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Hat die Gladbacher wieder auf Kurs gebracht: Trainer Dieter Hecking.
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Hat die Gladbacher wieder auf Kurs gebracht: Trainer Dieter Hecking.

Borussia Mönchengladbach

Auf, auf, auf ? nur wohin?

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Innerhalb von acht Tagen entscheidet sich die Richtung, in die Borussia Mönchengladbach in dieser Saison strebt.

Es gibt wohl keinen unter den landesweit zahlreichen Anhängern von Borussia Mönchengladbach, die den Text und die Melodie nicht abgespeichert haben. War ja in dieser Saisonphase auch nur allzu schön, das Lied anzustimmen: „Auf, auf, auf in die Champions League“, trällerten die Fans der Fohlenelf, um sich in den beiden vergangenen Jahren auf die Teilnahme an der Königsklasse einzustimmen. Daraus klang viel Sehnsucht durch, die diesen in den 70er Jahren so großen Traditionsverein überwölbt.

Dass nach dem dritten Rang in 2015 auch im vergangenen Jahr (über die Qualifikation) wieder das Ticket gelöst werden konnte, sollte eigentlich auch dazu dienen, sich stabiler aufzustellen. Doch wenn die Borussia nun am Samstagabend zum Topspiel bei Eintracht Frankfurt antritt, dann weiß eigentlich niemand, wohin die Richtung geht. „Gladbachs ungewisse Reise“, titelte der „Kicker“ am Donnerstag.

Fast alles ist möglich

Tatsächlich kann an den verbleibenden neun Spieltagen noch viel passieren. Eine Europa-League-Teilnahme auf direktem Wege scheint ebenso möglich wie Zitterspiele um den Relegationsplatz. „Gerade wenn man sieht, wer da noch infrage kommt: Von daher müssen wir auch noch aufpassen“, sagt Patrick Herrmann. Also die Blickrichtung nach unten? So pessimistisch will sich der Wirbelwind, der im Saarland aufwuchs, auch nicht geben. „Mit ein paar Siegen ist man schneller wieder gut dabei.“ Also nach oben schauen? „Schwer zu sagen.“ Auch Herrmann wird wohl erst die englische Wochen – mit drei richtungsweisenden Partien in Frankfurt, gegen Berlin und in Köln – benötigen, um erhellende Aussagen machen zu können.

Aber warum ist Gladbach bloß zur Wundertüte geworden? Vor der Saison wurde Manager Max Eberl mal wieder für seine weitsichtige Transferpolitik gelobt, da schienen die Hausaufgaben eher gemacht als anderswo und der Kader in jeder Hinsicht klug ergänzt. Doch dann geriet die Mannschaft zusammen mit Trainer André Schubert in jenen Negativlauf, der sehr gerne als „Spirale des Misserfolgs“ bezeichnet wird.

Und mit jeder Niederlage wuchsen auch die Zweifel am viel zu experimentierfreudigen Coach. Mit dem Trainerwechsel zu Dieter Hecking und der Rückbesinnung auf die nötige Stabilität schien der Weg in die vorderen Tabellenregionen vorgezeichnet, doch so gefestigt ist die Borussia diese Spielzeit wohl doch nicht. Vielleicht auch deshalb hat Hecking auf der Pressekonferenz dem heutigen Gegner viele Komplimente gemacht. „Ich erwarte einen hochmotivierten Gegner. In Frankfurt herrscht immer eine gute Atmosphäre. Die Mannschaft steht nicht umsonst unter den ersten Sieben in der Tabelle. Das hat sie sich im Verlauf der Saison erarbeitet“, lobte der 52-Jährige.

Überdies seien die Frankfurter in der Arbeit gegen den Ball sehr unangenehm, lauffreudig und spielten sehr körperbetont. „Wir brauchen gegen Frankfurt eine hohe physische Leistung – was die Laufbereitschaft und das Zweikampfverhalten angeht.“ Nicht mitmachen kann wohl Raffael, dessen Frau Zwillinge erwartet und dem Hecking diesbezüglich alle Freiheiten zugesteht, bei dem Ereignis dabei zu sein: „Zwillingsgeburten sind nicht alltäglich. Wir hoffen aber natürlich, dass die Kinder vor dem Frankfurt-Spiel zur Welt kommen.“ Dass vor dieser Partie der Wechsel von Mahmoud Dahoud zu Borussia Dortmund bekannt gemacht wurde, darüber grämte sich Hecking nunmehr kaum noch. „Borussia hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie solche Abgänge gut kompensieren und gute Lösungen finden kann.“

Noch kann der talentierte Deutsch-Syrer Dahoud ja mithelfen, eine Saison zu einem guten Ende zu bringen, in der jüngst das Ausscheiden in der Europa League ärgerlich war, als im Achtelfinalrückspiel gegen den FC Schalke 04 ein scheinbar komfortabler 2:0-Vorsprung verspielt wurde. Dem Auswärtsspiel bei der nun wahrlich in 2017 nicht vom Erfolg geküssten Eintracht kommt auch deshalb große Bedeutung zu, weil es nicht das einzige Duell der beiden Klubs im April bleibt. Fast wichtiger ist das DFB-Pokal-Halbfinale am 25. April, wenn die Gladbacher im Borussia-Park ihren Heimvorteil ausspielen können. Mit der Finalteilnahme wäre zwar noch nicht die Europa League direkt erreicht – dazu muss das Endspiel gewonnen werden – aber der Imagegewinn durch das gemeinsame Erlebnis in der Hauptstadt wäre für den ganzen Verein nicht zu unterschätzen. Und für den Berlin-Trip haben Fans aller Couleur ja auch einen Gassenhauer in petto.

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