Verzicht auf Aufstiegsrunden

Amateurfußball in Hessen: Im September soll es losgehen

Erst Testkicks, dann Pokal- und Ligapartien: Der Plan zur Wiederaufnahme des Fußballbetriebs in Hessen steht fest.

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) rüstet sich für den Punktspielstart am ersten September-Wochenende und hat am Samstag in seiner Vorstandssitzung weitere für die Vereine wichtigen Eckdaten und Vorgehensweisen besprochen. Freundschafts- und Testspiele sind in Hessen ab dem 1. August wieder möglich. Den frühestmöglichen Austragungstermin für die als Pflichtspiele zählenden Pokalpartien legte der Verbandsvorstand auf den 15. August fest. Voraussetzung für die Austragung von Spielen ist in allen Fällen, dass das HFV-Hygienekonzept – das in Kürze veröffentlicht wird – oder ein eigenes behördlich genehmigtes Hygienekonzept der Vereine Anwendung findet.

„Wir sind alle voller Vorfreude auf die neue Saison. Dennoch bleibt die beschlossene vierzehntägige Frist vom Testspiel- bis zum möglichen Pflichtspielstart bis Mitte August wichtig, auch um präventiv Verletzungen zu vermeiden“, erklärte Stefan Reuß, Präsident des Hessischen Fußball-Verbands.

In der Zeitspanne vom ersten September-Wochenende bis hin zum Rundenende am 13. Juni 2021 wartet auf die Vereine ein straffes Programm. Durch das Aussetzen des Abstiegs sind einige Ligen aufgebläht, was eine kürzere Winterpause und Spieltage unter der Woche zur Folge haben wird.

Nach einem Beschluss des Verbandsspielausschusses wird es deshalb nach Ende der Spielzeit 2020/21 zu den Verbandsspielklassen (Gruppenliga bis Hessenliga) keine Aufstiegsrunden geben. Mit dieser Entscheidung soll ein Puffer bei Terminproblemen geschaffen, aber auch die Abstiegsszenarien in den jeweiligen Ligen abgemildert werden. Ziel sei es, die Ligastärken in einem überschaubaren Zeitrahmen wieder auf „Normalmaß“ zu begradigen, so der HFV.

Heißt konkret für die kommende Saison: Nur die Meister der Kreisoberligen, der Gruppenligen und der drei Verbandsligen dürfen in Hessen aufsteigen. Ausnahme ist die fünfte Liga, die Hessenliga: Hier bekommt der Tabellenzweite die Möglichkeit, sich in einer Aufstiegsrunde für die Regionalliga Südwest zu qualifizieren. „In diesem Fall greifen die Regeln der Regionalliga und nicht die des HFV“, erklärt Verbandsfußballwart Jürgen Radeck.

In einem sind sich die verantwortlichen Funktionäre einig: Aufgrund der ungewissen Corona-Lage sollen die Vereine mit Spielverlegungswünschen sparsam umgehen. Terminverschiebungen „nach hinten“ sollen ausbleiben. „Wir wollen keine ungeraden Tabellenbilder für den Fall, dass die Saison wieder abgebrochen werden muss und eine Quotientenregel beim Ermitteln der Endstände herangezogen wird“, sagte etwa Hanaus Kreisfußballwart Dirk Vereeken.

Sollte gar eine zweite Welle kommen und das Gros der Spiele nicht ausgetragen werden können, stünde auch eine Annullierung der Runde zur Diskussion. Klar scheint indes: Eine Wertung mit Auf-, aber ohne Abstieg wird es kein weiteres Mal geben, sonst droht das Spielklassensystem zu kollabieren.

Hygiene-Seminare als Pflicht

Den Kreisfußballausschüssen wurde zur Abwicklung des Spielgeschehens weitgehend freie Hand gelassen. Einfachrunden und Ligateilungen wären möglich. In den Kreisen Büdingen und Hanau werden klassische Spielzeiten mit Hin- und Rückrunde ausgespielt. „Im Rhein-Main-Gebiet gibt es viele Kunstrasen- und Hartplätze, ich sehe da wenig Probleme“, sagt Vereeken, der für den Fußballkreis Hanau eine Relegation im Anschluss der Runde plant. Die Vereinsvertreter aus dem Kreis Offenbach treffen sich heute zu einer Besprechung für die kommende Runde.

Der HFV bietet in dieser Woche täglich Online-Seminare zum Thema „Sichere Rückkehr in den Spielbetrieb“ an. Die Teilnahme ist für den Hygienebeauftragten der Vereine im Kreis Offenbach verpflichtend. Ohne die Teilnahme an dem Online-Seminar und die Vorlage eines Hygienekonzeptes für den Spielbetrieb wird den Vereinen kein Freundschaftsspiel genehmigt.

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