Kurz vor Ende der Saison entlassen: Alfred Schreuder
+
Kurz vor Ende der Saison entlassen: Alfred Schreuder

Alfred Schreuder

Alfred Schreuder bei Hoffenheim: Schlicht zu blass

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
    schließen

Die TSG Hoffenheim und Alfred Schreuder ziehen einen Schlussstrich. Der Niederländer war zu vorsichtig und zurückhaltend. Ein Kommentar.

Erst kürzlich, die TSG Hoffenheim hatte gerade den FSV Mainz 05 mit 1:0 niedergerungen, ist an Alfred Schreuder die berechtigte Frage herangetragen worden, was er über die Europapokalambitionen des Klubs aus dem Kraichgau sagen könne. Die Antwort des Niederländers war so nichtssagend, dass einige der zehn anwesenden Journalisten vor der Video-Leinwand die Augen verdrehten. Warum bitte kann ein Trainer eines auf Platz sieben liegenden Bundesligisten, der gerade mit einem stark ersatzgeschwächten Ensemble im Tableau gepunktet hat, keine konkretere Aussage tätigen?

Es müssen keine marktschreierischen Ansagen sein, und auch platte Sprüche helfen nicht weiter. Aber das markante Erscheinungsbild ist bei diesem Mann nur äußerer Natur. Öffentlich wirkte der aus dem Trainerstab von Ajax Amsterdam losgeeiste Schreuder von Beginn an vorsichtig und zurückhaltend, bald schon blass und spröde.

Und damit war der 47-Jährige zwangsläufig das Gegenteil zu seinem 15 Jahre jüngeren Vorgänger, der ähnlich wie Ralf Rangnick zum Gesicht des Fußball-Projekts im Kraichgau geworden war: Julian Nagelsmann. Schreuder, einst schon Co-Trainer in Hoffenheim, hat diesen (ungerechten) Vergleich immer aushalten müssen; er hat jedoch mit Amtsantritt von ihm gewusst.

Angeblich haben vordergründig die Verstimmungen über die Zukunftsplanung zur sofortigen Beendigung der Zusammenarbeit geführt. Speziell an der Personalie Sebastian Rudy, von Schalke ausgeliehen, sollen sich Differenzen entzündet haben: Der Trainer wollte den 30-jährigen Großverdiener fest verpflichten, Manager Alexander Rosen lieber auf jüngere Spieler bauen.

Acht Heimiederlagen

Die Auflösung des bis 2022 laufenden Vertrags dürfte auch damit zu tun haben, dass die Außendarstellung nicht die Beste war. Dazu vergraulten sage und schreibe acht Heimniederlagen, teilweise der grotesken Art wie beim 1:5 gegen Mainz, das ohnehin noch nicht auf Gedeih und Verderb gebundene Publikum. Mit der Entlassung geht Hoffenheim einen ungewöhnlichen Weg, aber die Verantwortlichen haben nachvollziehbare Gründe, mit einem Trainer nicht weiterzumachen, der sich allein auf Fachfragen beschränken wollte. In einer Unterhaltungsbranche ist das mitunter zu wenig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare