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Flick zu „One Love“-Eklat: DFB-Team „geschockt“

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Von: Sascha Mehr, Tobias Utz

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Die Lage rund um die Weltmeisterschaft in Katar im Überblick: der News-Ticker am Dienstag, 22. November. 

+++ 16.37 Uhr: Auch Joshua Kimmich wird direkt zum Start der PK zum Thema befragt. Demnach seien er und das Team wenig in die Entscheidung an sich eingebunden gewesen. Diese habe eher beim Verband gelegen. Das Team habe sie aber mitgetragen. Er selbst sei „verwundert“ gewesen, da die Binde vor ein paar Wochen noch „madig geredet“ worden sei, sprich gesagt wurde, dass die Aktion nichts bringe. Nun habe er das Gefühl, dass solche Aktionen durchaus als wichtig wahrgenommen werden. Nichtsdestotrotz freue er sich auf das morgige Spiel und, dass es „endlich losgeht“. Zudem sagte Kimmich sehr deutlich: „Ich bin davon überzeugt, dass wir morgen gewinnen werden.“

„One Love“-Streit: Flick gibt Einblick in Entscheidung - und plant selbst keine weitere Aktion

+++ 16.24 Uhr: In der offiziellen DFB-Pressekonferenz äußerte sich Bundestrainer Hansi Flick einen Tag vor dem Auftaktmatch gegen Japan auch zum Eklat um die „One Love“-Binde. Gleich zum Start kommt die Frage, ob Flick als Trainer oder die Mannschaft nun noch eine andere Aktion plane. Flick atmet tief ein, meint dann aber, dass er sich freut, dass diese Frage gleich zum Beginn gestellt wird. Dann führt er aus: „Zu der ‚One Love‘-Binde ist zu sagen, dass der DFB ein Zeichen setzen wollte. Die FIFA hat dem einen Riegel vorgeschoben und mit Strafen gedroht. Wir alle wussten nicht, um welche Strafen es sich handelt. Für die Verbände war das sehr kurzfristig. Ich finde: Wenn man gemeinsam so eine Aktion macht, sollte man auch gemeinsam zu den Entscheidungen stehen. Deshalb denke ich nicht, dass es was bringt, wenn ich noch etwas machen würde.“

Auch von der Mannschaft ist demnach wohl keine weitere Protest-Aktion zu erwarten. Das Team sei aber „geschockt“ gewesen über den Schritt der FIFA. Später erklärt Flick die Entscheidung des DFB weiter. Demnach habe man intern auch über die Option gesprochen, dass der Kapitän zum Anpfiff mit einer Gelben Karte verwarnt worden wäre. Dann hätte man den Kapitän von Spiel zu Spiel gewechselt, „das wäre ja kein Problem gewesen“, meint Flick. Das Problem sei aber einerseits gewesen, dass die FIFA nicht genau gesagt habe, welche Sanktionen man verhängen würde. Andererseits setzte die Kurzfristigkeit den Verband und die Spieler massiv unter Druck. Diesen wollte man mit der Entscheidung gegen die Binde von den Spielern nehmen. „Schade, dass man für Menschenrechte nicht mehr gerade stehen kann“, fügt er an.

„One Love“-Eklat eskaliert weiter: DFB will offenbar rechtliche Schritte gegen FIFA-Verbot einleiten

+++ 15.05 Uhr: Der Streit zwischen der FIFA und dem DFB geht offenbar in die nächste Runde, wie die Bild berichtet. Demnach plane der Deutsche Fußball-Bund, rechtliche Schritte vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne einzuleiten. Es wird die Möglichkeit eines sogenannten Antrags auf vorläufigen Rechtsschutz bei der Ad-Hoc-Division des CAS geprüft, so die Bild.

„Die FIFA hat uns ein Zeichen für Diversität und Menschenrechte verboten. Sie hat dies mit massiven Androhungen sportlicher Sanktionen verbunden, ohne diese zu konkretisieren. Der DFB prüft, ob dieses Vorgehen der FIFA rechtmäßig war“, bestätigte Steffen Simon, DFB-Pressesprecher, gegenüber der Bild.

