück. Die Bayern hätten den Youngster von Stade Rennes früh als „Granate“ identifiziert, sagte Reschke, „aber der Spieler hat erklärt, dass er zu Borussia Dortmund möchte“ – weil er keinen Weg vorbei sah am Münchner Traumduo „Robbery“, das 2016 noch voll im Saft stand. Aus demselben Grund nahmen die Bayern damals Abstand von einem Sane-Transfer. Man könne einen 50 Millionen Euro teuren Spieler nicht „für ein Jahr einsalzen und sagen, der ist für nächste Saison gedacht“, sagte Hoeneß.

Jetzt sind „Robbery“ verabschiedet, Sane aber ist noch teurer – und offenbar nicht vollauf überzeugt, Manchester City zugunsten der Bayern aufzugeben. Bei Dembele könnte das Finanzielle einen Transfer erschweren. Als er vor zwei Jahren bei Barca bis 2022 unterschrieb, wurden als Ablöse für den Fall eines vorzeitigen Abschiedes utopische 400 Millionen Euro festgeschrieben. Alternative könnte eine Leihe sein. Konkurrenz erwächst den Bayern aus Paris, wo Trainer Thomas Tuchel an seinen früheren BVB-Schützling als Neymar-Nachfolger denken soll. (sid)

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