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Leverkusens Trainer Heiko Herrlich mahnt zur Ruhe.

Nach Europa-League-Sieg

Bayer-Trainer Herrlich: „Ich werde Lösungen finden“

Auch gegen AEK Larnaka glänzt Bayer Leverkusen nicht unbedingt mit fußballerischen Feinheiten. Sport-Geschäftsführer Völler kommentiert den Europa-League-Auftritt gegen die Zyprer zurückhaltend.

Heiko Herrlich ging verbal in die Offensive. „Ich werde Lösungen finden“, kündigte der Trainer von Bayer Leverkusen nach dem glanzlosen 4:2 (1:1) im Europa-League-Gruppenspiel gegen AEK Larnaka an.

Indirekt mahnte der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer das Verstummen öffentlicher Kritik an den Leistungen der Werkself und an seinem eigenen Tun an: „Von den letzten fünf Spielen haben wir eines verloren.“

Herrlich räumte aber auch ein, „dass wir uns verbessern müssen. In der einen oder anderen Situation sind wir zu schwankend in der Leistung.“ Damit sprach der Coach die bislang fehlende Kontinuität an. Herrlich weiß, dass sechs Punkte aus sechs Bundesligabegegnungen zu wenig sind bei den deutlich höheren Eigenansprüchen, die für 2019 mit der Qualifikation für die Champions League definiert sind.

Eines will Herrlich, speziell beim 2:4 am vergangenen Samstag gegen Borussia Dortmund, erkannt haben: „Die Mannschaft ist willig und zeigt das von Spiel zu Spiel.“ Offensichtlich ist indes aber auch das, was Kevin Volland nach dem Auftritt gegen Larnaka von sich gab: „In der Phase, in der wir uns befinden, müssen wir uns jeden Sieg sehr hart erarbeiten.“ Aber jeder tue dem Kopf gut. Und: „Es ist nicht immer alles schlecht. Das wird auch hochgekocht.“

Bayers Sport-Geschäftsführer Rudi Völler wiegelte ebenfalls ab, wenngleich er das Geschehen gegen Larnaka mit einer zutreffenden Einlassung kommentierte: „Das war kein Leckerbissen.“ Ein Pflichtsieg sei es gewesen in einem Spiel, in dem Kai Havertz (44. Minute), der nach der Pause eingewechselte Lucas Alario (49./88.) und Julian Brandt in der Nachspielzeit trafen. Larnaka war durch Ivan Trickovski (25.) vor 23 354 Zuschauern in Führung gegangen.

Die Bayer-Elf kann es, aber sie bringt es nicht über 90 Minuten fertig. Das Ganze ist noch zu wackelig, die Fehlerquote ist zu hoch, die Quote der exakten Pässe in der Offensivbewegung und die Abstimmung zwischen den Team-Blöcken ist zu selten nachhaltig. Was nun zwingend folgen muss, um noch mehr Ruhe herbeizuführen: ein Erstligaerfolg am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim SC Freiburg.

Im Breisgau erwartet Herrlich einen hochmotivierten Gegner. „Sie haben einen Psycho-Trainer und spielen Stressfußball“, bemerkte er am Freitag mit erkennbarem Respekt vor der Leidenschaft bei Christian Streich und dessen Auswahl. „Aber ich meine das positiv: Ich bin ein absoluter Fan von Christian Streich“, fügte Herrlich hinzu.

Der Bayer-Coach nannte einen wesentlichen Aspekt, den es schnell zu verbessern gilt: Die Defensive. „Da ist sicherlich Steigerungsbedarf.“ 13 Gegentreffer in der Liga und vier im Europacup sind ihm zu viel. Die Ursache hat Herrlich erkannt: „Oft waren es individuelle Fehler und Kommunikationsfehler.“ Nur beim 1:0 gegen Mainz gab es kein Tor gegen Bayer - und deshalb gilt in Freiburg vorrangig eines: „Wir werden versuchen, die Null zu halten.“

(Von Dietmar Fuchs, dpa)

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