Erreichen will der DFB demnach, dass Kapitän Manuel Neuer die „One Love“-Binde spätestens im zweiten Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien tragen darf. Für die Partie gegen Japan ist das auch noch möglich, wird aber sehr knapp, weil das CAS eine Prüfzeit von bis zu 48 Stunden hat. Der DFB-Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz würde sich auf alle Spiele der DFB-Auswahl in Katar bis zum Ausscheiden oder Erreichen des Endspiels beziehen, so die Bild.

Wird dem DFB der vorläufige Rechtsschutz gewährt, könnte die FIFA den DFB also wohl erst nach dem Ende der WM sanktionieren. Das erscheint jedoch wenig sinnvoll und unverhältnismäßig, sollte Deutschland etwa Weltmeister werden und man würde den Titel nachträglich aberkennen.

WM 2022: Nächstes Binden-Rätsel - Messi klebt FIFA-Spruch ab

+++ 14.45 Uhr: Argentinien hat gegen Saudi-Arabien eine heftige Blamage hinnehmen müssen. Der Mitfavorit verlor gegen den klaren Außenseiter mit 1:2 – trotz 1:0-Führung zur Halbzeit. Was beim Spiel außerdem auffiel, waren die Armbinden der beiden Kapitäne.

Lionel Messi und der saudi-arabische Kapitän Salman al-Faraj trugen jeweils die von der FIFA vorgegebene Binde, mit dem Spruch „Football unites the world.“ Beide Binden waren aber mit einem Klebebandstreifen überklebt, den Spruch sah man nur immer mal wieder unter dem Klebeband aufblitzen. Messis Binde rutschte zu Beginn des Spiels mehrfach runter, deshalb ist davon auszugehen, dass es lediglich darum ging, die Kapitänsbinden festzumachen – es sich also nicht um eine Protest-Aktion handelte.

Lionel Messi mit abgeklebter Kapitänsbinde im WM-Spiel gegen Saudi Arabien.
Lionel Messi mit abgeklebter Kapitänsbinde im WM-Spiel gegen Saudi Arabien. © IMAGO/Rodrigo Jiménez

WM 2022: Mediendirektor spricht von massiver Bedrohung durch die FIFA

+++ 13.30 Uhr: Steffen Simon, Mediendirektor des DFB, hat den Verzicht auf die „One Love“-Kapitänsbinde bei der WM 2022 auch damit erklärt, dass man „massiv von der FIFA bedroht“ worden sei. Vor dem Spiel der englischen Mannschaft, deren Kapitän Harry Kane die „One Love“-Binde eigentlich tragen wollte, habe der Turnierdirektor die „Three Lions“ besucht, vor einem „mehrfachen Regelbruch“ gewarnt und anschließend mit „massiven sportlichen Sanktionen gedroht“. Konkreter wurde es laut Simon jedoch nicht. Das sagte er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

WM 2022
Die One-Love-Binde bei der WM 2022. © Sebastian Gollnow / dpa

„One Love“-Streit: Füllkrug gibt Einblick in die Stimmung im DFB-Team

+++ 12.30 Uhr: DFB-Stürmer Niclas Füllkrug hat die Entscheidung der FIFA zur „One Love“-Binde als „enttäuschende Entscheidung“ verurteilt. „Auch wenn wir auf die Binde verzichten müssen, stehen wir weiter für unsere Werte ein“, sagte Füllkrug der Augsburger Allgemeinen – und bat um Verständnis für die Entscheidung der Mannschaft und des DFB, die Binde nicht zu tragen. Es sei wichtig, „den Disput zwischen den Verbänden nicht auf dem Rücken der Spieler auszutragen“. Denn die FIFA hatte „sportliche Konsequenzen“ angedroht, sollten die Verbände trotz des Verbots ihre Kapitäne die Binde tragen lassen.

