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Soll Hertha Helfen: Sami Khedira, hier noch im Juve-Dress.
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Soll Hertha Helfen: Sami Khedira, hier noch im Juve-Dress.

Kommentar

Attacke mit Khedira

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Die groß denkende, aber im Abstiegskampf steckende Hertha holt den früheren Nationalspieler, der sein letztes Spiel vor mehr als einem Jahr bestritten hat - eine gewagte Liaison.

Neulich als Gast im ZDF-Sportstudio hat Sami Khedira keinen Zweifel erkennen lassen, dass er sich nach wie vor für einen Tiptop-Fußballspieler hält. So gut in der Selbstwahrnehmung, dass der bei Juventus Turin aufs Abstellgleis verschobene Mittelfeldspieler eine Bewerbung für einen Job in der Premier League aussandte. Die blieb indes ungehört, weshalb es nun auch zwei Nummern kleiner sein darf: Deutschland statt England, Hertha BSC statt Tottenham Hotspur.

Hertha-Boss Carsten Schmidt ließ verlauten, er halte Khedira für einen „großartigen Leader“ und fügte der Vollständigkeit halber noch hinzu, bei der Hertha handele es sich um einen „Attackeklub“. Das ist doppelt kühn formuliert.

Denn der vermeintlich große Anführer hat sein letztes Pflichtspiel für Juve am 23. November 2019 absolviert, als er beim 3:1 in Bergamo nach 70 Minuten gegen Emre Can ausgetauscht wurde. Das ist weit mehr als ein Jahr her. Seitdem ist der vielfach verletzungsgeplagte Khedira, der zuvor eine kleine Operation am Herzen gut überstanden hat, ohne Spielpraxis. Der „Attackeklub“ hat sich derweil im Gegenwert von weit mehr als hundert Millionen Euro in die Abstiegszone gekauft.

So sieht das gerade aus. Andernfalls wäre Khedira auch gar kein Thema für die Hertha - und andersherum natürlich auch nicht. Und genau deshalb könnte die Versuchsanordnung sogar Sinn machen, vorausgesetzt, der Ex-Nationalspieler ist noch gut genug beisammen, um nicht nur aufgrund seiner unbestrittenen Persönlichkeit hilfreich zu sein, sondern ganz konkret auch sportlich. Das bleibt das schwer kalkulierbare Risiko bei der Verpflichtung eines nicht ganz billigen Mannes: Den Respekt der Mitspieler kann Khedira nur gewinnen, wenn diese Hochachtung sich nicht nur aus der Vergangenheit des Weltmeisters labt.

Unbestritten ist, dass es einer individuell recht begabten Berliner Truppe an jemandem fehlt, der den Laden auf dem Platz zusammenhalten kann. Draußen in der Coachingzone ist dafür inzwischen Pal Dardai gefunden, ein Malocher, der weiß, wie man Teams zusammenklebt. Khedira seinerseits gehörte, wiewohl Zeit seiner Karriere kritisiert, in der Nationalmannschaft stets zu den absoluten Führungsfiguren mit dem engsten Draht zum Bundestrainer. Aber spätestens bei der WM 2018 war sichtbar, dass es ihm an Schubkraft mangelte. Zusammen mit Mario Gomez war er der Erste, den Joachim Löw verabschiedete. Die Spieljahre danach bestätigten den Eindruck, dass es auf allerhöchstem Niveau nicht mehr ganz reicht. Aber Hertha BSC ist ja auch nicht allerhöchstes Niveau.

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