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Schaffen die Kölner doch den Sprung über den Strich? Ismail Jakobs ist der Stress anzusehen. Foto: Soeren Stache/dpa
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Schaffen die Kölner doch den Sprung über den Strich? Ismail Jakobs ist der Stress anzusehen.

Prognose

Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga: Wer folgt Schalke?

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Köln, Bremen oder Bielefeld - einer steigt direkt ab, einer sitzt nach, einer bleibt sicher in der Fußball-Bundesliga. Die FR-Sportredaktion wagt eine Prognose

Am Samstag fallen am 34. Spieltag die letzten Entscheidungen dieser Bundesliga-Saison. Nach dem FC Schalke 04 droht der direkte Abstieg noch dem 1. FC Köln, Werder Bremen und Arminia Bielefeld. Doch wer steigt direkt ab, wer geht in die Relegation und wer bleibt oben? Die FR-Sportredaktion blickt voraus und wagt eine Prognose.

Arminia Bielefeld: Im Schlauchboot gekentert

Vor dem großen Abenteuer im vergangenen Sommer hat der Bielefelder Sportchef Samir Arabi einen putzigen, gleichwohl treffenden Vergleich gezogen: Man gehe als Arminia in diesen Bundesliga-Wettstreit mit 17 hochgetunten Motorbooten an den Start, während „wir im Schlauchboot sitzen“.

Es ist ein bisschen so gekommen, selbst wenn ein Motorboot früh gekentert ist und andere zumindest Benzinmangel haben. So ganz abgeschlagen sind sie in Bielefeld mit ihrem allerdings nicht mehr voll aufgepumpten Schlauchboot immerhin nicht.

Die ganz, ganz große Chance hatten die tapferen Ostwestfalen am letzten Samstag. Mit einem leicht möglichen Sieg gegen Hoffenheim wäre zumindest der direkte Abstieg verhindert worden. Aber es ist halt eben ein Qualitätsmerkmal, wenn die Herren Klos, Voglsammer und vor allem Soukou allerbeste Gelegenheiten verbaseln. Und bei 24 Toren in 33 Spielen weiß man auf der Alm auch, dass es nicht nur am Paddel liegt, wenn der Aufsteiger nach nur einem Jahr runter muss in Liga zwei. Weniger eigene Treffer hat kein anderes Team zustande gebracht, selbst die tasmanischen Schalker haben öfter getroffen.

Allen Ernstes fehlt die Fantasie sich vorzustellen, dass diese brave, biedere Mannschaft zum Halali ausgerechnet bei den zwar heimschwachen, aber kecken Stuttgartern gewinnen sollte. Wie denn? Selbst wenn sich die Bilanz von Frank Kramer sehen lassen kann, der vor elf Spieltagen Aufstiegsheld Uwe Neuhaus abgelöst und danach immerhin 14 Punkte geholt hat – nur 18 Zähler hatte sein Vorgänger in 22 Partien geholt. Arminia kann sich nur retten, wenn die beiden Konkurrenten ebenfalls verlieren.

Auf der anderen Seite ist es überhaupt aller Ehren wert, dass die Arminia mit dem kleinsten Etat aller 18 Teams nicht schon längst abgesoffen ist und am letzten Spieltag die Klasse sogar aus eigener Kraft halten kann. „Außergewöhnlich“, nennt das der Ur-Bielefelder Fabian Klos, seit 2011 auf der Alm und mit vier Treffern so was wie der Torjäger. Solche Drucksituationen vor Spielen Spitz auf Knopf kennt der 33-Jährige zur Genüge, „kein schönes Gefühl“ sei das, aber man müsse versuchen, die Anspannung in positive Energie zu verwandeln - wenn es denn so einfach wäre.

Eines weiß der Bielefelder Routinier aber ganz sicher: „Wir dürfen uns nicht in die Hose machen. Das hat noch nie geholfen.“ Und gerade in einem Schlauchboot ist eine volle Hose ziemlich unangenehm. (Thomas Kilchenstein)

Letztes Spiel: VfB Stuttgart (A)

FR-Prognose: Der Aufsteiger steigt wieder ab.

Werder Bremen: Erneute Ehrenrunde

Wären die Profis des SV Werder nur annähernd so kreativ wie ihre Fans – der Liga-Erhalt wäre sicher. Neuer Coup ist der prägnante Hashtag #wirschaafendas. Illustriert wird die Aktion durch eine skurrile Fotomontage: Auf den Körper von Angela Merkel wurde der Kopf von Thomas Schaaf montiert, dabei formt die Bundeskanzlerin mit den Händen die Werder-Raute. Das ist mal eine originelle Idee.