Rewe beendet Kooperation mit DFB – wegen Entscheidung zur „One-Love“-Kapitänsbinde

+++ 11.00 Uhr: Der Kölner Handelsriese Rewe beendet wegen der FIFA-Entscheidung zur „One-Love“-Armbinde ab sofort die Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund. Das Unternehmen wolle sich in aller Deutlichkeit von der Haltung des Weltverbands FIFA und den Äußerungen von Präsident Gianni Infantino distanzieren und werde deshalb auf seine Werberechte aus dem bestehenden Vertrag mit dem DFB insbesondere im Kontext der Weltmeisterschaft verzichten, sagte Konzernchef Lionel Souque am Dienstag.

„Wir stehen ein für Diversität - und auch Fußball ist Diversität“, sagte Souque. „Die skandalöse Haltung der FIFA ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel.“ Der DFB hatte am Montag mitgeteilt, dass Kapitän Manuel Neuer bei der WM entgegen der ursprünglichen Planung doch nicht mit der «One-Love»-Kapitänsbinde auflaufen werde. Dazu entschieden sich der DFB und die anderen beteiligten europäischen Verbände wegen angedrohter FIFA-Sanktionen.

WM 2022: Fußball-Journalist in Katar festgenommen

+++ 10.40 Uhr: Der US-Fußballjournalist Grant Wahl sagte, er sei von Sicherheitskräften festgenommen worden, nachdem er beim Auftaktspiel der USA gegen Wales ein Regenbogentrikot getragen hatte. Wahl, der für CBS Sports arbeitet und eine beliebte Kolumne schreibt, trug das Shirt als Zeichen der Solidarität mit der LGBTQ+-Community zum Spiel im Ahmad-bin-Ali-Stadion in Katar.

+++ 8.35 Uhr: Die deutsche Nationalmannschaft muss im ersten WM-Gruppenspiel auf Leroy Sané verzichten. Der Flügelspieler des FC Bayern München fällt mit Knieproblemen aus. Das teilte der DFB am Dienstagmorgen auf Twitter mit.

+++ 8.15 Uhr: Laut Angaben des belgischen Fußballverbands müssen die „Red Devils“ bei der WM 2022 in Katar mit einem veränderten Ausweichtrikot spielen. Demnach muss das Wort „Love“, das auf der Innenseite dieser Trikots eingearbeitet war, wieder entfernt werden. „Das Wort Love muss verschwinden“, wurde der Präsident des belgischen Verbandes RBFA, Peter Bossaert, am Montag von belgischen Medien zitiert. „Es ist traurig, aber die Fifa lässt uns keine Wahl.“ Das betroffene Trikot enthält die Regenbogenfarben und soll die Werte von Vielfalt, Gleichheit und Inklusion widerspiegeln. Der Schriftzug auf der Innenseite wurde indes angemahnt.  Zuvor hatte die FIFA für Wirbel gesorgt, indem sie Druck auf acht europäische Verbände - darunter der belgische - aufgebaut hatte, weil diese ihre Kapitäne mit der „One Love“-Armbinde auflaufen lassen wollten. Aus Furcht vor Gelben Karten für ihre Spielführer schreckten die betreffenden Verbände davor indes zurück. 

Update vom Dienstag, 22. November, 7.30 Uhr: Die verlorene Kraftprobe mit dem Fußball-Weltverband um die „One-Love“-Kapitänsbinde belastet nach Einschätzung von DFB-Direktor Oliver Bierhoff auch die sportliche Vorbereitung der Nationalmannschaft auf den WM-Start gegen Japan. Der 54-Jährige sprach angesichts des Zeitpunktes des FIFA-Diktats von einem speziellen Druck, dem die Spieler ausgesetzt würden. Kapitän Manuel Neuer und seinen Teamkollegen wird nun vielfach Charakterschwäche vorgehalten. 

