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In einem Massenprotest gegen den umstrittenen Präsidenten Josep Bartomeu (Mitte) sind gleich sechs Direktoren des Fußballclubs FC Barcelona zurückgetreten.

„Schisma“

Machtkampf beim spanischen Topclub FC Barcelona eskaliert

Der Präsident des FC Barcelona machte Stimmung gegen Club-Legenden wie Messi oder Guardiola – auch in der Corona-Krise. Nun kommt es zum Eklat.

Showdown im Machtkampf beim spanischen Topclub FC Barcelona: In einem Massenprotest gegen den umstrittenen Präsidenten Josep Bartomeu sind gleich sechs Direktoren des amtierenden Meisters zurückgetreten, darunter die beiden Vizepräsidenten Emili Rousaud und Enrique Tombas. In einem am Karfreitag in verschiedenen Medien abgedruckten Brief forderten sie unter anderem Neuwahlen. Die Zeitung „Sport“ sprach von einem „Schisma in der Barça-Führung“. 

Die Kündigung der Vereinsdirektoren ist vor allem eine Reaktion auf das sogenannte „Barçagate“. Es herrsche „Ernüchterung über die unglückliche Episode in sozialen Netzwerken, durch die wir erst von der Presse erfahren haben“, schrieben sie.

Medienkampagne gegen derzeitige und frühere Spieler

Worum ging es? Bartomeu soll ohne Wissen der Vereinsführung ein Unternehmen für viel Geld damit beauftragt haben, derzeitige und frühere Spieler - darunter Weltfußballer Lionel Messi und der frühere Barça-Coach Pep Guardiola - in sozialen Medien negativ darzustellen und zu diffamieren. Ziel war es, die Clubführung in den Augen der Öffentlichkeit zu stärken. Der Skandal habe bei vielen Direktoren „das Fass zum Überlaufen gebracht“, so „Sport“. 

Aber auch das Management in der Corona-Krise wurde von den abgetretenen Direktoren mit Unmut verfolgt. Sie seien weder mit der Handhabung der Krise noch mit den Szenarien, die sich für die Zeit nach der Pandemie abzeichneten, einverstanden, hieß es. Dabei geht es auch um die Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht der Profis. 

Spieler verzichten wegen Corona auf Teile des Gehalts

Das Team von Nationaltorwart Marc-André ter Stegen hatte Ende März wegen der Corona-Krise einen vorübergehenden Gehaltsverzicht von 70 Prozent akzeptiert. Auch dabei hatte die Vereinsspitze offenbar versucht, die Spieler schlecht dastehen zu lassen. 

Messi sah sich gar zu einem Statement veranlasst, in dem er betonte, die Mannschaft habe sich der Gehaltskürzung gar nicht widersetzt. „Es überrascht uns, dass es innerhalb des Clubs welche gab, die versucht haben, uns ins Rampenlicht zu stellen und Druck auf uns auszuüben, damit wir etwas tun, was wir ohnehin tun wollten“, betonte der Argentinier. (dpa)

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