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Immer volle Pulle nach vorne: FC-Trainer Steffen Baumgart.
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Immer volle Pulle nach vorne: FC-Trainer Steffen Baumgart.

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Auf Angriff gepolt

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Das ganze Denken beim 1.FC Köln ist offensiv ausgerichtet – Vater des Spielstils ist Trainer Steffen Baumgart, der sogar noch weiter als der Frankfurter Kollege Oliver Glasner ist.

Steffen Baumgart ist auf bestem Wege, zu einem unverwechselbaren Markenzeichen der Liga zu werden. Und dafür müsste er sich gar nicht in die unverkennbare Schiebermütze aufsetzen, die an Wintertagen vielleicht nicht die passendste Kopfbedeckung darstellt. Es reichen Erklärungen wie nach dem erstaunlich abgeklärt errungenen 3:1-Auswärtssieg bei Hertha BSC, mit denen der Fußballlehrer des 1. FC Köln punktet. Mit knorriger Direktheit. Er habe halt das Gefühl, erläuterte der 50-Jährige seine vom ersten Tag an überaus mutige Herangehensweise, „wenn ich mich hinten reinstelle, kann ich genauso den Arsch vollkriegen, wie wenn ich nach vorne spiele.“

Stimmt zwar nicht grammatikalisch, aber wohl taktisch. Und weil der frühere Stürmer Baumgart mehr Spaß in seinem Job hat, wenn seine Mannschaft nach vorne spielt, wird eben früh draufgegangen, werden Pässe vorzugsweise steil und nicht quer gespielt. Das ganze Denken beim Effzeh ist offensiv ausgerichtet – und dabei ist Baumgart sogar noch ein Stückchen weiter als der Frankfurter Kollege Oliver Glasner, der eine ähnliche Anschauung predigt.

Was Baumgart aus dem „Sandsack der Liga“ (Fachmagazin Kicker über den 1. FC Köln in 2020/2021) gemacht hat, verdient Bewunderung. Denn der Trainer macht seit Saisonbeginn fast jeden seiner Spieler am Geißbockheim besser.

In Berlin stand der Ersatztorwart Marvin Schwäbe zwischen den Pfosten, die Viererkette bildete der selbst von den Kölner Fans oft verspottete Benno Schmitz, der beim FSV Mainz 05 durchs Rüttelsieb gerauschte Luca Kilian (kennt Baumgart aus Paderborner Zeiten), der bei Hannover 96 erst bekannt gewordene Timo Hübers, als dieser als erster deutscher Profi an Corona erkrankte – und der fast schon vergessene Ex-Nationalspieler Jonas Hector.

Diese Liste ließe sich bis ganz nach vorne verlängern, wo der bald 34 Jahre alte Anthony Modeste auf einmal wieder trifft wie in jenen Zeiten, als der Franzose die Kölner direkt in die Europa League schoss. Die Geschichte könnte sich wiederholen.

Es passt wie die Faust aufs Auge, dass nun der von Corona-Sorgen geplagte FC Bayern bei den Rheinländer gastiert. Da kündigt sich ein munteres Spielchen für den nächsten Samstagnachmittag an, auch wenn es vor leeren Rängen stattfinden muss.

Aber es erinnert vielleicht an die alten Zeiten in Köln-Müngersdorf. Mehr als 30 Jahre ist her, dass sich der 1. FC Köln und FC Bayern ein erbittertes Ringen um die Meisterschaft lieferten, wobei es damals nicht nur auf dem Rasen hoch herging. Der Streit eskalierte 1989 im ZDF-Sportstudio, als der damalige Kölner Trainer Christoph Daum mit seinem Gegenüber Jupp Heynckes und vor allem dem Bayern-Manager Uli Hoeneß aneinandergeriet. Eine andere Zeit. Baumgart ist so klug, jede verbale Stichelei in Richtung München zu unterlassen. Aber er wird gegen die Bayern garantiert auf dem Platz auf Angriff schalten. Und davon soll ihn bitte niemand abhalten.

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