One-Love-Binde: ZDF-Kommentatorin Neumann mit klarem Statement

+++ 21.45 Uhr: ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann hat in der Debatte um die verbotene „One Love“-Binde bei der Fußball-WM in Katar ein mutiges Zeichen gesetzt. Die 58-Jährige saß bei der Partie zwischen den USA und Wales am Montagabend im Ahmad bin Ali Stadion von Al-Rajjan mit einem schwarzen T-Shirt, auf dem ein Herz in den Regenbogenfarben gedruckt war, auf der Pressetribüne. Zudem trug sie an ihrem Arm eine bunte Binde, ebenfalls in den Farben, die für Vielfalt und Toleranz stehen.

„Willkommen hier im Ahmad bin Ali Stadion zu Spiel drei an Turniertag zwei. Es hätte ein legendärer, ein stolzer WM-Tag werden können, so aber verbringen wir ihn alle mit den Diskussionen um die Solidaritätsbekundungen, die wir an einer Stelle gesehen haben. Nämlich heute bei der Mannschaft des Iran“, sagte Neumann am Mikrofon.

+++ 21.10 Uhr: Angeblich aus kommerziellen Gründen hat der Weltverband FIFA die Auswärtstrikots der belgischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM-Endrunde in Katar verboten. Auf dem Trikot-Kragen ist das Wort „Love“ zu erkennen.

Dies ist der Name der Kollektion, die FIFA-Hauptsponsor adidas zusammen mit „Tomorrowland“ kreiert hat. Das gleichnamige Elektronik-Musikfestival gehört indes nicht zu den Unterstützern der Weltmeisterschaft.

„Es ist traurig, aber die FIFA lässt uns keine Wahl. Der Rest des Trikots bleibt unverändert“, sagte der belgische Verbandspräsident Peter Bossaert der Tageszeitung „Het Niewsblad“.

+++ 18.30 Uhr: Sportliche Sanktionen wie eine Gelbe Karte wegen des Tragens einer nicht regelkonformen Binde sind durch die FIFA-Statuten nicht eindeutig gedeckt. Die Schiedsrichter-Experten von „Collinas Erben“ jedenfalls sind der Meinung, dass es keine rechentechnische Grundlage für eine solche Entscheidung geben dürfte.

Den Verbänden war das Risiko am Ende zu hoch. „Wir wollen nicht, dass der Konflikt, den wir zweifellos haben, auf den Rücken der Spieler ausgetragen wird. Wir stehen zu unseren Werten“, sagte Neuendorf. Bierhoff berichtete, es sei auch für Neuer „eine schwierige Situation. Wir sind beide ins Bett gegangen mit der Überzeugung, dass wir beim Spiel die Binde tragen können.“ Der DFB-Kapitän sei „natürlich enttäuscht“.
 

+++ 17.00 Uhr: Zahlreiche Fans haben offenbar das Tor-Spektakel von England gegen den Iran verpasst, obwohl sie Tickets für die Partie hatten. Das lag offenbar an der Ticket-App der FIFA. Zahlreiche englische Fans stellten vor dem Anpfiff fest, dass ihre elektronischen Tickets auf einmal von ihren Mobiltelefonen verschwunden waren und sie deshalb nicht hereinkamen. Die FIFA teilte in einer kurzen Stellungnahme folgendes mit: „Einige Zuschauer haben derzeit ein Problem mit dem Zugriff auf ihre Tickets über die Fifa Ticketing App“, heißt es darin.

+++ 15.45 Uhr: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Schätzl hat einen Rückzug der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 gefordert. „Diese Binde war bereits der kleinste gemeinsame Nenner“, twitterte er nach der Entscheidung der FIFA, die Binde zu verbieten. „Wenn man die jetzt auch schon nicht mehr tragen darf ohne sportliche Konsequenzen, sollte Deutschland das Turnier verlassen. Und zwar noch heute!“ Auch SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert äußerte sich bestürzt. „Die Fifa ist schlicht eine Schande, die den Menschen die Freude am Sport nimmt, die Meinungsfreiheit der Sportlerinnen und Sportler einschränkt und den Menschen in Katar in den Rücken fällt“, sagte Kühnert zum Ende einer Pressekonferenz

+++ 15.15 Uhr: Neben zahlreichen Fans (s. Update v. 15.00 Uhr) hat auch Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger auf das FIFA-Verbot zur One-Love-Binde reagiert. „Wie erbärmlich!“, schrieb er auf Twitter. „Wie wäre es mit Regenbogen-Schnürsenkeln?“, schlug er zudem vor.

