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Kennt nur eine Richtung mit der Nationalmannschaft, nämlich Richtung Spitze: Bundestrainer Hansi Flick.
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Kennt nur eine Richtung mit der Nationalmannschaft, nämlich Richtung Spitze: Bundestrainer Hansi Flick.

Nationalmannschaft

Akkordarbeiter Hansi Flick heizt den Konkurrenzkampf im DFB-Team an

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der Bundestrainer schraubt jetzt in der Autostadt Wolfsburg an einer Nationalmannschaft, die in einem Jahr wieder Weltspitze sein soll

Frankfurt - Die Zeiten liegen schon ein bisschen zurück, dass der hohe Norden eine dominierende Rolle für Fußball-Deutschland spielte. Hamburg und Bremen sind von der Bundesliga-Landkarte verschwunden, Hannover ebenso und Braunschweig sowieso. Insofern ist fast logisch, dass die deutsche Nationalmannschaft seit Montag in Wolfsburg gastiert, der Werksverein ist einzig verbliebener Erstligist – und VW zugleich einer der wichtigsten Geldgeber für den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Die Vergabe des nicht ganz so bedeutungsvollen WM-Qualifikationsspiels gegen Liechtenstein (Donnerstag 20.45 Uhr/RTL) ins östliche Niedersachsen war daher auch ein bisschen Verbeugung vor dem Großsponsor, der gesteigertes Interesse daran hat, dass Hansi Flick nicht nur seine Spieler wieder ins Laufen gebracht, sondern auch die Imagewerte der DFB-Auswahl aufpoliert hat.

Hansi Flick und die neue positive Energie der DFB-Auswahl

Weniger die ersten fünf Siege als vielmehr die viele positive Energie haben verblüfft, die der neue Bundestrainer dieser unter Vorgänger Joachim Löw doch merkwürdig ermatteten Mannschaft in Windeseile zugeführt hat. Der emsige Flick erledigt die Reparaturarbeiten im Akkord und versteht sich als aufgeweckter Impulsgeber, der die Ansprüche leise, aber bestimmt nach oben schraubt und dabei – um im Bild der Autostadt zu bleiben – an einer Luxuskarosse baut, die vielleicht für die WM 2022 in Katar allerhöchsten Standard verkörpert. „Wohin unser Weg geht, entscheidet sich erst im kommenden Jahr“, hat Flick der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt, aber klar sei auch: „Spieler wie Kimmich, Goretzka, Müller oder Neuer wollen Weltmeister werden. Ich weiß wie die ticken. Da kann man mit Blick auf die WM nicht sagen: Warten wir mal ab.“

Hansi Flick entfacht den Konkurrenzkampf im DFB-Team

Der 56-Jährige schwenkt damit langsam auf die Linie um, die Anfang September überraschend Torwart Manuel Neuer vorgegeben hatte, als der Kapitän nonchalant ausrief, noch einmal Weltmeister werden zu wollen. Als hätte es das blamable Vorrundenaus bei der WM 2018 und das uninspirierte Achtelfinalausscheiden bei der EM nicht gegeben. Übrigens ja mit Beteiligung der titelhungrigen Leitfiguren Kimmich, Goretzka, Müller und eben Neuer.

Damit bloß niemand vor den letzten Länderspielen des Jahres gegen Liechtenstein und Armenien auf die Idee kommt, die Beine baumeln zu lassen, hat der Bundestrainer den Konkurrenzkampf entfacht: Nun sind nicht nur die U21-Europameister Karim Adeyemi, Nico Schlotterbeck, David Raum oder neuerdings Lukas Nmecha dabei, sondern nach einjähriger Abstinenz auch Julian Draxler und Julian Brandt, die sich zunächst im Training anbieten sollen. Florian Wirtz gingegen muss verletzt passen.

Hansi Flick plant Spezialtraining für DFB-Team zwischen den Lehrgängen

Generell ist Flick der Ansicht, dass ein Nationalspieler im Grunde nur selten abschalten sollte. „Nationalmannschaft ist immer, das ganze Jahr, nicht nur die 14 Tage, die man bei einzelnen Maßnahmen zusammen ist oder während der Turniere.“ Deshalb soll es künftig auch eine Art Spezialtraining zwischen den Lehrgängen geben – eine Art Gruppencoaching, bei dem sich Flick mit seinen Co-Trainern Marcus Sorg und Danny Röhl die Mannschaftsteile Abwehr, Zentrum und Angriff vornimmt. Sein Credo: „Wir können keinen Titel garantieren, aber wir garantieren, dass wir alles dafür tun werden, um Titel gewinnen zu können.“

Im Gegenzug zu dieser angeblich mit den Vereinstrainern abgestimmten Maßnahme verzichtet der Bundestrainer auf einen Lehrgang zwischen dem 24. Januar und 3. Februar 2022, der aufgrund eines einmaligen Abstellungsfensters möglich gewesen wäre. Doch die Winterpause sei kurz genug, Durchatmen in dieser Phase besser. Nebenbei eröffnen ihm ja vier Nations-League-Spielen im Juni weitere Testoptionen. Ansonsten positionierte sich Flick jetzt sehr deutlich gegen eine WM im Zweijahresrhythmus. „Ich bin absolut dagegen. Mit einer WM alle zwei Jahre würde nicht nur der Fußball überfrachtet, es wäre eine Zumutung für den gesamten Sport.“ Auch andere Sportarten bräuchten Raum und Aufmerksamkeit. (Frank Hellmann)

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