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Manchmal zum Zuschauen verdonnert: Schiesdrichter, hier Felix Zwayer, im Dialog mit dem VAR in Köln.
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Manchmal zum Zuschauen verdonnert: Schiedsrichter, hier Felix Zwayer, im Dialog mit dem VAR in Köln.

Kommentar

Aus der Tiefe der Klauseln

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Auch an diesem Wochenende droht Ärger um die Schiedsrichter, die ja längst über eine Videoassistenz verfügen, was aber auch nicht hilft. Häufig ist es so, dass man die Schiedsrichter trotzdem nicht versteht. Ein Kommentar.

Ah ja, Wochenende. Fußball. Bundesliga. Fußball-Bundesliga. Spiel, Spaß, Spannung und, sehr wahrscheinlich, irgendein Ärger um die Schiedsrichter, die ja längst über eine Videoassistenz verfügen, was aber auch nicht hilft. Häufig ist es so, dass man die Schiedsrichter trotzdem nicht versteht.

Aus diesem Grund sind sie inzwischen bei Twitter, @dfbschiris. Dort erklären sie sich und ihr Tun, um für Transparenz zu sorgen. Dabei können sie aus der Tiefe des Regelwerks heraus agieren wie Juristen in einem Strafprozess, und genauso verklausuliert klingt das auch.

Dem 1. FC Köln zum Beispiel wurde am Mittwoch im Pokalspiel in Regensburg wegen Abseits ein Tor aberkannt, obwohl vor dem Torschützen zuletzt ein Regensburger am Ball war. Erklärung DFB: „Die Berührung des Balles durch einen Spieler der verteidigenden Mannschaft hebt eine Abseitsstellung nur dann auf, wenn es sich dabei um ein absichtliches Spielen des Balles handelt, das nicht einer Abwehraktion entspringt.“ Tags zuvor in Dortmund hatte in einer vergleichbaren Konstellation der Treffer für den BVB gezählt, weil die Ballberührung des Paderborners nämlich absichtlich war und aber keine Abwehraktion, sondern etwas anderes, ein „Deliberate Play“ womöglich. Entscheidend ist also die Absicht und dann aber noch die Art der Absicht und ihre Umstände, und ob es vorher ein Schuss war oder ein Pass, und ob und überhaupt.

Der Videobeweis macht nichts einfacher, alles komplizierter

Gut, die Regeln waren schon immer kompliziert. Aber vor der Sache mit dem Videoassistenten haben die Schiedsrichter halt im Rahmen ihrer aktuellen Wahrnehmung etwas entschieden, und später haben sich die einen aufgeregt oder die anderen und manchmal auch keiner oder alle. Und dann hat man sich wieder abgeregt. War auch okay.

Der Videoassistent bedient nun die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, aber Gerechtigkeit ist eine heikle Kategorie im Sport, im Fußball. Sie ist fiktiv. Ist es gerecht, dass das Dortmunder Tor zählte, jenes der Kölner aber nicht? Ist es gerecht, dass am vergangenen Sonntag dem 1:0 der Wolfsburger gegen Freiburg ein auf den Bildern gut erkennbares, klares Foulspiel voranging, der Treffer aber dennoch zählte, allem zum Trotz, auch dem gesunden Menschenverstand?

Sehnsucht nach gut verständlichen Typen

Der Videobeweis macht das Komplizierte nicht einfacher, er macht es oft noch komplizierter. Die hinterher aus den Paragraphen der Regularien gestrickten Erklärungen verwirren, und sie verprellen die Basis. Viele Fans haben ja schon genug daran zu knabbern, dass vermehrt Jungprofessoren auf den Trainerbänken auftauchen, die in seltsamem Technokratendeutsch erläutern, dass sie sich für den Spieler X als diametral abkippendem Achter entschieden haben, weil er einen „guten Steckpass anbietet“. Das verstärkt bei manch einem das Bedürfnis nach gut verständlichen Typen wie Peter Neururer, der dieser Tage in einem Podcast die Geschichte zum Besten gab, wie er sich einst bei seinem Debütspiel als Trainer von Kickers Offenbach beim Torjubel in die Hose machte. Er hatte die hessische Küche nicht vertragen.

Für Neururer galt damals das gleiche wie heute für den Videobeweis: Was da ist, ist da. Es gibt kein Zurück. Was bleibt ist der Versuch, sich nicht zu blamieren.

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