+++ 15.00 Uhr: Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf das FIFA-Verbot der One-Love-Binde fallen bislang eindeutig aus. Zahlreiche Fans verurteilten die Aktion. Allerdings wurde auch der DFB scharf kritisiert.

+++ 14.00 Uhr: DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat Katar scharf für das Verbot der One-Love-Binde bei der WM 2022 kritisiert. „Es handelt sich um eine Machtdemonstration der Fifa“, sagte er am Montagmittag auf einer Pressekonferenz. Der DFB wolle diesen Vorgang nicht auf den Rücken der Spieler austragen, erklärte Neuendorf: „Das war keine Frage des Glaubens, das war eine eindeutige Drohung“, richtete erseine Worte abermals in Richtung der Fifa. Dies bezog Neuendorf vor allem auf die angedrohten Sanktionen bei der WM. Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff äußerte sich dazu. „Das Verhalten der Fifa ist frustrierend. Es fühlt sich stark nach Zensur an“, sagt Bierhoff. „Man kann uns die Binde nehmen, aber nicht unsere Werte.“ Bierhoff betonte zudem, dass Manuel „sehr enttäuscht“ sei, dass er die One-Love-Binde nicht tragen darf.

+++ 12.30 Uhr: Der DFB hat sich nun zum Verbot der One-Love-Binden bei der WM in Katar geäußert. „Wir erleben einen beispiellosen Vorgang in der WM-Geschichte. Die von der Fifa herbeigeführte Konfrontation werden wir nicht auf dem Rücken von Manuel Neuer austragen“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Weiter teilte der Verband mit, Geldstrafen wären in Kauf genommen worden. „Wir können unsere Spieler jedoch nicht in die Situation bringen, dass sie verwarnt oder gar gezwungen werden, das Spielfeld zu verlassen.“ Der DFB sei „sehr frustriert über die Fifa-Entscheidung“.

+++ 11.45 Uhr: Die FIFA hat das Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde mit den von allen Teilnehmern anerkannten WM-Regularien begründet. Explizit hob der Verband in einer Mitteilung Artikel 13.8.1 der Ausrüstungsregeln hervor: „Für Fifa-Finalwettbewerbe muss der Kapitän jeder Mannschaft eine von der Fifa gestellte Armbinde tragen.“ Die Fifa unterstütze Kampagnen wie „One Love“, aber das müsse im Rahmen der allen bekannten Regeln erfolgen.

News zur WM 2022: One-Love-Binden verboten – FIFA droht mit Sanktionen

+++ 11.00 Uhr: Deutschland, England, Wales, Belgien, Dänemark, die Niederlande und die Schweiz haben ihre Mannschaftsführer dazu angewiesen, nicht die One-Love-Binde bei der WM in Katar zu tragen. „Die Fifa hat sehr deutlich gemacht, dass sie sportliche Sanktionen verhängen wird, wenn unsere Kapitäne die Armbinden auf dem Spielfeld tragen. Als nationale Verbände können wir unsere Spieler nicht in eine Situation bringen, in der sie mit sportlichen Sanktionen, einschließlich Platzverweisen, rechnen müssen. Deshalb haben wir die Kapitäne gebeten, die Armbinden bei WM-Spielen nicht zu tragen“, heißt es in einem gemeinsamen Statement der Verbände, wie die BBC berichtet.

