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Not amused von den Nachrichten aus dem Mutterland des Fußballs: Martina Voss-Tecklenburg.
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Not amused von den Nachrichten aus dem Mutterland des Fußballs: Martina Voss-Tecklenburg.

Das Ziel: endlich wieder ins Halbfinale

Aufbruch und Ärger im Frauenfußball

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Bei der EM in England sollen die deutschen Fußballerinnen weit kommen, doch die Quartiersuche stockt.

Die räumliche Trennung war am Mittwochnachmittag bei einer vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) veranstalteten Medienrunde nicht zu vermeiden. Hansi Flick saß noch in einem Londoner Hotelzimmer, als Martina Voss-Tecklenburg aus dem Ritz-Carlton in Wolfsburg zugeschaltet wurde, wo sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf das WM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei (Freitag, 16 Uhr/ ZDF) vorbereitet. Zwei Bildschirme, ein Ziel: „Unter die letzten Vier kommen bei Frauen und Männern. Alle zehn Jahre ein Titel“, erneuerte Oliver Bierhoff als Direktor Nationalmannschaften aus einer Loge der Frankfurter Arena die Vorgabe.

Die DFB-Fußballerinnen sollen nicht wie bei der EM 2017 oder WM 2019 ihr jeweils ziemlich unnötiges Ausscheiden im Viertelfinale betrauern, sondern bitteschön mal wieder bis ins Halbfinale vordringen. Konkret für die Frauen-EM 2022 in England (6. – 31. Juli) forderte Bierhoff: „England ist Vorbild darin, wie sie den Frauenfußball mit Hilfe der Premier-League-Vereine pushen. Wir als deutscher Fußball müssen nachlegen. Andere Nationen haben aufgeholt, uns vielleicht auch überholt, aber als Fußballland, das wir sind, wollen wir Weltspitze sein.“

Insofern sind die beiden letzten WM-Qualifikationsspiele in diesem Jahr – mit dem Abschluss beim aktuellen Gruppenzweiten Portugal in Faro (Dienstag, 19 Uhr/zdf.de) – nur ein besserer Testlauf. Ernst wird es nach drei Jahren ohne Sommerturnier bei der EM, denn die Vorrundengruppe mit Spanien, wo der FC Barcelona gerade die Benchmark auf Vereinsebene bildet, und dem Vizeeuropameister Dänemark birgt frühe Stolpergefahr. Das ergab Ende Oktober die pompös orchestrierte Auslosung in Manchester. Als „echt frustrierend“ empfand die Bundestrainerin danach die Inspektionsreise auf die Insel zur Quartiersuche. „Es ist nicht gut, was uns da angeboten wird. Alle 16 Teams waren nicht zufrieden mit den Hotels und Plätzen.“ Es passe einfach nicht, wenn die Uefa ständig die Förderung des Frauenfußballs betone, aber die angebotenen EM-Quartiere hinten und vorne nicht zu den Ansprüchen passen. 45 Minuten einfache Fahrzeit zum Training seien nicht hinnehmbar, auch die Unterbringung sei „nicht adäquat“. Diese sportlichen Rahmenbedingungen müssten einfach passen. Ende November soll der DFB seine Priorisierung bei den Hotels angeben – oder muss ein Ersatzcamp auftreiben, was im Großraum London nicht einfach ist. Der 53-Jährigen drückt dieses Thema erkennbar auf die Stimmung, „deshalb mache ich das auch öffentlich“.

Sie glaubt übrigens, dass acht Teams berechtigt bei der um ein Jahr verschobenen EM Titelansprüche erheben können. „Wir haben eine Riesenkonkurrenz, aber unsere Mannschaft ist voller Potenzial.“ Ihre persönlichen Ambitionen sind verbürgt, die meinungsfreudige Fußballlehrerin macht sich gefühlt rund um die Uhr Gedanken zur ganzheitlichen Förderung des Frauenfußballs.

Hohe Impfquote

Fast nebenbei hat sie jetzt erwähnt, dass die Impfquote in ihrem Kreis bei „nahezu 100 Prozent“ liegt. Corona-Probleme wie sie Flick plagen, sind ihr im Moment noch fremd. Der Weg bei der Weiterentwicklung bleibt gleichwohl steinig. Das geht schon damit los, dass auch in Braunschweig gegen die Türkei nur 3000 Fans erwartet werden, nachdem sich zuletzt gegen Israel (7:0) 1814 Besucher im Essener Stadion verloren. Ungeachtet der Debatte um die passende Anstoßzeit ist nun einmal Fakt, dass sich Erkenntnisgewinn und Unterhaltungswert gegen überforderte Gegner in den Qualifikationsspielen auch jetzt wieder in Grenzen halten werden. Voss-Tecklenburg rechnet bei der Türkei mit dem nächsten Gegner, der „tief stehen“ wird. Da brauche es Kreativität, Mut und Geschwindigkeit. Nichtsdestotrotz: „Ich erwarte einen deutlichen Sieg.“ Kollege Flick hob dazu aus England den Daumen und wünschte viel Glück. Persönlich getroffen haben sich Bundestrainer und Bundestrainerin übrigens noch nicht – das Versäumnis soll bei einer Tagung aller DFB-Trainer im Dezember endlich nachgeholt werden. Wenn nicht die Pandemie noch zur räumlichen Trennung zwingt.

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