Darmstadt 98

Arminia Bielefeld gegen Darmstadt 98: Mit Fischers Fritz in die Bundesliga

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Ausgerechnet gegen Darmstadt könnte Arminia Bielefeld den Aufstieg endgültig klarmachen.

Stefan Ortega machte kein Geheimnis daraus, wie er am liebsten aufsteigen würde. „Es schließt sich ein Kreis, wenn es gegen Darmstadt passiert“, sagte der Torwart vom Zweitliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld am Montagabend, nach dem 4:0-Sieg gegen Dynamo Dresden, der die Ostwestfalen zum Quasi-Aufsteiger machte. Darmstadt, das bedeutet ja immer noch Trauma für die Arminia, auch sechs Jahre später. 2014 war es Lilien-Profi Elton da Costa, der die Arminia (mit Ortega im Tor) tief ins Herz traf, mit seinem entscheidenden Treffer zum 4:2 in der Nachspielzeit der Verlängerung im Rückspiel der Relegation auf der Bielefelder Alm. Bielefeld stieg damals in Liga drei ab, Darmstadt ging den umgekehrten Weg und startete seinen legendären Durchmarsch bis in die Bundesliga.

Die Dramatik wird dieses Mal, vor Geisterkulisse auf der Alm, weitestgehend ausbleiben. Für Darmstadt, Tabellenfünfter, ist der Zug nach oben so gut wie abgefahren, und was den Aufstieg der Bielefelder anbelangt, so fehlt bei neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang und einem signifikant besseren Torverhältnis als die Verfolger nur noch die mathematische Bestätigung. Würde der VfB Stuttgart am Mittwoch gegen Sandhausen Punkte lassen oder der Hamburger SV am Dienstag gegen Osnabrück (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe), die Bundesliga-Rückkehr der Arminia wäre bereits vor dem Duell mit den Darmstädter am Donnerstag (20.30 Uhr) besiegelt.

Fabian Klos, Zweitliga-Toptorjäger und wie Stefan Ortega Zeitzeuge der Ereignisse 2014, wäre die vorzeitige Aufstiegsbestätigung sogar ganz recht, wie er nach dem Sieg gegen Dresden bekundete. „Wir werden uns die Konkurrenz genau anschauen, vielleicht brauchen wir den Punkt dann gar nicht mehr“, teilte Klos mit. „Ich wäre nicht traurig, wenn uns eine der anderen beiden Mannschaften den Gefallen tut.“

Ein wenig nach Aufstiegsfeier sah es aber bereits am Montag aus, was sich auf dem Rasen in Bielefeld abspielte. Uwe Neuhaus, der nun also mit 60 Jahren erstmals als Trainer in der Bundesliga auftauchen wird, herzte jeden seiner Spieler innig und verriet später, wie er Moral und Stimmung im Team während der Corona-Zeit hochhielt: „Da haben wir Reime aufsagen lassen, echte Kindereien, um die Laune der Truppe aufrechtzuerhalten“, verriet Neuhaus. „Es gab immer einen Loser der Woche, der musste dann Fischers Fritz oder so was aufsagen. Wir haben uns kaputtgelacht.“ Angreifer Jonathan Clauss bekundete derweil, sich womöglich noch einen „Eiweißshake mit Shot“ einzuverleiben. Noch sind sie vorsichtig beim Feiern, die Bielefelder. Noch.

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