+
Er hat die Marke des FC Barcelona maßgeblich geprägt: Lionel Messi.

Barca und Hoffenheim

Mehr als ein Klub

  • schließen

Wie der FC Barcelona und die TSG Hoffenheim ihre Marken imagefördernd als Innovationsführer stärken.

Der FC Barcelona lebt seinen Claim „Mas que un club“. Dass der katalanische Vorzeigeverein „mehr als ein Klub“ ist, davon konnten sich Besucher des größten deutschen Sportbusinesskongresses Spobis in Düsseldorf jüngst ein Bild machen. Der derzeit mal wieder souveräne Tabellenführer der spanischen Primera Divison unterhält seit mehr als zwei Jahren unweit des eigenen Trainingsgeländes ein Technologiezentrum, das sogenannte Barça Innovation Hub, dessen Errungenschaften über den gesamten Globus hinweg abstrahlen sollen. „Ziel ist es, eine weltweite Wissensplattform für den Spitzensport zu entwickeln“, erklärte der Leiter des Barça Innovation Hubs, Albert Mundet. Eine der Kernfragen lautet: „Wie können wir gesammelte Daten nutzen, um das Spiel zu verbessern?“ Aber der Gedanke geht auch weit über das eigentliche Fußballspiel hinaus.

Im Hub sollen nämlich Expertisen zusammengebracht und mit Partnerunternehmen, Investoren, Forschungszentren und Universitäten neue Businessmodelle entwickelt werden. Der FC Barcelona will somit in ständigem Austausch mit Experten mit ganz unterschiedlichen Fachrichtungen gelangen. Die Stoßrichtung geht dabei nicht nur dahin, den eigenen Klub mit seinen Abteilungen Fußball, Futsal, Rollhockey, Handball und Basketball zu stärken, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, indem der Verein sich mit seinem Innovation Hub öffnet.

Das ist im Fußballgeschäft sicher nicht die Regel, soll in Deutschland aber alsbald auch mittels der DFB-Akademie in Frankfurt in ähnlicher Form gestaltet werden. Derzeit kann hierzulande allenfalls die TSG Hoffenheim von sich behaupten, in innovativen Fragen der Fußballforschung eine ähnliche Strategie zu verfolgen wie der FC Barcelona. Die Kraichgauer haben jüngst ihre Initiative „TSG ist Bewegung“ vorgestellt. „Das Kernprodukt unseres Klubs ist und bleibt der Spitzenfußball“, so Geschäftsführer Peter Görlich, „aber wir haben um den Fußball herum etliche Themen aufgebaut, die wir nutzen, um das Sportliche weiterzuentwickeln. Auf dem Feld der angewandten Sportwissenschaft etwa haben wir uns zum Branchenprimus entwickelt.“

Als Innovationsführer ergäben sich laut Görlich für die TSG – etwa durch den Wissenstransfer in die Wirtschaft – völlig neue Vermarktungspotenziale. Mit klubeigenen Produktentwicklungen, abgeleitet etwa aus der physischen und mentalen Leistungsdiagnostik sowie der Digitalisierung, würden Unternehmen und andere Interessenten angesprochen.

Der FC Barcelona geht einen ähnlichen Weg: Es geht in erster Linie um einen Wissensaustausch auf höchstem Niveau, der in zweiter Linie auch die Marke stärken und sich imagefördernd auswirken soll. Der FC Barcelona beteiligt sich im Rahmen dieser Anstrengungen an Sportinnovationskonferenzen und Sporttechnologiesymposien, Traineranalysekongressen und Ernährungskonferenzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion