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Darf nicht weitermachen: Peter Bosz. Foto: afp
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Darf nicht weitermachen: Peter Bosz.

Kommentar

Entlassung bei Bayer Leverkusen Peter Bosz kann keine Krise

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Peter Bosz, der sympathische Coach, steht auf schönen Angriffsfußball - bei Bayer Leverkusen hat sein Stil zuletzt nicht mehr funktioniert. Ein Kommentar zur Trennung.

Wenig glänzte so schön wie die frisch rasierte Glatze von Peter Bosz. Zuvor hatte er meist noch seine Brille aus dem Etui genestelt, ansonsten verzichtete er ja gerne auf die Sehhilfe, den ganz scharfen Blick benötigte er allein für das Spiel seiner Bayer-Elf. Doch Sehen und Erkennen ist nicht gleich Reagieren. Und Peter Bosz, der jetzt nach mehr als zwei Jahren den Stuhl vor die Tür gesetzt bekam, hat offenbar nicht adäquat reagiert, reagieren können. Dabei hat er nie um den heißen Brei geredet, sondern in erfrischender Klarheit schonungslos die Defizite aufgezeigt. Geändert hat er aber wenig.

Peter Bosz hat die Krise bei Bayer Leverkusen nicht in den Griff bekommen

Er hat dem offensichtlichen Niedergang einer hochveranlagt Fußball spielenden Mannschaft nichts entgegensetzen können, hat die sich immer weiter zuspitzende Krise unterm Bayer-Kreuz nicht in den Griff bekommen. Bosz hatte keine Lösung für die Probleme parat, in seinem Köcher waren keine Pfeile mehr. Und die Zahlen sind niederschmetternd: Zehn der letzten 17 Pflichtspiele hat Bayer verloren, und die Pleiten-Serie ist ja nicht mit unbezwingbarer Übermacht der Gegner zu erklären, die Gegner waren: RW Essen (im Pokal), Young Boys Bern (in der Europa League), Mainz, Bielefeld, zuletzt Hertha BSC, aus den letzten 14 Spielen holte Bayer zwölf Punkte, so viele wie Bielefeld oder Köln. Mitte Dezember, man glaubt es kaum, grüßten jene vor purer Leichtigkeit strotzenden Schönspieler von der Tabellenspitze, einen Zähler vor dem FC Bayern. Inzwischen beträgt der Rückstand 21 Punkte, der internationale Wettbewerb steht auf der Kippe.

Peter Bosz, der 57 Jahre alte und sympathische Coach, steht auf schönen Angriffsfußball, natürlich. Der Mann ist Holländer, und als holländischer Fußballtrainer will er, dass die eigene Mannschaft den Ball hat, immer und um jeden Preis, dazu gehört ein intensives Pressingspiel. Wenn das klappt, ist es eine reine Augenweide, Leverkusen spielt dann mit seinen pfeilschnellen Außen einen wunderbaren Hurrafußball. Wehe aber das System funktioniert nicht, dann ist Bayer extrem anfällig, weil die Abwehr sehr hoch steht. Dazu kommt aktuell: Ohne den seit Wochen verletzten Torwart Lukas Hradecky fehlt ein entscheidender Leistungsträger.

Peter Bosz hat seine Strategie bei Bayer Leverkusen nicht geändert

Aber Peter Bosz hat angesichts augenfälliger Defizite seine Herangehensweise nie geändert. Das mag aus Überzeugung, aus Vertrauen in die eigene Stärke, aus Sturheit geschehen sein, es zeugt allerdings von keiner allzu großen Variabilität. Bosz ist beim immer Gleichen geblieben, nach vorne und durch. Das liegt natürlich in seiner offensiven Denke begründet, in einem Stil, der nur eine Richtung kennt. Und Bosz war nicht in der Lage oder willens, seine Spielphilosophie dem Notwendigen anzupassen.

Dieser Ansatz ist dem Offensivfanatiker auch schon bei Borussia Dortmund zum Verhängnis geworden, auch da bekam er - nach anfänglichem Höhenflug - die defensiven Schwierigkeiten nicht in den Griff. Und jetzt wieder bei Bayer. Das ist schade, für Bosz, für den Fußball. Immerhin: Bayer wird seinem Image treu bleiben: Vizekusen für immer.

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