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Australian Open: In Zverevs Schatten - Krawietz und Mies zurück auf der großen Bühne

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Von: Jörg Allmeroth

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Die Ehe ist gekittet: Kevin Krawietz und Andreas Mies schlagen wieder gemeinsam auf.
Die Ehe ist gekittet: Kevin Krawietz und Andreas Mies schlagen wieder gemeinsam auf. © Jürgen Hasenkopf/Imago

Im Schatten von Dominator Alexander Zverev siegt auch das Tennis-Doppel Krawietz/Mies. Und alle drei haben noch Großes vor.

Melbourne – Alexander Zverev wird auch in Melbourne nicht müde, von seinem großen Traum zu sprechen. Vom Traum, in dieser Saison endlich eines der vier großen Turniere im Tennis zu gewinnen. „Unbedingt“ wolle er diese Herausforderung meistern, sagt Zverev: „Es wird Zeit, dass ich den Grand Slam-Durchbruch schaffe.“ Dass es mit Kevin Krawietz und Andreas Mies allerdings zwei aktive deutsche Spieler gibt, die ihre Karriere schon mit diesem spektakulären Coup gekrönt haben, wird beim oft verengten Blick auf Zverev nahezu vergessen. Die verschworenen Doppel-Brüder im Geiste, die zweimaligen French Open-Gewinner, sind bei den Australian Open nun gerade wieder zurückgekehrt auf die großen Bühnen. Und sorgen für Titelhoffnungen jenseits von Olympiasieger Zverev, früher oder später.

Ein Jahr lang war die Partnerschaft des zurückhaltenden Coburgers Krawietz und des temperamentvollen Kölners Mies quasi außer Kraft gesetzt. Mies hatte sich einer komplizierten Knieoperation unterziehen müssen, die Zwangspause zog sich über die gesamte Spielserie 2021 hin. Erstmals seit ihrem zweiten French Open-Triumph im Herbst 2020 gehen sie jetzt in Melbourne wieder als Grand Slam-Allianz an den Start – und spielen auf Anhieb größtenteils mit vertrauter Harmonie und Durchschlagskraft auf. Am Freitag erreichten sie sogar erstmals in ihrer Doppelkarriere das Achtelfinale des Majorwettbewerbs in Melbourne, nach hartem Kampf besiegten sie das US-amerikanische Duo Austin Krajicek/Sam Querrey mit 6:4, 6:7 (7:9) und 6:4. „Wir brauchen noch ein bisschen, um wieder bei 100 Prozent zu sein“, meinte Mies hinterher, meist der Wortführer der Tennis-Verbündeten. Nächste Gegner von „Kramies“ sind der Australier John Peers und der Slowake Filip Polasek.

Kevin Krawietz und Andreas Mies bei den Australian Open: Wie eine Ehe

Die Siegertypen im Doppelwettbewerb hellten auch ein wenig die Stimmung im deutschen Lager auf, in dem Zverev nach den beiden Auftaktrunden trauriger Weise schon wieder als letzter Solist verblieben war. Deutschlands Sportler des Jahres 2021 erfüllte bisher in Melbourne seine Pflicht und Schuldigkeit, nicht mehr und nicht weniger. Die erste Turnierwoche überstand er ohne Satzverlust – am Freitag gewann er glanzlos mit 6:3, 6:4 und 6:4 gegen den Moldawier Radu Albot. Im Achtelfinale trifft er nun auf den kanadischen Linkshänder Denis Shapovalov, es dürfte die mit Abstand schwerste Prüfung für den Weltranglisten-Dritten werden.

Krawietz und Mies sind fürs erste noch bescheiden in ihren Ansprüchen und Erwartungen. Die wiedervereinigten Asse müssen nach der langen Einsatzunterbrechung erst wieder das perfekte Feintuning auf dem Platz finden. „Doppel auf diesem Niveau, das bedeutet vor allem, total aufeinander abgestimmt zu sein. Da muss jedes Detail passen“, sagt Krawietz, der in der vergangenen Saison an der Seite des Rumänen Horia Tecau gewirkt und mit dem Ersatzpartner sogar das ATP-Finale erreicht hatte. Dabei war immer klar, dass sich die deutschen Champions wieder zusammenfinden würden. „Wir sind uns da treu geblieben: Du musst ja in guten und in schlechten Zeiten zusammenstehen“, sagt Mies, „schließlich ist so eine Partnerschaft auch eine Art Ehe.“ (Jörg Allmeroth)

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