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Antoine Griezmann wird seinen künftigen Arbeitgeber eine Ablöse von rund 120 Millionen Euro kosten.

Antoine Griezmann

Antoine, der falsche Romantiker

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Traurig verkündet Starstürmer Griezmann seinen Abschied aus Madrid – er wird wohl bald in Barcelona anheuern.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Vor nicht einmal elf Monaten, Mitte Juni, kurz vor der WM in Russland, verkündete der französische Starstürmer Antoine Griezmann voller Stolz seine Vertragsverlängerung bei Atletico Madrid, fünf weitere Jahre bei den spanischen Hauptstädtern, bis 2023. In einer halbstündigen Doku, die er gemeinsam mit einem TV-Sender aufwendig initiiert, erläuterte der 28-Jährige seine Beweggründe zum Verbleib: „Die Liebe und das Herz waren entscheidend.“ Antoine, der alte Romantiker.

Am Dienstag nun setzte sich Griezmann wieder vor eine Kamera, schwarzes T-Shirt vor weißer Wand, die lockigen Haare perfekt zurechtgewuschelt, diesmal redet er etwas mehr als zwei Minuten. „Es waren fünf unglaubliche Jahre mit fantastischen Momenten“, begann er, die Mundwinkel nach unten gedehnt, traurig dreinblickend: „Ich wollte mich bei allen für die Liebe bedanken.“ Was Griezmann sagen will: Adios Atletico. Höchstselbst verkündete er seinen Abschied aus Madrid, so macht man das offenbar als Starspieler, trotz eines Vertrages bis 2023, trotz der Verlängerung vor nicht einmal elf Monaten.

Nun ist davon auszugehen, dass Atletico über diesen ungewöhnlichen Ablauf informiert war und – so die wahrscheinlichste Variante – das Wechselszenario bereits vor einem Jahr angedacht hatte. Denn neben der Verlängerung des Kontrakts wurde damals auch eine Klausel in das Arbeitspapier von Griezmann integriert, die besagt, dass die festgeschriebene Ablöse zum 1. Juli von 200 auf rund 120 Millionen Euro sinkt. Ohne diese Zeile hätte Griezmann wohl nie einer Ausweitung der Zusammenarbeit zugestimmt.

Atletico wird also bald reichlich Kohle kassieren, von wem ist aber noch nicht ganz klar. Der FC Barcelona gilt als erste Adresse für den französischen Weltmeisterstürmer, die Katalanen hatten schon vor Jahresfrist an Griezmann gebaggert. Wenn nicht doch noch unerwartet Paris Saint-Germain oder Bayern München dazwischengrätschen, wird Griezmann kommende Runde gemeinsam mit Lionel Messi und Luis Suarez eines der besten Offensivtrios der Welt bilden.

Atletico wird also bald reichlich Kohle kassieren, von wem ist aber noch nicht ganz klar. Der FC Barcelona gilt als erste Adresse für den französischen Weltmeisterstürmer, die Katalanen hatten schon vor Jahresfrist an Griezmann gebaggert. Wenn nicht doch noch unerwartet Paris Saint-Germain oder Bayern München dazwischengrätschen, wird Griezmann kommende Runde gemeinsam mit Lionel Messi und Luis Suarez eines der besten Offensivtrios der Welt bilden.

Griezmann, der Weltmeister von 2018, der beste Spieler der EM 2016, war vergangenes Jahr der bestbezahlte französische Sportler. Er kam auf ein Bruttogehalt von 33 Millionen – zusammengesetzt aus Grundgehalt, Prämien und Werbeeinnahmen. In Barcelona dürfte er jenes noch erheblich steigern. Während die Atletico-Ultras ihn deshalb zur Persona non grata machten („Wir hoffen, dass du keine einzige Minute mehr das Trikot von Atletico trägst“) sieht sich Griezmann selbst bereit für diesen Schritt: „Ich brauche eine neue Herausforderung. Ich muss andere Dinge sehen.“ Antoine, der alte Ehrgeizling.

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