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Auf seine Erfahrung wird gesetzt: Tim Cahill.

Auftaktgegner beim Confed-Cup

Australien will nicht nur das DFB-Team piesacken

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Mit einer hungrigen Mannschaft will Australien beim Confed-Cup für Furore sorgen. Und das nicht nur gegen Deutschland: "Wir wollen das Ding gewinnen, Kumpel".

Neue Freunde in Melbourne dürfte Australiens Nationaltrainer Ange Postecoglou nicht gewonnen haben, als er am Montag ausgerechnet im prestigeträchtigen Testspiel gegen Brasilien zunächst acht Stammspielern eine Pause gönnte. Zwar waren nur rund 50 000 Menschen zum Melbourne Cricket Ground gekommen, wo einige Tage zuvor noch 95 000 Zuschauer den Südamerika-Klassiker zwischen Brasilien und Argentinien verfolgt hatten, diese jedoch hätten gern eine konkurrenzfähigere Heimelf gesehen. So war Australien komplett chancenlos beim 0:4 gegen die Seleçao.

Möglicherweise hatten viele Australier aber Verständnis für Postecoglou, schließlich war das Brasilien-Match genau zwischen zwei sehr viel wichtigere Termine positioniert. Einige Tage zuvor das WM-Qualifikationsspiel gegen Saudi-Arabien, das in Adelaide 3:2 gewonnen wurde, dann der Confederations Cup, bei dem Australien zwar schon dreimal dabei war, aber noch nie als Vertreter Asiens. 2005 war man ja aus der Föderation Ozeaniens ausgetreten, weil man die ewigen und oft unerfreulichen Relegationsduelle in der WM-Qualifikation mit dem Südamerika-Fünften leid war, und hatte sich Asiens Verband angeschlossen.

Das steigerte tatsächlich die Chancen auf die WM, an der die Socceroos 2010 und 2014 teilnahmen, aber es schmälerte jene auf den Confed-Cup, an dem ja nur Asiens Champion teilnimmt. Doch 2015 gelang beim Turnier im eigenen Land tatsächlich der Coup, der den Aussies den Weg zum Turnier nach Russland ebnete. Und auch für das kommende Jahr stehen nach dem Sieg gegen Saudi-Arabien die Chancen nicht schlecht, mindestens den zweiten Gruppenplatz hinter Japan zu ergattern. Der würde zur WM reichen, als Dritter droht wieder die Relegation. Erst gegen den anderen asiatischen Gruppendritten, dann gegen ein Team aus Nord-Mittelamerika/Karibik.

Beim Confed-Cup treffen die Australier auf Deutschland, Kamerun und Chile, und Ange Postecoglou rechnet sich durchaus Chancen aus, dem einen oder anderen ein Schnippchen schlagen und die Kontrahenten piesacken zu können. Um den 37-jährigen Tim Cahill, der lange beim FC Everton spielte, hat der in Griechenland geborene ehemalige Nationalspieler Australiens ein Team formiert, in dem einige vielversprechende jüngere Spieler stehen. Dazu zählt Aaron Mooy, der maßgeblich am Aufstieg von Huddersfield Town in die Premier League beteiligt war, ebenso wie Tom Rogic von Celtic Glasgow, der den Siegtreffer gegen Saudi-Arabien schoss, und nicht zuletzt der gerade vom FC Ingolstadt zu Hertha BSC gewechselte Matthew Leckie.

Von der Schlappe gegen Brasilien zeigt sich Postecoglou übrigens unbeeindruckt, wie seine anschließende Prognose zum Confed-Cup bewies: „Wir wollen das Ding gewinnen, Kumpel.“

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