+
Der DFB nimmt Stellung

EM 2024

Alles wird gut

  • schließen

Der DFB betont, es gäbe keine verfassungswidrigen EM-Vorgaben.

Der Europäische Fußballverband (Uefa) hat sich genau an die Verpflichtung gehalten, die er auch von den Bewerberstädten für die EM 2024 verlangt. Möglichst den Mund halten zum Bewerbungsverfahren. Anfragen des ARD-Politikmagazins Panorama zu den zweifelhaften Verpflichtungserklärungen, die die Kandidaten absegnen müssen, so sie denn Erfolg haben wollen, ließen die Funktionäre in Nyon unbeantwortet. So viel zum Thema Transparenz.

Der Deutsche Fußballbund immerhin reagiert auf Fragen der FR und auf die Kritik des ehemaligen Richters am Bundesverfassungsgericht Wolfgang Hoffmann-Riem. Die DFB-Pressestelle weist die Einwände des renommierten Staatsrechtlers, Teile der Verpflichtungserklärung seien verfassungswidrig, zurück. „Der gesamte Auswahlprozess wurde transparent durchgeführt, mit enger Begleitung durch Transparency International. Zudem wurden weitere externe Experten einbezogen – Hinweise auf verfassungsrechtliche Bedenken erhielten wir in diesem Prozess keine“, heißt es in der Mitteilung.

Hoffmann-Riem hatte in dem TV-Beitrag beklagt, dass das Demonstrationsrecht im Umfeld der EM-Stadien eingeschränkt werde und mit Rücksicht auf die kommerziellen Interessen der EM-Sponsoren auch im Grundgesetz garantierte Rechte der Berufs- und Gewerbefreiheit eingeschränkt würden. Die Uefa hatte das Demonstrationsverbot zuvor damit begründet, dass „Sport und Politik nicht vermengt werden sollten“. Angesichts der Tatsache, dass sich Fußballfunktionäre gerne an der Seite der Mächtigen dieser Welt sonnen (und umgekehrt) eine natürlich sehr einleuchtende Begründung.

Angesichts der Tatsache, dass die Türkei, deren Machthaber tagtäglich Demokratie- und Menschenrechte über Bord wirft, einziger Mitbewerber um das kontinentale Fußballfest ist, ist der Satz in der DFB-Erklärung, „im internationalen Bewerbungsverfahren der Uefa wird am Ende der Bewerber ausgewählt wird, der die Anforderungen der Uefa bestmöglich erfüllt“, ein höchst verräterischer. Sämtliche Anforderungen an die Bewerberstädte dienten dem Zweck, ein sicheres, reibungsloses und friedliches Fußballturniers durchzuführen, schreibt der DFB. „Keinesfalls werden Demonstrationen, Veranstaltungen oder ähnliches per se undurchführbar.“

Die Frage der FR, ob Bremen als Kandidat auch deshalb ausgeschieden ist, weil der Senat die Verpflichtungserklärung eigenhändig um ihm verfassungsrechtlich fragwürdige Passagen umgeschrieben hat, ließ der DFB genauso unbeantwortet wie die Frage danach, ob Frankfurt auch deshalb Letzter im Ranking der schließlich ausgewählten Städte geworden ist, weil die Stadt sich dem Uefa-Begehren verweigerte, das Nachtflugverbot aufzuheben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare