Sehr her, ich kann´s: Der Dortmunder Doppeltorschütze Mats Hummels in Bielefeld.
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Sehr her, ich kann´s: Der Dortmunder Doppeltorschütze Mats Hummels in Bielefeld.

Kommentar

Als Trainer ungerecht bewertet

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Lucien Favre wäre sehr geholfen, könnte der angeschlagene Doppeltorschütze Mats Hummels nächste Woche im Topspiel gegen die Bayern mitmachen. Ein Kommentar.

Lucien Favres Mienenspiel sprach Bände. Sorgenvolle Blicke bestimmten mal wieder das Erscheinungsbild beim Trainer von Borussia Dortmund: Weil Mats Hummels beim Auswärtssieg in Bielefeld (2:0) mit einer Oberschenkelverletzung vom Feld humpelte. Ein Ausfall käme zur Unzeit. Der Weltmeister war schon gegen Schalke als Torschütze in Erscheinung getreten, nun erledigte er auch noch Aufsteiger Arminia im Alleingang. Der 31-Jährige ist die verlässlichste Stütze der funktionierenden BVB-Defensive, die in fünf der sechs Ligaspiele bislang ohne Gegentor blieb.

Hinten sicher stehen – und vorne ist stets so viel Qualität vorhanden, dass irgendwann ein Tor fällt. Mit dieser Herangehensweise ist den Westfalen in der Champions League auch der Pflichtsieg gegen Zenit St. Petersburg gelungen, beim FC Brügge sollte gleich der nächste folgen, um in der Königsklasse zu überwintern. Unmittelbar danach wird sich der schwarz-gelbe Fokus auf den Showdown gegen den FC Bayern richten. Es gilt in diesem Geisterspiel, den Fluch vom 26. Mai zu vertreiben. Damals raubte ein Geistesblitz von Joshua Kimmich den Dortmundern alle Meisterschaftschancen.

Unter ging in der Bewertung, dass es damals eine Rettungsaktion von Jerome Boateng mit dem Ellbogen gab, bei der Schiedsrichter Tobias Stieler durchaus auf den Elfmeterpunkt hätte zeigen können. Das Fachmagazin „Kicker“ schrieb sogar von einem klaren Fehlurteil. Dass die Diskussionen danach um ein anderes Thema kreisten, hatte sich Favre selbst zuzuschreiben. Denn der 62-Jährige hakte verärgert öffentlich die Meisterschaft ab – nach dem 28. Spieltag. Daraus erging das grundsätzliche Urteil, dass Dortmund unter dem grüblerischen Schweizer keine Titel mehr gewinnt. Ein solch pauschale Bewertung ist nicht nur bei genauerer Betrachtung auf seine Punkteausbeute unfair: Die Bayern spielen nun einmal sportlich wie wirtschaftlich in einer anderen Gewichtsklasse, unter Hansi Flick setzt diese Mannschaft gerade europaweit die Maßstäbe.

Aber es hat auch mit dem Förderer Favre zu tun, dass junge Akteure den Kopf herausstrecken dürfen, dass neben Erling Haaland oder Jadon Sancho auch Giovanni Reyna oder Jude Bellingham als internationale Topstars von morgen gelten. Nein, so viel hat Favre nicht falsch gemacht. Auch die Gesamtstrategie beim BVB stimmt. Es gibt im Sinne einer spannenden Liga daher gute Gründe, nicht nur Hummels eine rasche Genesung, sondern auch Dortmund einen Sieg gegen die Bayern zu wünschen. Was auch Favres Miene aufhellen würde.

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