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Erst geht?s zum Badesee, später dann in den Biergarten.

Ballalaika

Badesee und Biergarten

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Ein ganzer Tag ohne Fußball-WM? 24 Stunden ruhender Ball? Zum Glück geht die WM mit den K.o.-Spielen erst richtig los.

Puuuh, das war hart. Ein ganzer Tag ohne  Fußball-Weltmeisterschaft. 24 Stunden ohne auch nur einen einzigen rollenden Ball auf dem grünen Rasen, ohne sich gegenseitig ankeifende Berufskicker, ohne Schiedsrichter, die imaginäre Bildschirme in die russische Luft pinseln, ohne bunt bemalte Fans auf den Tribünen. Und ohne Jogis Jungs, die deutsche Nationalmann ... Ach, Moment! Falsches Thema, lassen wir das.

Jedenfalls brachte diese Weltmeisterschaft in Russland den ersten Tag, an dem sich die Profis einmal mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigen konnten. Nettem Frauenbesuch etwa – freilich nur von den eigenen –, ein bisschen Sightseeing in den russischen Metropolen oder einfach nur stundenlange Zock-Orgien vor flirrenden TV-Kästen im Hotelzimmer. Jedem das seine, diesen Ruhetag hatten sich die Ballkünstler redlich verdient, wenngleich er ehrlicherweise für einen kleinen Anflug von Resignation in der Redaktion sorgte.

Wer denn heute eigentlich spiele, lautete eine der ersten Fragen am frühen Freitagvormittag, noch mit dem Wie-werde-ich-am-schnellsten-wach-Kaffee in der Hand. Da hatte jemand bei seiner morgendlichen FR-Lektüre offenbar den Spielplan ausgelassen. „Keiner! Ist Pause heute“, folgte prompt die Antwort. Kurze Pause, dann: „Wieee? Kein Spiel um 16 Uhr?“ Fragender Blick. „Nein, kein Spiel.“ Rollende Augen. „Und um 20 Uhr?“ „Auch nicht!“ Puuuh. Harte Sache. „Und was machen wir jetzt?“ Stille, keine Antwort, nur ein sehnsuchtsvoller Blick in Richtung des ausgeschalteten Fernsehapparats am Kopfende des Büros.

Vorzüge des Sportjournalisten

An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass es durchaus zu den angenehmen Seiten des Berufs als Sportjournalist gehört, sich in diesen WM-Tagen ohne auch nur einen minimalen Anflug schlechten Gewissens jeden noch so bedeutungslosen Kick in voller Länge zu Gemüte führen zu dürfen. Polen gegen Kolumbien? Klar. Panama gegen Tunesien? Auf jeden Fall. Englands B-Elf gegen Belgiens zweite Garde? Selbstverständlich. 

Zwar mag manch einer behaupten, die WM sei nach dem verfrühten deutschen Ausscheiden – einmal musste das an dieser Stelle noch Erwähnung finden – vorbei, spätestens am gestrigen Nachmittag herrschte in der FR-Redaktion jedoch eine ganz andere Einstellung vor. 
Was denn am arbeitsfreien Samstag auf dem Plan stehe, wurde da gefragt. „Erst Badesee, dann Biergarten“, lautete die knappe, aber durchaus nachahmenswerte Antwort. Ein Zusatz fehlte in dieser Ausführung jedoch. Biergarten samt großem TV-Gerät. Schließlich geht die WM mit den K.o.-Spielen doch erst richtig los. Puuuh, das wird toll.

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