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Auch in Leipzig ein Überflieger André Silva, 28-Tore-Mann aus Frankfurt?
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Auch in Leipzig ein Überflieger André Silva, 28-Tore-Mann aus Frankfurt?

RB Leipzig

Attacke mit Marsch

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der Bundesliga-Check, Teil 13: RB Leipzig – Ein smarter US-Amerikaner lenkt nun den exquisiten Kader des Brauseklubs - reicht’s endlich zum ersten Titel?

Es kam nicht von ungefähr, dass der Tross von RB Leipzig am vergangenen Wochenende vor der Weiterreise ins Trainingslager im österreichischen Saalfelden am Salzburger Flughafen noch einen Abstecher in den „Hangar-7“ unternommen hat, das futuristisch anmutende Glasgebäude von Red-Bull-Impresario Dietrich Mateschitz. Zwischen Helikoptern, Flugzeugen und Formel-1-Boliden wurde den RB-Kickern anschaulich dargelegt, dass es ruhig noch höher hinaus gehen darf. Die sächsischen Berufsfußballer mit dem Bullenlogo auf der breiten Brust dienen als eines der wichtigsten Aushängeschilder für den Getränkekonzern. Geltungsdrang kennt speziell im Spitzensport keine Grenzen.

Wie stark ist der Kader?

Der neue Trainer Jesse Marsch scheint selbst über die Leistungsstärke der von ihm übernommene Mannschaft zu staunen. „Die Potenziale der Spieler sind enorm. Ich finde, wir haben den vielleicht qualitativ breitesten Kader der Liga“, sagt der US-Amerikaner. Gewiss, die Abgänge der Klasseverteidiger Dayot Upamecano (FC Bayern) und Ibrahima Konate (FC Liverpool) reißen eine Lücke, spülten aber einiges Geld in die Kasse. So könnte der Vizemeister weit mehr als 100 Millionen Euro nur an Ablösesummen in neues Personal investieren. Mit Torjäger André Silva, den Verteidigern Mohamed Simakan und Josko Gvardiol, Sturmtalent Brian Bobbey sowie Winterneuzugang Dominik Szoboszlai ist die Spielerdecke qualitativ und quantitativ bestens besetzt. Von einigen Akteuren will sich der Klub noch trennen. Kapitän Marcel Sabitzer könnte sich vor seinem letzten Vertragsjahr nach einem Wechsel umsehen – der Abgang des steirischen Kraftpaketes wäre eine Schwächung.

Worauf steht der Trainer?

Der neue Chef Marsch kam vom Schwesterklub FC Salzburg, um den nach nur zwei Jahren Tätigkeit zum FC Bayern weitergezogenen Julian Nagelsmann zu ersetzen. Der 47-Jährige arbeitete bereits 2018/2019 unter Lehrmeister Ralf Rangnick als Assistent und will wieder mehr auf überfallartiges Umschalten und hingebungsvolles Pressing setzen. Seine Ambitionen sind groß: „Das Ziel ist es, Spiel und Gegner total zu kontrollieren.“ Nebenbei soll die unter Nagelsmann erfolgreich praktizierte Ballbesitzschulung nicht zu kurz kommen, da speziell in der Bundesliga die meisten Gegner sicherlich nicht die Flucht nach vorne antreten.

Wo hapert es noch?

Zu- und Abgänge

Zugänge : Silva (Eintracht Frankfurt), Angelino (Manchester City, nach Leihe fest verpflichtet), Henrichs (AS Monaco, nach Leihe fest verpflichtet), Simakan (Racing Straßburg), Brobbey (Ajax Amsterdam), Gvardiol (Dinamo Zagreb), Wosz (eigene U19), Candido (RB Bragantino, Leihe endet), Saracchi (Galatasaray, Leihe endet), Lookman (FC Fulham, Leihe endet).

Abgänge : Clark (New York Red Bulls, Leihe), Hartmann (SC Paderborn, Leihe), Konate (FC Liverpool), Upamecano (FC Bayern), Kluivert (AS Rom, Leihe endet), Wolf (Borussia Mönchengladbach, nach Leihe fest verpflichtet).

Vor allem an einem Titel. Der Einzug ins Pokalfinale 2019 und 2021, das Erreichen des Champions-League-Halbfinals 2020 sind zwar gut und schön, aber der junge Klub strebt nach mehr. Dass Julian Nagelsmann in seinem letzten Spiel als RB-Coach – dem Pokalfinale gegen Borussia Dortmund (1:4) – taktisch schwer danebenlag, sorgte für einiges Missfallen in der Führungsetage. Die Bilanz gegen die Topteams aus München (in zwölf Pflichtspielen nur ein Sieg) und Dortmund (in elf Partien nur zwei Erfolge) zeigt deutlich, dass es bei der Mentalität einiger RB-Profis noch Luft nach oben gibt.

Wer sticht heraus?

Der Deal mit dem aus Frankfurt losgeeisten Mittelstürmer Silva gilt als verspätete Reaktion auf den nicht aufgefangenen Abgang von Timo Werner vergangenen Sommer. Der Norweger Alexander Sörloth konnte mit sechs Toren in 37 Pflichtspielen die Erwartungen nicht erfüllen. Die Rolle als verlässlicher Torproduzent soll nun der Portugiese Silva bekleiden, der trotz einer enttäuschend verlaufenen EM glaubt, dass der RB-Stil gut zu ihm passen wird. „Aber es ist ein neuer Klub, ein neues Umfeld, es sind neue Teamkollegen“, sagte der 25-Jährige bei seiner Vorstellung, „das muss sich alles erst einspielen und ineinandergreifen.“ Ahnt da einer schon, dass sich die 28 Bundesligatore im Eintracht-Dress nicht so einfach reproduzieren lassen?

Wie geht’s dem Schatzmeister?

Geld war seit Vereinsgründung 2009 das geringste Problem. Wobei die Verantwortlichen am Cottaweg gebetsmühlenartig beteuern, sich als Europapokalteilnehmer dem Financial Fairplay der Uefa zu unterwerfen. Die zuletzt von der DFL veröffentlichten Finanzkennzahlen (für 2019/2020) lauteten: 325 Millionen Euro Umsatz (davon 147 Millionen Euro Personalkosten), Konzernjahresüberschuss knapp neun Millionen Euro. Unklar nur, wie viel davon Red Bull zugebuttert hat. Spektakulär der Schuldenerlass von 100 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018/2019 durch den Geldgeber, womit RB Leipzig auf einen Schlag trotz eines erheblichen Transferminus‘ sein Eigenkapital stärken konnte. Zum Leidwesen der Konkurrenz.

Was ist drin?

Noch reicht es für die Roten Bullen nicht für die Schale. Aber stark genug für die erneute Champions-League-Qualifikation ist dieses internationale Aufgebot locker.

Online finden Sie die Bundesliga-Serie und alle veröffentlichten Tipptabellen unter: fr.de/tipptabelle

Die FR-Tipptabelle.

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