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Arminia Bielefeld: Dreimal voll erwischt

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Von: Jan Christian Müller

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Auf einer Trage vom Platz: Der Bielefelder Fabian Kunze wird von Sanitätern erstversorgt.
Auf einer Trage vom Platz: Der Bielefelder Fabian Kunze wird von Sanitätern erstversorgt. © IMAGO/Ulrich Hufnagel

Die Ostwestfalen beklagen dritte schwere Kopfverletzung im dritten Spiel in Folge / Der FC Bayern gewinnt 3:0 und kümmert sich vorm Spitzenspiel gegen Dortmund um seine Zukunft.

Keine andere Mannschaft der Fußball-Bundesliga hat es zuletzt ärger erwischt als die tatsächlich bemitleidenswerten Bielefelder Arminia. Das gilt für die desolate sportliche Entwicklung mit nur einem Tor und einem Punkt aus den letzten sieben Spielen (1:17 Tore, 1:19 Punkte). Und es gilt für die schweren Kopfverletzungen, die Bielefelder Profis in drei aufeinanderfolgenden Begegnungen erlitten.

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Mittelstürmer Fabian Klos musste vor zwei Wochen gegen den VfB Stuttgart nach einem Crash mit seinem Mannschaftskameraden Alessandro Schöpf mit einer Fraktur des Gesichtsschädels mit Beteiligung der Stirn und Augenhöhle von Sanitätern vom Feld getragen und später operiert werden.

Verteidiger Cédric Brunner erwischte es vor einer Woche, als er böse mit dem Wolfsburg Jonas Wind kollidierte, kurz bewusstlos war und umgehend in die Klinik verbracht wurde, wo glücklicherweise keine schweren Kopfverletzungen diagnostiziert wurden.

Am Ostersonntag gegen den FC Bayern nun wurde Arminen-Mittelfeldspieler Fabian Kunze vom jungen Bayern-Stopper Tanguy Nianzou mit Anlauf so böse gecheckt, dass nach minutenlanger Behandlung mit einer Halskrause und schweren Prellung von Wirbelsäule und Schulter ebenfalls nur in der Horizontalen das Stadion verlassen konnte.

Nianzou hätte statt Geld durchaus Rot für seine rücksichtslose Aktion verdient gehabt, befand sogar sein Trainer Julian Nagelsmann, der den 19-Jährigen auch als „erzieherische Maßnahme“ zur Pause in der Kabine beließ. Der Bielefelder Trainer Frank Kramer müht sich derweil erkennbar, Kraft aus dem beispiellosen Ungemach zu ziehen, das sich zu allem Überfluss jeweils in der ersten Halbzeit ereignete und somit fundamentalen Einfluss auf das weitere Geschehen gehabt hatte: „Wenn uns das Schicksal einiges in den Rucksack packt, dann gehen wir da noch entschlossener gegen und rücken noch enger zusammen.“ Das dürfte angesichts des aktuellen Zeitlupentempos im Bielefelder Saisonendspurt auch dringend nötig werden.

Müller verlängert bald

Derweil ist bei den Bayern die Lage nach dem 3:0-Pflichtsieg in Bielefeld so: Sie können nächsten Samstagabend gegen Borussia Dortmund bereits die zehnte Meisterschaft in Folge klarmachen. Die Freude darüber hält sich mutmaßlich in jenen Grenzen, die das Aus in DFB-Pokal und Champions League gesetzt hat.

Unterdessen gibt es augenscheinlich gute Nachrichten vom Verhandlungstisch. „Beide Seiten wollen verlängern und ich glaube, dass man da am Ende des Tages eine gute Lösung finden wird“, sagte Klub-Ikone Thomas Müller in Bielefeld. Zudem berichtete Vorstandschef Oliver Kahn als Gast im Sport1-„Doppelpass“, dass ein vorzeitiger Wechsel von Mittelstürmer Robert Lewandowski in diesem Sommer ausgeschlossen ist. „Wir wollen, dass er möglichst lange beim FC Bayern München bleibt.“ Die Bayern sind laut Kahn mit dem Profi und seinem Berater im Austausch.

Gleichzeitig erklärte Kahn einem Werben um Erling Haaland eine Absage angesichts der dazu nötigen Investitionen in Ablöse, Gehalt, Berater und Vater-Gebühren: „Das sind finanzielle Dimensionen, die außerhalb unserer Vorstellungen sind.“ Der FC Bayern könne es sich „im Gegensatz zu englischen Klubs nicht leisten, dass Spieler, die 80, 90 oder 100 Millionen kosten, auf der Bank sitzen. Da müssen wir kreativer sein“. Man darf gespannt sein, ob sie das hinkriegen. jcm/dpa/sid

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