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Nichts wie weg: Aubameyang am Flughafen Dortmund, mutmaßlich auf dem Weg nach London.
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Nichts wie weg: Aubameyang am Flughafen Dortmund, mutmaßlich auf dem Weg nach London.

Transfers

Aubameyang ekelt sich nach England

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Die Empörung über das Verhalten wechselwilliger Spielern wie Aubameyang ist groß. Doch weder Klubs noch Trainer sollten die Moralkeule schwingen. Unser Kommentar zum Transfergeschäft.

Das größte Theater, manch einer sprach ja gar von Affenzirkus, haben sie in Dortmund überstanden. Die Schmierenkomödie um Pierre-Emerick Aubameyang ist beendet, der schräge Paradiesvogel hat sich für exakt 63,75 Millionen Euro auf die Insel zum FC Arsenal geekelt. Reife Leistung.

Die stürmende Extravaganz hat es dabei tatsächlich geschafft, dass sie ihm bei der Borussia nicht mal eine einzige echte Träne, dafür aber sehr viele Krokodilstränen hinterherweinen – trotz sagenhaften 141 Toren in 213 Pflichtspielen. Aubameyang ist in Dortmund binnen zwei Wochen zur Persona non grata geworden, vom Helden zum Buhmann mutiert. Beim BVB sind alle nur noch froh, dass er weg ist, der Söldner. Dieser ist es ebenso.

Aber was heißt schon Söldner? Natürlich hat dieser Wechsel einen schalen Nachgeschmack, weil der Spieler den Verein quasi erpresst, mit seinem unerträglichen Verhalten drangsaliert und signalisiert hat, dass er partout keine Lust mehr hat, die Dortmunder Farben zu tragen. Wo anders gibt es mehr Euronen zu holen. Ist schon klar. So weit, so schlecht, so bekannt.

Die Vereine aber sollten sich nicht beschweren, sie machen das miese Millionenspiel genauso mit, auch Borussia Dortmund. Ein Beispiel? Als Henrikh Mkhitaryan vor fast fünf Jahren seinen Klub Schachtjor Donezk trotz eines gültigen Arbeitsvertrages unbedingt gen Dortmund verlassen wollte, da streikte er einfach, blieb den Terminen fern, schwänzte sogar ein Trainingslager in Österreich – der BVB nahm den von ihm umgarnten Querulanten dennoch mit Kusshand auf. Pikanterie an der Geschichte: So schäbig wie Mkhitaryan damals Schachtjor Donezk vorführte, so führte er vor eineinhalb Jahren auch Borussia Dortmund vor, um seinen Transfer zu Manchester United zu erzwingen. Hat geklappt. Glücklich geworden ist er bei José Mourinho allerdings nicht, weshalb er gerade jetzt zum FC Arsenal gewechselt ist, als Interessent galt zuvor auch – Borussia Dortmund.

Vereine wie Dortmund...

Wer also die moralische Keule rausholt und den Sittenverfall bei den kickenden Millionären beklagt, der sollte nicht vergessen, dass die Vereine nicht anders agieren, wenn sie einen Spieler nicht mehr für gut genug befinden und ihn von der Payroll streichen wollen: Dann wird er schon mal aussortiert und ihm mitunter auch das Training mit den Kollegen verweigert. In Frankfurt ist aktuell Yanni Regäsel, ein eher kleines Licht, vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Regäsel hat sich, anders als andere, damit arrangiert. Und das Ganze geht nicht immer so geräuschvoll wie bei den Superstars ab und nicht immer so medienwirksam wie der Hoffenheimer Trainingsgruppe 2. Doch es ist im Profizirkus gängige Praxis.

...oder Trainer wie Stöger machen es auch nicht anders

Vom lustigen Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen sind natürlich auch längst die Trainer betroffen. Nicht immer werden die Neuen so emotionslos und gleichgültig begrüßt wie der blasse Stuttgarter Trainer Tayfun Korkut, dessen Verpflichtung ob seiner nicht erworbenen Meriten in der Vergangenheit entweder Achselzucken oder Kopfschütteln auslöste – mehr aber nicht.

Peter Stöger, noch so ein Seitenwechsler und seit nicht mal zwei Monaten Dortmunder Trainer, wird übrigens morgen Abend an die Stätte seiner größten Erfolge zurückkehren, zum 1. FC Köln. Am Rhein lieben die Menschen den Österreicher noch immer. Eigentlich. Doch mit einem können sie sich nicht so richtig arrangieren. Dass der sympathische Peter nach seiner Entlassung in Köln rasend schnell einen neuen Job annahm, ausgerechnet in Dortmund, und sich dann gleich in seinem ersten Bundesligaspiel prompt die Mütze seines neuen Arbeitgebers aufsetzte. Statt Rot-Weiß plötzlich Schwarz-Gelb. Ganz normal. Als wäre nie etwas gewesen. Für diese Verwandlung hat das Chamäleon ganz genau zehn Tage gebraucht.

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