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Bester Bielefelder: Torwart Stefan Ortega.
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Bester Bielefelder: Torwart Stefan Ortega.

FR-Bundesliga-Tipptabelle (4)

Arminia Bielefeld: Ein Ramos macht noch keinen Sergio

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der Bundesliga-Check, Teil 4: Arminia Bielefeld. Es könnte so schön sein. Wenn nur die Sache mit dem Toreschießen nicht wäre.

Ach, Arminia Bielefeld. Eigentlich wollten wir Euch in den Arm nehmen, knuddeln und herzen, der Klub von der Alm ist der FR ans Herz gewachsen, gerade auch nach der letzten, im Grunde phänomenalen Saison in der Erstklassigkeit - selbst wenn Ihr den Aufstiegshelden Uwe Neuhaus schnöde rausgeschmissen habt. Offenbar war es die richtige Entscheidung: Der Endspurt mit nur einer Niederlage aus acht Spielen ließ den Klub in den sicheren Hafen segeln, nach einem Rennen im Schlauchboot gegen Motorboote, um ein letztes Mal den sehr rührigen Sportmanager Samir Arabi zu zitieren. Respekt, Arminia Bielefeld, wir ziehen den Hut vor dieser Leistung. Ehrlich.

Wie stark ist der Kader?

Vermutlich schwächer als in der vergangenen Saison. Weil Ritsu Doan zum PSV Eindhoven zurückgekehrt ist und Fabian Klos wieder ein Jahr älter. Beide haben maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt, der filigrane Japaner hat das Spiel der Arminen bestimmt, fünf Tore selbst erzielt, drei vorbereitet, Klos, die Integrationsfigur und Mister Arminia persönlich, hat ebenfalls fünfmal getroffen. Schafft er das nochmal? Zudem ist Sturmpartner Andreas Voglsammer zu Union Berlin gewechselt. Neu geholt haben die Ostwestfalen günstig Zweitligaspieler aus Deutschland. Frankreich, Portugal. Aber ein Ramos macht noch keinen Sergio.

Worauf steht der Trainer?

Die Arminia, sagt der Trainer Frank Kramer, tue gut daran, weiterhin „demütig“ zu sein. Bundesliga ist nicht selbstverständlich, aber das wissen sie in Ostwestfalen ganz genau. Verrückte Sachen machen sie auf der Alm nicht. Vielleicht nur ein bisschen: Kramer will künftig, wie Jogi Löw, mit drei Innenverteidigern verteidigen. Aha. Grundsätzlich wolle man taktisch besser werden, also variabler und weniger leicht ausrechenbar. „Ziel ist“, sagt Kramer, „dass wir uns wie Mainz oder Freiburg in der Liga festbeißen.“ Dafür müsse man sich entwickeln. „Es wäre eine große Leistung, wenn wir das, was wir in der vorigen Saison erreicht haben, bestätigen könnten. Im Fußball hast du die Chance, als David gegen Goliath zu bestehen.“ Was aber, wenn du für Fürth selbst ein kleiner Goliath bist?

Woran hapert es noch?

Trainer Kramer sucht noch einen zentralen Mittelfeldspieler und einen Linksverteidiger, Konstantin Rausch, der als Gast im Trainingslager am Wilden Kaiser mitmachte, soll es nicht sein. Grundsätzlich fällt es den Bielefeldern schwer, Torchancen zu kreieren. Auch das Toreschießen gehört nicht zu ihrer Kernkompetenz. 26 Tore in 34 Bundesligaspielen sind arg mager, nur Absteiger Schalke 04 traf seltener.

Zu- und Abgänge

Zugänge : Guilherme Ramos (CD Feirense), Bryan Lasme (FC Sochaux), Masaya Okugawa (RB Sazburg), Florian Krüger (FC Erzgebirge Aue), Janni Serra (Holstein Kiel), Sebastian Vasiliadis (SC Paderborn), Noel Niemann (Türkgücü München, Leihe endet), Mervin Kalac (SV Lippstadt 08, Leihe endet), Vladislav Cherny (eigene U19)

Abgänge: Can Hayri Özkan (Fortuna Düsseldorf II, vorher an Naestved BK verliehen), Andreas Voglsammer (1. FC Union Berlin), Sven Schipplock (VfB Stuttgart II), Reinhold Yabo (Karriereende), Anderson Lucoqui (1. FSV Mainz 05), Nils Seufert (SpVgg Greuther Fürth), Ritsu Doan (PSV Eindhoven, Leihe endet), Sergio Cordova (FC Augsburg, Leihe endet), Arne Maier (Hertha BSC, Leihe endet), Michel Vlap (RSC Anderlecht, Leihe endet), Masaya Okugawa (FC Salzburg, Leihe endet), Joey Müller (FC Schalke II)), Cebio Soukou (SV Sandhausen), Joan Edmundsson (Vertragsende)

Wer sticht heraus?

Torwart Stefan Ortega natürlich, einer, der mit die meisten Schüsse abwehrte, trotzdem 52 Buden kassierte. Auch auf die Innenverteidiger Amos Pieper und Joakim Nilsson, Sechser Manuel Prietl, Achter Masaya Okugawa und Rechtsverteidiger Cédric Brunner kann man bauen. Ansonsten ist vieles offen und durchschnittlich.

Wie geht es dem Schatzmeister?

Für Corona-Verhältnisse eigentlich gut. Die Pandemie hatte Mindereinnahmen von 13,4 Millionen Euro zur Folge, das ging allerdings, auch weil Finanzgeschäftsführer Markus Rejek sparsam gewirtschaftet hat. Das Eigenkapital ist von Minus 4,8 Millionen Euro (2011) auf Plus 200 000 gewachsen, der Etat liegt inzwischen bei knapp 50 Millionen Euro. „Es wird“, sagt Rejek, „keine Neuverschuldung geben.“

Was ist drin?

Ach, Arminia Bielefeld! Es wird dieses Mal nicht reichen mit dem Klassenerhalt. Das zweite Jahr ist allemal schwerer als das erste, selbst wenn die Aufsteiger Fürth und VfL Bochum auch nicht Angst und Schrecken verbreiten, aber sie bringen Euphorie mit. Und was Aufsteiger alles schaffen können, das hat Arminia Bielefeld in dieser Saison ja selbst gezeigt. Bei aller Sympathie, wir legen uns fest: Platz 17 und zurück ins Unterhaus. Schade.

Online finden Sie die Bundesliga-Serie und alle veröffentlichten Tipptabellen unter: fr.de/tipptabelle

Die FR-Tipptabelle.

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