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Niko Kovac will aufrecht stehenbleiben.

Fußball-Bundesliga

Akute Sturzgefahr für München und Dortmund

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In Freiburg und in Wolfsburg geht es größtenteils schon um das, was eine Woche später in München stattfindet: das Duell Bayern gegen Dortmund. Ein Kommentar.

Am 30. März spielt der FC Bayern beim SC Freiburg, während es Borussia Dortmund im heimischen Westfalenstadion mit dem VfL Wolfsburg aufnimmt. Die Ansetzungen sind ordnungsgemäß im Spielplan hinterlegt, Anpfiff ist jeweils nachmittags um halb vier, und dieser traditionelle Fuffzehndreißig-Termin verstärkt nur die Illusion, dass es sich hier um zwei gewöhnliche Bundesligaspiele handelt, die für sich stehen. Tun sie natürlich nicht. In Freiburg und in Wolfsburg geht es größtenteils schon um das, was eine Woche später in München stattfindet: das Duell Bayern gegen Dortmund.

Punktgleich beäugen sich die deutschen Topteams ja gerade an der Spitze der Tabelle, weshalb es heute auf den Stellvertreterschauplätzen in Südbaden und in Ostwestfalen weniger um Punkte im eigentlichen Sinne geht als um eine gute Ausgangslage fürs Gigantentreffen in sieben Tagen. „Wir wollen als Tabellenführer in das Spiel gegen Dortmund gehen. Und dann hat Deutschland das, was man sich immer erhofft: einen Clasico auf Augenhöhe“, hat Bayern-Trainer Niko Kovac gesagt und damit auch Druck auf die Freiburger und Wolfsburger gemacht, denn wer würde sich diesem Deutschland schon in den Weg stellen wollen, wenn es mal so etwas wie Hoffnung verspüren darf.

Weder dem FC Bayern noch dem BVB dürfte es gelingen, sich innerlich in Gänze frei zu machen vom Schwergewichtskampf in der Münchner Arena eine Woche drauf. Das ist die Gefahr. In Freiburg warten unerhörte Temperaturen auf die Bayern, außerdem wartet ein Fußballplatz, der kurz ist und schmal und über ein seltsames Gefälle verfügt. Einmal haben die Bayern 1:5 verloren auf diesem Schildbürgerstreich eines Fußballplatzes – ein Jahr, nachdem sie dort 1:3 verloren hatten, ein Jahr, bevor sie erneut 1:3 verlieren würden. Dass das alles ein Vierteljahrhundert her ist und Männer namens Wassmer, Kohl und Decheiver für die Tore sorgten – nicht so wichtig. Seit diesen Tagen befällt die Breisgauer jedes Mal aufs Neue das merkwürdig konkrete Gefühl, dass eine Sensation in der Luft liegt, wenn der Bayern-Bus an der Dreisam vorfährt, ein Fußballaufstand.

Dass in Dortmund so gut wie gar nichts in der Luft liegt, wenn der VfL Wolfsburg vorfährt, macht es nicht leichter für den BVB, mit beiden Beinen in der Gegenwart zu bleiben und nicht wenigstens ein Bein schon in der nächsten Woche zu platzieren. Die Sturzgefahr ist akut, für München, für Dortmund, aber Niko Kovac muss sich nicht sorgen. Auch in Bauchlage kann man sich auf Augenhöhe begegnen.

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