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Lionel Messi soll seine Tore zukünftig auch in den USA feiern.

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Absurde Pläne

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Sportfunktionäre wie Javier Tebas müssen aufhören, die Kuh Fußball bis auf den letzten Tropfen zu melken. Ein Kommentar.

Javier Tebas hat sich in den vergangenen Wochen ziemlich unbeliebt gemacht. Der Präsident der spanischen Fußballliga hat mit dem Sportvermarkter Relevent Sports einen Vertrag über 15 Jahre abgeschlossen, wonach pro Saison ein Spiel der Primera Division – oder im Vermarktungssprech: La Liga – in den USA ausgetragen werden soll. Weder die Klubs noch der Verband waren in Tebas’ Pläne eingeweiht. Die Spielergewerkschaft ging vollkommen zurecht auf die Barrikaden, droht mit Streik. Ob der FC Barcelona am 26. Januar gegen den FC Girona tatsächlich auf der anderen Seite des Atlantiks spielt, ist noch völlig offen. 

„Was Tebas da unterzeichnet hat, ist vollkommen nichtig. Ohne unsere Zustimmung ist dieser Vertrag komplett bedeutungslos“, hatte der Präsident des spanischen Fußballverbandes (RFEF), Luis Rubiales, bereits verlauten lassen. Und Rubiales ist nicht gerade als nachgiebiger Mann bekannt. Kurz vor der WM entließ er Nationaltrainer Julen Lopetegui, weil herauskam, dass er nach der WM in Russland Real Madrid übernehmen wird.

Als sei das nicht genug Ärger für Tebas, kommt er mit einem neuen Vorschlag um die Ecke. Er will künftig ein Meisterschaftsspiel der ecuadorianischen Liga in Spanien stattfinden lassen. Begründung: Immerhin 430 000 Ecuadorianer leben in Spanien, Wenn es nach dieser Logik geht, könnte die türkische Süperlig auch jedes Jahr in Deutschland ein Spiel austragen. Oder die Groupement National de Football, die erste marokkanische Liga, in Frankreich. An vollen Stadien wird es sicher nicht mangeln.

Natürlich ist der Gedanke absurd. Die Spiele sollen in den Stadien stattfinden, in denen die Klubs beheimatet sind. Auch wenn gerade die großen Vereine weltweit ihre Fans haben, müssen die Anhänger im Vordergrund stehen, die sich vor Ort ihre Dauerkarten kaufen und nicht 6000 Kilometer weit reisen wollen, wenn man Fan des FC Girona ist, um das Highlight-Spiel gegen den FC Barcelona zu sehen.

Verantwortliche wie Tebas müssen aufhören, die Kuh Fußball bis auf den letzten Tropfen zu melken. Es wird nur noch in Events gedacht und wie weiteres Geld in die ohnehin schon vollen Kassen gespült werden kann. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Uefa und ihre unsinnigen Pläne eines dritten europäischen Wettbewerbs hinter der Champions League und Europa League. Schon jetzt ist die Königsklasse erst ab dem Viertelfinale attraktiv und die Europa League interessiert kaum noch jemanden. Außer die, die daran verdienen.

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