+
Unter Beobachtung: Dieter Hecking kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Zweite Liga

Alle schauen auf Hecking

Favoritentreffen in Nürnberg: Der HSV gastiert beim Absteiger FCN.

Für einen Hamburger wird es mit großer Wahrscheinlichkeit Beifall geben, für einen anderen sicherlich Pfiffe. Wenn der Hamburger SV im Zweitliga-Montagsspiel (20.30 Uhr) beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg aufläuft, geht es nicht nur um ein Duell zweier Aufstiegsfavoriten. Es ist auch ein Abend der Emotionen. HSV-Trainer Dieter Hecking, der die Nürnberger einst als Coach vor dem Abstieg bewahrte, kann sich der Zuneigung der Club-Fans gewiss sein. Dagegen ist Tim Leibold in Ungnade gefallen.

Der 25 Jahre alte Linksverteidiger, der vier Jahre in Nürnberg spielte, hatte in der vergangenen Saison den Fans Hoffnung gemacht, dass er bei einem Abstieg „nicht direkt die Flucht ergreift“, wie er in einem Interview verkündete. Es kam aber anders. Der HSV wollte ihn, der HSV bekam ihn. Die Anhänger der Franken nehmen dem talentierten Abwehrmann den Wechsel übel.

Ein anderer Nürnberger in HSV-Diensten kann sich die Reaktionen der Fans im Max-Morlock-Stadion ersparen. Für den ebenfalls vor wenigen Wochen verpflichteten Ewerton kommt ein Einsatz nach Verletzungspause und später erfolgtem Trainingsstart noch nicht infrage.

Auch wenn die Mannschaft jetzt anders aussieht als zu seinen Zeiten, lobte Hecking die Nürnberger, die ohne ihn „den Klassenerhalt damals sicher nicht geschafft“ hätten, wie der damalige FCN-Manager Martin Bader gestand. „Das ist eine gute Mannschaft. Sie lebt von körperlicher Robustheit“, sagt Hecking über den heutigen FCN. Das Spiel am Montag sei „eine Aufgabe, die uns alles abverlangen wird“.

Trotz der Anspannung gibt es bei Hecking auch Vorfreude auf eine Rückkehr. „Sportlich und privat war Nürnberg eine tolle Adresse. Da haben sich Freundschaften entwickelt, die bis heute Bestand haben“, sagt er. Von einem Highlight wollte der 54-Jährige jedoch nicht sprechen. Die Bedeutung des Punktesammelns geht vor Emotionen.

Noch arbeitet der Trainer am Personalpuzzle. Neben Ewerton fallen zwei weitere Innenverteidiger aus: der Schotte David Bates (muskuläre Probleme) und der Niederländer Timo Letschert (Knieblessur). Zudem ist die Zusammensetzung des Mittelfeldes offen. Dabei lobt Hecking Zugang Sonny Kittel, der sich Hoffnung auf einen Einsatz in der Startelf machen kann. „Er ist auf einem richtig guten Weg“, meint der Coach. Beim Saisonstart vor einer Woche gegen Darmstadt (1:1) wurde der frühere Ingolstädter erst nach rund einer Stunde eingewechselt.

Nach dem Start-Remis und vier nicht gewonnenen Testspielen gegen namhafte Konkurrenten will der Trainer etwaiger Kritik vorbeugen. „Die Entwicklung meiner Mannschaft gefällt mir“, versichert Hecking. Aufgrund seiner großen Vergangenheit steht der HSV bundesweit unter besonders kritischer Beobachtung. Hecking nervt das. „Es ist in diesem Verein total verankert, dass das Negative erst mal nach Hamburg kommt, bevor es weiter nach Dänemark zieht“, beklagte er. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion