Messi

Argentinische Achterbahnfahrt

Die Familie vor Ort, die Seleccion wieder auf Kurs: Geburtstagskind Messi feiert doppelt.

Gesprochen hat er ja nach jedem Spiel, doch am Sonntag wich die dabei zuvor steinerne Miene einem scheinbar schwer zu bändigenden Lächeln. „Man hat uns ein neues Leben gegeben, und die Chance müssen wir ergreifen“, sagte Lionel Messi nach der argentinischen Achterbahnfahrt ins Viertelfinale der Copa America förmlich in die Mikrofone. Und strahlte dabei zufrieden übers ganze Gesicht.

Die Niederlage gegen Kolumbien (0:2), das ernüchternde Remis gegen Paraguay (1:1), dann kam mit dem 2:0 (1:0) gegen den krassen Außenseiter Katar die „Erleichterung“, wie der fünfmalige Weltfußballer nach dem mühsamen Weiterkommen unumwunden eingestand. Immerhin schob der Barcelona-Star hoffnungsvoll nach: „Jetzt beginnt alles von Neuem.“

Aber bevor es am Freitag im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro gegen Venezuela nun im K.o.-Rhythmus weitergeht, hieß es am Montag erst einmal Geburtstag feiern. Wie in den letzten zwölf Jahren im Kreis der Seleccion. „Aber meine Familie ist hier, und ich werde sie sehen“, sagte der nun 32-Jährige. Ehefrau Antonela, die Söhne Thiago, Mateo und Ciro, Messis Eltern, einer seiner Brüder, alle waren am Sonntag auch in der Arena Gremio.

Überhaupt war die Mehrheit der 41 390 Zuschauer Argentinier, weil sie es bis Porto Alegre nicht weit hatten. „Wie bei der WM“, bekannte der argentinische Kapitän in Erinnerung an 2014. Auch wenn das Turnier – damals mit der Finalniederlage gegen Deutschland – wie all seine anderen im himmelblauen Trikot in einer Enttäuschung endeten. Doch die Hoffnung, endlich einen großen Titel mit Argentinien zu holen, es einem Diego Maradona, der 1986 die Weltmeisterschaft gewann, gleich zu tun, Argentinien nach dem Copa-America-Triumph 1993 endlich mal wieder jubeln zu lassen, stirbt bekanntlich als Letzte.

Schlechter Rasen als Ausrede

So lieferten diesmal Lautaro Martinez (4.) von Inter Mailand, mit fünf Toren Toptorjäger nach der verkorksten WM in Russland, sowie Routinier Sergio Agüero von Manchester City (82.) mit ihren Treffern Grund zum Feiern. Der Gruppensieg ging jedoch an Kolumbien, das beim 1:0 (1:0) dank Torschütze Gustavo Cuellar (31.) gegen Paraguay den dritten Sieg im dritten Spiel feierte.

Das war Lionel Messi jedoch egal. Bevor er sich zu seiner Geburtstagsparty verabschiedete, gab es noch einen Seitenhieb Richtung brasilianische Copa-Organisation. „Alle Plätze, auf denen wir bislang gespielt haben, sind äußerst schlecht.“ Und auch Nationaltrainer Lionel Scaloni bemängelte die Qualität des Rasens: „Auf so einem Acker kann man nicht spielen.“ (sid)

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