„Dass die Fifa uns auf dem Platz bestrafen will, ist einmalig und geht gegen den Geist des Sports, der Millionen verbindet“, heißt es auf der Seite des niederländischen Verbands KNVB. „Wir stehen zur ‚One Love‘-Botschaft und werden diese weiter verbreiten, aber unsere oberste Priorität ist es, Spiele zu gewinnen. Da möchte man nicht, dass der Kapitän das Spiel mit einer Gelben Karte beginnt.“

+++ 10.45 Uhr: Das Eröffnungsspiel der WM 2022 in Katar hat deutlich weniger Menschen in Deutschland interessiert als die erste Partie der WM 2018 in Russland. 6,209 Millionen Menschen sahen im Durchschnitt das Spiel zwischen Gastgeber Katar und Ecuador (0:2) im ZDF, wie die „AGF Videoforschung“ errechnete. Vier Jahre zuvor hatten in der ARD im Schnitt noch 10,01 Millionen Zuschauer die Auftakt-Begegnung zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien (5:0) verfolgt. Auch beim Marktanteil war die Differenz deutlich. Am Sonntag lag er bei 28,2 Prozent. 2018 waren es an einem Donnerstag 52,0 Prozent. Beide Spiele wurden am Nachmittag angepfiffen. 

News zur WM 2022: USA und England mit Rückzieher bei One-Love-Binde?

+++ 10.15 Uhr: Kurz vor dem ersten Spiel der englischen Nationalmannschaft gibt es Aufregung um die One-Love-Kapitänsbinde. Man fürchte „sportliche Sanktionen“, wie zum Beispiel eine Gelbe Karte für Kapitän Harry Kane, der die Kapitänsbinde am Montag eigentlich tragen sollte, hieß es wenige Stunden vor Anpfiff laut übereinstimmenden Medienberichten. Verbandsboss Mark Bullingham sprach in einem Radio-Interview von einer dynamischen Situation. Auch Wales, das am Montagabend auf die USA trifft, könnte nach einer Androhung von Sanktionen kurzfristig abspringen

News zur WM 2022: Kommentator Fuss verpasst fast Eröffnungsspiel

Update vom Montag, 21. November, 9.00 Uhr: Kommentator Wolff-Christoph Fuss hat am Sonntag beinahe den Übertragungsbeginn des WM-Eröffnungsspiels zwischen Katar und Ecuador verpasst. „Der Busfahrer kannte den Weg nicht“, erklärte Fuss zu Beginn der TV-Übertragung. Fuss habe sich mit einem Teil der Magenta-TV-Crew in einem Bus bereits lange vor Anpfiff vor den Toren der Arena befunden. „Er ist dann 5 Kilometer in die falsche Richtung gestochen und wir standen plötzlich in der Wüste auf einem Parkplatz. Dann kam die Polizei. Das war der Moment, wo ich wusste, das könnte eng werden mit der Eröffnungsfeier,“ so der Journalist. Fuss traf erst während der WM-Eröffnungsfeier im Stadion ein. Amüsiert erklärte er anschließend: „Als Morgan Freeman kam, sind wir hier im Schweiße unseres Angesichts einmarschiert“.

News zur WM 2022: Chaos bei Fan-Fest in Doha

Erstmeldung vom Montag, 21. November, 8.15 Uhr: Doha – Beim Fanfest in der katarischen Hauptstadt Doha ist es am Sonntag (20. November) laut übereinstimmenden Berichten von Nachrichtenagenturen zu chaotischen Szenen gekommen. Kurz vor Anpfiff des Eröffnungsspiels zwischen Katar und Ecuador wurde der Zugang zum al-Bidda-Park geschlossen. Die örtliche Polizei erklärte im Nachgang, dass der Andrang zu groß gewesen sei, hieß es von der Polizei. Der Nachrichtenagentur AP zufolge drängten Zehntausende in den Veranstaltungsort. Auch akkreditierten Medienvertretern wurde zu diesem Zeitpunkt der Zutritt verwehrt. Das Gelände bietet Platz für 40.000 Menschen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass doppelt so viele versuchten haben hineinzukommen. (smr/tu mit dpa/AFP)

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