Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Es sieht nicht gut aus: Die Sechziger Abdoulaye Ba (l.) und Milos Dagenek nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum.
+
Es sieht nicht gut aus: Die Sechziger Abdoulaye Ba (l.) und Milos Dagenek nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum.

1860 München

Alarmstufe eins bei 1860

  • VonMaik Rosner
    schließen

Bei 1860 München halten auch die Fans in der Not die Füße still. Der Klub muss am Sonntag in Heidenheim gewinnen, um zumindest den Relegationsplatz in der zweiten Liga zu halten.

An Krisenszenarien hat sich das Publikum beim chaosgeplagten Zweitligisten TSV 1860 München gewöhnt, nicht aber an die wiederkehrende Aussicht auf den „Ober-GAU“, wie Präsident Peter Cassalette den drohenden Abstieg bezeichnet. An diesem Sonntag im Ligafinale beim 1. FC Heidenheim könnte das große Löwen-Leiden der vergangenen Jahre im schlimmsten Fall in den Horror des sportlichen Absturzes umschlagen. Cassalette rief deshalb „Alarmstufe eins“ aus.

Das am Dienstag bezogene und bis Samstag angesetzte Trainingslager in Bad Wörishofen soll helfen, das drohende Unheil abzuwenden. Hasan Ismaik hat zwar bereits zugesagt, die Löwen auch bei einem Abstieg weiter zu unterstützen. Doch Garantien sind bei dem launenhaften Investor so eine Sache, wie etwa bei seinen laut „Sport-Bild“ zunächst zugesagten und nun offenbar eingefrorenen 500 000 Euro für die Nachwuchsabteilung. Gleichzeitig forderte der 40-Jährige vor dem Endspiel auf der Schwäbischen Alb „eine Trotzreaktion“.

Seit Investor Ismaik im Jahr 2011 eingestiegen ist, hat der Verein vor allem mit Chaos und Personalwechseln von sich reden gemacht. Das wissen natürlich auch die Fans, und manche von ihnen haben sich inzwischen von dem Verein abgewendet. Die beiden großen Ultragruppen „Cosa Nostra“ und „Giasinga Buam“ haben sich im vergangenen Sommer sogar aufgelöst, ihnen war das Investorenmodell an sich schon ein Graus bei ihrem Klub. Auch um das kritische Bündnis „Pro 1860“ ist es ruhiger geworden. Aktiv ist es aber noch. Ende April gab es einen Stammtisch zum Thema: „Können Vítor Pereira und seine Millionentruppe Abstiegskampf in der Zweiten Liga? Oder werden die hochtrabenden Pläne des Investors durch einen Abstieg in die Dritte Liga pulverisiert?“

Das sind auch jene Fragen, die gerade den gesamten Anhang umtreiben, je nach Einstellung zu Ismaik mit unterschiedlichem Meinungsbild. Andi Kern, der stellvertretende Vorsitzende und Sprecher der Fan-Dachorganisation Arge, weiß das natürlich. Er findet aber, es sei nicht der richtige Zeitpunkt, Ismaiks Wirken in den vergangenen sechs Jahren zu bewerten. „Mitten im Abstiegskampf Nebenkriegsschauplätze aufzumachen, führt zu nichts“, sagt Kern, „es muss Ruhe im Verein sein, und die ganze Kraft muss gebündelt werden. Es geht darum, die Klasse zu halten. Alles andere muss untergeordnet werden.“

Ähnlich sieht es Franz Hell, ein sogenannter Allesfahrer, der seit den 60er Jahren Löwe ist und für den Auswärtsreisen zum Alltag gehören wie für andere der Wochenendtrip ins Grüne. Hell kennt die Stimmung unter den Fans wie kaum ein anderer und er sieht den Investor durchaus differenziert. „Der Anfang war sehr, sehr holprig. Es ist zu Missverständnissen auf beiden Seiten gekommen. Ich habe am Anfang das Gefühl gehabt, dass die beiden Seiten nicht zusammenpassen“, sagt Hell über Ismaiks Engagement. Inzwischen sei er aber der Meinung, „dass die Zusammenarbeit mit Ismaik wahrscheinlich die einzige Chance ist, die der Verein überhaupt noch hat, um irgendwann wieder auf die Beine zu kommen“.

Als der Jordanier Ismaik bei 1860 vor sechs Jahren einstieg, war eine Insolvenz nur dank seiner Millionengaben zu verhindern. „Ohne ihn würde es uns wahrscheinlich seit 2011 nicht mehr geben, zumindest nicht in der Form“, sagt Hell. Er weiß aber auch: „Sicherlich hat er schon seinen Anteil am Chaos-Image. Er hat viel Vertrauen verloren, weil er sehr impulsiv ist.“ Die Schulnote 3 minus vergibt Hell für die bisherige Zusammenarbeit zwischen Investor und Verein. Dennoch hält er die Kritik an Ismaik zuweilen für realitätsfremd. Zumal der Klub ihn lange als „Melkkuh“ verstanden habe, die nur das Geld gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare