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Ansage zum Abschied von Almuth Schult

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Von: Frank Hellmann

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Alles im Griff: Almuth Schult.
Alles im Griff: Almuth Schult. © AFP

Die Keeperin hat den Kampf ums deutsche Tor noch nicht aufgegeben. Am Samstag steht sie mit dem VfL Wolfsburg im Pokalfinale gegen Turbine Potsdam.

Almuth Schult ist dieser Tage ziemlich nah am Wasser gebaut. Mehrfach bekam die Torhüterin des VfL Wolfsburg feuchte Augen, als sie über ihren bevorstehenden Abschied sprach: Das DFB-Pokalfinale gegen Turbine Potsdam (Samstag 16.45 Uhr/ARD) wird das vorläufig letzte Spiel auf deutschem Boden für die charismatische Persönlichkeit. Bislang sind 14 000 Karten fürs Endspiel in Köln verkauft. Schult hielte eher 25 000, 30 000 zwar für angemessener, aber der Rahmen wird ohnehin ein ganz besonderer sein, weil erstmals die gesamte Familie, beide Eltern, Ehemann und die Zwillinge aus dem Wendland ins Rheinland reisen. Als die 31-Jährige am Dienstag davon erzählte, dass die Schwester für Vater und Mutter auf den Bauernhof aufpasse, kullerten die Tränen.

Nach neun Jahren bei den Niedersachsen endet das prägendste Kapitel ihrer Laufbahn – und danach beginnt das Abenteuer beim US-Profiklub Angel City. Für Schult ist es der Anreiz, sich einerseits in einer „super ausgeglichen Liga“ zu beweisen, andererseits Teil einer Klub-Philosophie zu sein, die von einer Frauen-Bewegung um Hollywoodstar Natalie Portman getragen wird. „Der Verein hat einen Auftrag. Und ich kann sehen, was machen sie anders und das dann vielleicht mitbringen.“

Völlig ausschließen, später noch in Deutschland weiterzuspielen, will sie nicht, obwohl ihr dafür nicht viele Vereine einfielen. Aber Nationaltorhüter Manuel Neuer (35), die Legende Gigi Buffon (44) oder der Schotte Allan McGregor (40) würden ja zeigen, wie lange es auf höchstem Niveau gut gehen kann.

Außer Frage steht, dass sie auch aus den USA weiter der Nationalmannschaft dienen möchte, auch wenn sie nicht wisse, wie ihr der Jetlag zu schaffen mache. Zuvor steigt bald mit der EM in England (6. - 31. Juli) ein Turnier, das dem gesamten Frauenfußball auf die Sprünge helfen soll. Nicht nur hierzulande.

Merle Frohms unter Druck

Alles deutet darauf hin, dass die bis 30. Juni noch bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag stehende Merle Frohms im DFB-Team die Nummer eins sein wird. Seit dem WM-Aus 2019 hat Schult kein einziges Länderspiel gemacht, sie bleibt aber unverdrossen optimistisch. „Ich bin wieder am Leistungsmaximum. Ich möchte es der Bundestrainerin so schwer wie möglich machen. Ich sehe nicht, dass die Entscheidung schon in Stein gemeißelt ist“, betonte die 64-fache Nationaltorhüterin. Wenn sie doch nur die Nummer zwei sei, werde sie „als Mannschaftssportlerin“ auch diese Rolle annehmen. Schult betonte ausdrücklich das „freundliche Verhältnis“ zu der nach Wolfsburg zurückkehrenden Frohms. In den Anfangszeiten beim VfL habe sie mit ihrer Nachfolgerin „gemeinsam fürs Abitur“ gelernt und später habe man sich „nebeneinander und miteinander entwickelt.“

Sollte heißen: Einen Zickenkrieg unter der Latte wird es in der EM-Vorbereitung nicht geben, wohl aber einen Konkurrenzkampf. Zuvor will die Meinungsmacherin beim Pokalfinale vor den Augen von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und deren gesamten Trainerstab Werbung in eigener Sache betreiben. Das Double, sagte Schult, wäre zum Abschluss eine „wundervolle Zugabe“. Und schon wieder standen ihr Tränen in den Augen.

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