Copa-Finale

Aufmüpfige Außenseiter

Peru trifft im Copa-Finale auf die scheinbare Übermacht aus Brasilien.

Kaum hatte er mit seinem Tor den Deckel auf den Sensationssieg gegen den noch amtierenden Champion Chile drauf gemacht, schickte der frühere Bundesligaprofi Paolo Guerrero schon die Kampfansage an den großen Rivalen. „Im Fußball gibt es keinen Favoriten“, verkündete der peruanische Anführer vor dem Finale der Copa America am Sonntag gegen Brasilien.

Dass der fünfmalige Weltmeister die Südamerika-Meisterschaft immerhin schon achtmal gewonnen hat, dabei alle vier Kontinentalturniere daheim am Zuckerhut für sich entscheiden konnte, interessiert den früheren Münchner und Hamburger Stürmer nicht. Peru will am Sonntag im Maracana selber seinen dritten Triumph, auch wenn der letzte 44 Jahre zurückliegt. „Wir haben Respekt, aber wir werden alles daransetzen, um mit dem Pokal abzureisen“, versprach der kürzlich noch wegen Dopings gesperrter Rekordtorjäger Guerrero. Dabei gab Nationaltrainer Ricardo Gareca auf die Frage, wie er die Hausherren stoppen will, unumwunden zu: „Ich weiß es nicht.“ Schließlich gab es beim Vorrundenduell der beiden eine deftige 0:5-Klatsche.

Beim Halbfinale in Porto Alegre war Peru von Beginn an hellwach, lag nach Treffern von Edison Flores (21.) und Yoshimar Yotun (38.) schon früh in Front, ehe Guerrero (90.+1) mit seinem zweiten Turniertreffer den Sack zumachte.

Sekunden vor dem Schlusspfiff scheiterte der ehemalige Hoffenheimer Eduardo Vargas mit einem lässig gelupften Foulelfmeter zudem noch kläglich am peruanischen Torwart Pedro Gallese. „Wir haben daran gedacht, das Finale zu spielen, ohne zuvor den nötigen Schritt dafür getan zu haben“, sagte Chile-Trainer Reinaldo Rueda über den weitestgehend einfallslosen Auftritt der Copa-Champions von 2015 und 2016. Chile spielt nun am Samstag in Sao Paulo gegen Argentinien, das am Dienstag mit 0:2 von der Selecao im Halbfinale gestoppt worden war, noch Platz drei aus. „Das Spiel hat nicht die geringste Bedeutung“, sagte der Ex-Leverkusener und Münchner Arturo Vidal deutlich. (sid)

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