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Wenn der Weltmeister und 120-Millionen-Einkauf nur eine Nebenrolle spielt: Antoine Griezmann (li.) feiert den 16-jährigen Ansu Fati.

16-jährige Angreifer des FC Barcelona

Ansu Fati vom FC Barcelona: Der nächste Rekordteenager

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Ansu Fati ist erst 16 Jahre alt und spielt dennoch schon jetzt an der Seite der großen Stars des FC Barcelona groß auf.

Eigentlich ist Lionel Messi ja immer noch ein recht passabler Fußballer. Nun gut, vielleicht nicht in den vergangenen Wochen, da konnte er wegen einer lästigen Wadenblessur nur von der Tribüne aus den anderen hochbegabten Kickern des FC Barcelona zuschauen, aber ansonsten halt. Messi, das ist unumstritten, ist trotz seiner mittlerweile 32 Jahre weiterhin einer der besten Ballstreichler auf diesem Planeten – vermutlich sogar der Beste. Mal abgesehen davon, dass Cristiano Ronaldo das naturgemäß anders sehen wird, wirkt es daher manchmal arg grotesk an, wenn in regelmäßigen Abstände begabte Spieler mal eben in den Weiten des Internets zum „neuen Messi“ gemacht werden, obwohl der alte noch nicht mal weg ist.

Beim spanischen Meister kennen sie dieses irre Phänomen schon länger. Einer dieser vermeintlichen neuen Messis, der echte hat gestern übrigens wieder trainiert, wurde schon 2007 auserkoren, da war der Argentinier gerade selbst erst 21. Bojan Krkic hieß der Mann, wie der fünffache Weltfußballer wurde er in La Masia, der Jugendakademie der Katalanen, fußballerisch entwickelt. Er war ein hochtalentierter Angreifer, der sich mit 17 Jahren und 52 Tagen als jüngster Torschütze des Klubs in die Geschichtsbücher eintrug.

Hoffnungstäger beim FC Barcelona

Das Problem: Krkic spielte zwar 163 Mal für Barca, schaffte den endgültigen Durchbruch aber nie so richtig. Vier Jahre später verließ er den Klub, die anschließenden Vereine wurden immer kleiner – erst war es noch der AC Mailand, später Mainz 05, mittlerweile kickt er mit 29 in den USA. Bojan Krkic, so erklärte er später, haben die Erwartungen zermürbt. „Ich verspürte einen Druck, der nie verschwand.“ Logisch eigentlich.

Dieser Tage schickt sich ein neuer Mann im blau-roten Dress an, die allergrößten Erwartungen im Umfeld zu schüren: Anssumane, genannt Ansu, Fati, noch ein Teenager, gerade mal 16 Jahre jung. Am 25. August feierte er wegen der verletzungsbedingten Abwesenheit einiger Stars sein Debüt bei den Profis, als jüngster Barca-Spieler aller Zeiten. Mittlerweile hat er schon dreimal bei den Großen mitspielen dürfen, und dabei selbst riesig aufgetrumpft. Zwei Tore und eine Vorlage steuerte er bisher bei, mit 16 Jahren und 304 Tagen avancierte er zum jüngster Torschützen in der Klubhistorie – und löste damit Krkic ab. Auch am vergangenen Wochenende war er beim 5:2-Erfolg gegen den FC Valencia einer der auffälligsten Akteure.

Ansu Fati zu seiner Rolle beim FC Barcelona: „Es ist mir eine Ehre“

Nicht nur, dass der noch wie ein Balljunge anmutende Techniker, beim 1:0 nach 120 Sekunden den Ball energisch ins Netz ballerte, gerade vor dem 2:0 nur fünf Minuten später blitzten seine herausragenden Fähigkeiten auf. Mit viel Tempo dribbelte er sich von der linken Außenbahn in den Strafraum, ein Wackler mit dem Hintern, den Gegenspieler damit aus der Balance getänzelt, schon war er vorbeigehuscht und legte präzise für Torschütze Frenkie de Jong auf. Nicht schlecht, eher richtig stark. „Er ist ein Angreifer, der ins Eins-gegen-Eins geht, der einen guten Abschluss hat. Er ist jung, aber er hat einige Vorzüge: Dribbling, Selbstvertrauen – und er ist ein ausgeglichener Junge“, lobte Trainer Ernesto Valverde, der den Druck bewusst rausnehmen will: „Es ist nicht normal, dass er mit dem ersten Ballkontakt trifft und mit dem zweiten eine Vorlage gibt. Wir dürfen nicht zu viel von ihm erwarten.“

Borussia Dortmund: Paco Alcácer - wie ein guter Tempranillo

Ansu Fati wurde in Guinea-Bissau geboren, mit sechs Jahren zog er aus dem afrikanischen Land nach Spanien, wo er sich kurz darauf der Jugendakademie des FC Sevilla anschloss. Nur wenige Wochen später wollten die beiden Topklubs des Landes, neben Barcelona auch Real Madrid, Ansu verpflichten. Er entschied sich für den hervorragenden Ruf von La Masia, wurde seit 2013 dort von den erfahrenen Jugendtrainern unter die Fittiche genommen. Mittlerweile besitzt er einen Vertrag bis 2022, inklusive einer Ausstiegsklausel in Höhe von 100 Millionen Euro.

Auftakt der Champions League: Die große Unwucht

„Es ist mir eine Ehre, der jüngste Torschütze in der Geschichte Barcelonas zu sein. Hoffentlich kann ich noch viele Tore in diesem Trikot schießen. Ich werde versuchen, jede Chance zu nutzen“, sagt Fati. Vermutlich wird er heute im Duell bei Borussia Dortmund (21 Uhr) eine bekommen. Zumindest dann, wenn ihm seine Eltern die schriftliche Genehmigung erteilen. Ohne diese Zustimmung wäre ein Einsatz bei einem derart späten Abendspiel für den 16-Jährigen nicht erlaubt.

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