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Bisher ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage, eine Absage: Die Lilien um Dursun (li.) und Mehlem sind gegen St. Pauli gefordert.

Darmstadt 98

Angriff der XXL-Männer

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Die Lilien sind „absolut heiß“ aufs Heimspiel gegen den FC St. Pauli, dem Trainer Markus Anfang große Qualität bescheinigt. In der Vorbereitung auf das Spiel hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen.

Ein Spiel dauert 90 Minuten, eine uralte Fußballweisheit, die zumindest dann einigermaßen zutrifft, gestehen die Schiedsrichter den Begegnungen nicht übergebührlich lange Nachspielzeiten zu. Zwar werden es auch in diesem Fall selten exakt 90 Minuten Ballgekicke, aber gut, alle verstehen ja, wie die Aussage ursprünglich mal gemeint war. Alle außer Markus Anfang. Diesen Eindruck vermittelte der Trainer des Zweitligisten Darmstadt 98 dieser Tage jedenfalls, als er seine Mannschaft satte 100 Minuten in einem XXL-Übungskick gegeneinander antreten ließ, als Ersatz für das coronabedingt abgesagte Pflichtspiel beim VfL Osnabrück.

Viermal 25 Minuten hetzten die Darmstädter Profis über den Rasen, und ihr Coach war hinterher mit dem ihm Gezeigten äußerst zufrieden: „Wir haben versucht, eine Wettkampfbelastung nachzustellen. Es war gut und wertvoll.“ Er habe seine Spieler in verschiedenen taktischen Grundordnungen gegeneinander antreten lassen, um die Ausrichtung des kommenden Gegners zu simulieren, jene des FC St. Pauli. An diesem Samstag (13 Uhr) erwarten die Hessen die Hamburger im eigenen Stadion - eine schwierige Aufgabe, wie Anfang findet, und das nicht nur, weil heute keine Fans am Böllenfalltor zugelassen sind: „St. Pauli hat sich im Sommer gut verstärkt. In ihren Reihen haben sie eine hohe individuelle Qualität.“ Den FC St. Pauli, aktuell Tabellensiebter, zählt Markus Anfang zu den Aufstiegskandidaten, wenngleich der erstligaerfahrene Angreifer Giudo Burgstaller in den kommenden Wochen verletzt fehlen wird. „Sie spielen richtig guten Fußball“, ist Anfang voll des Lobes.

Freilich eine Aussage, die gleichermaßen auf seine Mannschaft zutreffend ist. Die Darmstädter waren in allen drei Spielen bisher die bessere Elf, haben ligaweit den meisten Ballbesitz und die meisten Pässe an den eigenen Mitspieler gebracht. „Wir sind sehr weit, können auf verschiedene Varianten reagieren und auch selbst agieren, in dem wir unser Spiel durchbringen. Ich bin überzeugt, dass die Jungs in der Lage sind, ein gutes Spiel zu machen“, sagt Anfang, der sich sicher ist, dass sein Team gerade wegen der fast dreiwöchigen Pflichtspielpause heute Mittag „absolut heiß auf Wettkampf“ sein wird.

Allerdings: Eng könnte es mit einem Einsatz von Victor Palsson werden. Der defensive Mittelfeldspieler kehrte angeschlagen von der isländischen Nationalmannschaft zurück und konnte im Wochenverlauf nur individuell trainieren. Erste Alternative ist Nicolai Rapp.

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