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Jonathan Tah.

U21

Mit Bärenruhe

Der deutsche Abwehrchef Jonathan Tah will in seinem letzten internationalen Juniorenturnier endlich einen Titel gewinnen.

Jonathan Tah hatte nie einen Zweifel. „Ich gehe davon aus, dass ich der Kapitän sein werde“, sagte der Abwehrchef schon, als Stefan Kuntz seine Entscheidung noch gar nicht getroffen hatte. Kurz vor dem Auftakt der EM war es dann offiziell: In seinem letzten Turnier im Nachwuchsbereich führt der Innenverteidiger die deutsche U21 in Italien an – und will eine schwarze Serie beenden.

„Es war immer etwas Besonderes für mich, hier Kapitän zu sein – und jetzt bin ich das auch bei meinem letzten Turnier. Dass ich das noch mal erleben darf, ist großartig“, sagte Tah kurz vor dem Auftakt in Udine (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war die Partie gegen Dänemark noch nicht beendet; Anm .d. Red.). Auch Lukas Klostermann galt als Kapitäns-Kandidat. Doch DFB-Trainer Kuntz entschied sich für den groß gewachsenen Abwehrrecken von Bayer Leverkusen.

Für Tah wird die EM somit eine ganz besondere, schließlich hat er im DFB-Trikot bislang eine enttäuschende Turnierbilanz vorzuweisen. Schon 2013 war er Kapitän der U17, scheiterte aber in der Qualifikation. 2015 spielte er eine ganz schwache U19-EM, 2017 verletzte er sich schließlich wenige Tage vor dem so erfolgreichen U21-Turnier. Höchste Zeit also für eine Kehrtwende.

„Ich war immer sehr traurig, wenn ich ein Turnier verpasst habe oder es nicht so lief. Ich freue mich umso mehr, dass ich jetzt fit bin“, sagte Tah. Bei der EM will er nun endlich auch mit einem DFB-Team groß auftrumpfen, um am Ende vielleicht sogar den Pokal in Empfang nehmen zu dürfen: „Ich freue mich sehr darauf, das noch mal mitzunehmen. Ich werde alles geben, damit wir am Ende Europameister werden.“

Kuntz schätzt an Tah vor allem dessen Präsenz auf dem Platz. Der DFB-Trainer verweist gerne auf das wichtige EM-Qualifikationsspiel Ende 2018 gegen Norwegen (2:1), als Einsatz und starke Nerven gefragt waren. „Da ist Jona vorweg marschiert und hat ein überragendes Spiel gemacht. Er ist natürlich ein Bär, er hat diese Erfahrung“, sagte Kuntz und gab Tah als Belohnung die Binde.

Tah sprach von einer „großen Ehre“ und erklärte, durch die Rolle als Kapitän schon in der Vergangenheit einen großen Schritt in seiner Entwicklung gemacht zu haben. „Weil ich Kapitän war, musste ich auch mal lauter werden. Das steckt eigentlich nicht so in meiner Natur, aber das gehört auch dazu. Ich habe gemerkt, dass ich als Kapitän viel gelernt habe“, sagte der 23-Jährige.

Laut werden will der „Bär“ in Italien trotzdem selten. Schließlich hat das DFB-Team das Zeug zur erfolgreichen Titelverteidigung. Und diesmal wäre Jonathan Tah nicht auf der Couch dabei, sondern endlich mittendrin. (sid)

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