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Macht keine glückliche Figur: Kevin Trapp.
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Macht keine glückliche Figur: Kevin Trapp.

Kevin Trapp

Wie Äpfel auf der Streuobstwiese

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Ex-Frankfurter Torwart Kevin Trapp hat seine Chance gegen Brasilien nicht genutzt und hofft jetzt auf mehr Einsätze in Paris.

Für  Torwart Kevin Trapp ist der Auftritt gegen in allen Belangen pfiffigere Brasilianer ein gebrauchter Abend geworden. In seinen beiden ersten Länderspielen vergangenes Jahr in Dänemark und gegen Frankreich hatte der 27-Jährige jeweils überzeugt. Nicht nur als Ballfänger, sondern auch als erster Aufbauspieler. Sicherheit mit dem Ball am Fuß gehört in der Nationalmannschaft zu Tugenden, die von einem Torhüter genauso eingefordert werden wie das klassische Können zwischen den Pfosten.

Trapp weiß das natürlich. Aber nun konnte er die seit fast einem Jahr fehlende Spielpraxis bei Paris Saint-Germain nicht mehr durch seine Vorerfahrung kompensieren. Die Verunsicherung nach Rückpässen war allgegenwärtig, Trapps Abschläge streuten wie Äpfel auf einer Fallobstwiese. Einmal rutsche er beim Versuch, einen Pass zu spielen, weg. Einmal rutschte ihm eine Flanke durch die Handschuhe. Und zweimal, das sollte nicht unterschlagen werden, hielt er schwierige Schüsse fest. Hinterher mochte der Ex-Frankfurter sich in der Mixed Zone nicht zu seinem missglückten Auftritt äußern. Wohl, weil der Frust zu tief saß.

Bisher hatte Bundestrainer Joachim Löw treu an Trapp im Kader festgehalten, obwohl dieser seinen Stammplatz in Paris lange schon verloren hat. Sollte Manuel Neuer sich rechtzeitig zurückmelden, läuft Trapp Gefahr, am 12. Juni nicht mit im Flieger nach Moskau sitzen. Eigentlich hatte Löw vorgehabt, ihn gegen Brasilien zur Pause durch den Leverkusener Bernd Leno zu ersetzen. Aber nach den unglücklichen ersten 45 Minuten entschied er sich, Trapp die Chance zu geben, sich zu bewähren. Diese Chance blieb ungenutzt.

Hinterher suchte der Bundestrainer die Verantwortung nicht nur bei demjenigen, der die Nummer eins auf dem Trikot derzeit von Manuel Neuer nur geborgt hat. Ja, mit dem Fuß habe Trapp „einige Bälle zum Gegner gespielt“. Aber: „Man hat ihn manchmal auch hinten alleingelassen,  deshalb sei „Kevin manchmal unter Druck“ geraten.  Aber genau dann, wenn ein Torwart unter Druck gerät, zeigt sich seine wahre Klasse. Immerhin hat sein Pariser Klubtrainer Unai Emery seinem zweiten Torwart nach dem Aus in der Champions League  in Aussicht gestellt, in den verbleibenden sieben Punkt- und drei Pokalspielen mehr Spielzeit zu geben. „Das zeigt mir, dass sich meine Arbeit gelohnt hat“, sagte Trapp zu Wochenbeginn  der „Sportbild“. Er habe „auch an freien Tagen auf dem PSG-Gelände Extraschichten absolviert“, Fleißarbeit, die Pflichtspiel-Einsätze nicht kompensieren können. Trapp hat natürlich seismografisch präzise vernommen, dass Bundestorwarttrainer Andy Köpke deutlich gemacht hat, ohne Spiele sei eine WM-Nominierung praktisch auszuschließen. Seit Dienstagabend in Berlin braucht Trapp ein gutes Fernglas, um das ferne  Ziel Russland zumindest noch schemenhaft zu sehen.

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