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Auch in Mainz wird gepokert

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Von: Jan Christian Müller

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Alle mal herhören: Trainer Bo Svensson begrüßt seine Profis zum Trainingsauftakt.
Alle mal herhören: Trainer Bo Svensson begrüßt seine Profis zum Trainingsauftakt. © IMAGO/Jan Huebner

Der Mainzer Boss Christian Heidel lobt den Nachbarn Eintracht Frankfurt für den Götze-Transfer und sucht selbst noch einen filigranen Techniker fürs Mittelfeld

Die Stimmung beim Auftakttraining von Mainz 05 hätte am Dienstagabend vor 150 zumeist sehr jungen Fans im altehrwürdigen Bruchwegstadion besser kaum sein können. Der Fußball-Bundesligist präsentierte sich derart Fan-nah, dass die Tore zur Gegentribüne schon geöffnet wurden, als Chefcoach Bo Svensson seine Ansprache an die versammelte Mannschaft noch gar nicht beendet hatte. „Das war ein bisschen zu früh“, sagte der Däne danach gut gelaunt, „für die Kinder machen wir das gerne.“ Die Kleinen durften dann mehr als eine Viertelstunde lang Selfies machen und Autogramme sammeln.

Begehrtester Profi war Kapitän Moussa Niakathé. Ausgerechnet also jene Führungskraft, die von Nottingham Forest umworben wird. Der Franzose würde gerne wechseln, Mainz würde ihn auch abgeben, aber, schränkt Sportvorstand Christian Heidel ein: „Momentan sieht es nicht danach aus, dass er geht.“ Will heißen: Pokerface Heidel stellt sich eine deutlich zweistellige Ablösesumme vor, die Engländer, gerade wieder in die Premier League aufgestiegen und entsprechend flüssig, bieten bisher nur einen einstelligen Transferbetrag.

Klare Ansage von Svensson

Wieder zurück in Mainz ist Mittelfeldspieler Edimilson Fernandez nach seiner Leihe zu den Young Boys Bern. Der filigrane Schweizer, vor drei Jahren mit acht Millionen Euro Ablöse einer der teuersten Transfers der Vereinsgeschichte, hat sich dem Mainzer Powerfußball nie anpassen wollen oder können. Svensson will sich den 26-Jährigen nun noch einmal sehr genau anschauen. „Eddi verfügt über großes Talent und Potenzial. Aber er muss es so auf den Platz bringen, dass es zu uns passt. Wir werden unsere Spielweise nicht ändern.“ Also müsste Fernandez das tun. Die Ansage ist unzweideutig.

Der Spanier Aaron, unter Svensson Vorgängern schon auf dem Abstellgleis, hat es unter Anleitung des Dänen auch kapiert. Sogar ziemlich schnell. In Mainz hätten sie nichts dagegen, würde für den einst für fast zehn Millionen Euro eingekauften linken Verteidiger noch ein Angebot hereinflattern, zu dem niemand nein sagen kann. Größenordnung ein Jahr vor Vertragsende wahrscheinlich zirka drei oder vier Millionen Euro.

Ein ausdrückliches Lob gab es schließlich noch von Christian Heidel in Richtung des Nachbarn nach Frankfurt. Die Verpflichtung von Mario Götze finde er „klasse“, sagt der Mainzer Macher. Für genau dessen Position sucht Mainz 05 übrigens auch noch einen Spieler, „aber nicht im Regal von Götze“. Sondern ein paar Schubladen tiefer.

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