Schaaf, 60, ist der Anker, an den sich alle Bremer klammern, obgleich seine letzte Retter-Mission vor fünf Jahren grandios schiefging. Aber das war ja auch bei Hannover 96. Der Stoiker scheint eine von jenen Fußballfiguren zu sein, die nur an einem Standort funktionieren.

Schaaf, zuletzt eher Schattenmann, steht jetzt wieder im Rampenlicht. Ihn stört das nicht groß, dass er so viele Rollen spielen soll. Identitätsstifter, Aufbauhelfer und Mutmacher. Vergangenheit und Gegenwart so gut verknüpfen, dass es noch einmal gut ausgeht. Schafft Schaaf das? Vorerst hat der Fußballlehrer den Fokus darauf: Wie kann Werder wieder ansatzweise ansehnlich Fußball spielen? Was er beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach bestimmt nicht machen wird: Drei weitgehend außer Form befindliche Mittelstürmer aufzustellen, die dann vergeblich auf Vorlagen warten, weil es weder Flügelspieler noch Spielmacher gibt. Mit dieser eigenartigen Taktik hatte zuletzt Vorgänger Florian Kohfeldt irritiert. Der 38-Jährige ist zwar inzwischen Geschichte, aber die Historie wird trotzdem zu Pfingsten 2021 gebraucht.

Vor fünf Jahren, in einer ähnlich prekären Lage, hatte der Bremer Anhang rund um den Osterdeich eine Greenwhite-Wonderwall gebildet, um die Mannschaft zu unterstützen. Auch damals wurde die Aktion über digitale Kanäle beworben. Mit durchschlagendem Erfolg. Das Abstiegsendspiel gegen Eintracht Frankfurt ist unvergessen, in vorletzter Minute drückte gefühlt das gesamte Weserstadion die Kugel über die Linie. Die Hanseaten waren gerettet, die Hessen nahmen den Umweg über die Relegation. Mit der machten die Bremer im vergangenen Jahr Bekanntschaft, wobei allein das Erreichen der Entscheidungsspiele ein „Wunder von der Weser“ war. Das 6:1 gegen den 1. FC Köln wäre wertlos gewesen, wenn Union Berlin nicht sportlich geholfen hätte. Die erneute Ehrenrunde hätten die Norddeutschen übrigens sicher, wenn sie am letzten Spieltag mal wieder gewinnen würden– es wäre der erste Sieg nach zehn Spielen. (Frank Hellmann)

Letztes Spiel: Bor. M’gladbach (H)

FR-Prognose: Werder dreht wieder eine Ehrenrunde. Relegation.

1. FC Köln: Geißböcke meckern weiterhin erstklassig

scheinlich wird er wieder nicht auf Weltreise gehen, der Friedhelm Funkel, nach dem Samstag und der grandiosen Rettung des 1. FC Köln. So lange plant der 67-Jährige den Trip schon, immer kommt ein Auftrag dazwischen, mal diesen Klub retten, mal jenen, dann Corona. Aber das ist nun mal sein Geschäft, Klubs retten oder aufsteigen lassen, sechsmal hat er das schon geschafft, das ist seine Kompetenz, dafür steht Friedhelm Funkel mit seinem guten Namen. Rentner oder nicht. Nun also Köln, zum zweiten Mal.

Die Aufgabe für den FC ist eigentlich simpel: Nur ein Sieg hilft und Patzer der Konkurrenz aus Bremen und Bielefeld, die ebenfalls gewinnen müssen – mit Betonung auf müssen. Die Kölner haben es zwar nicht mehr in der eigenen Hand, aber vermutlich den leichtesten Gegner, Ligaprügelknabe Schalke 04. Und dem alten Fahrensmann Funkel hätte nichts Besseres passieren können, als dass die Knappen am letzten Wochenende seinen alten Klub Eintracht Frankfurt 4:3 bezwungen haben: Alle Sinne sind damit geschärft, ein Selbstläufer, wie vorher vielleicht heimlich gedacht, wird das nicht. Diese Schalker wird spätestens jetzt selbst der allerfröhlichste Kölner Köbes nicht mehr unterschätzen können.

In diesen Tagen vor dem Endspiel erledigt Funkel Funkelsachen, vor allem spricht er wieder und wieder den Satz aus, der längst sein Lebensmotto geworden ist: „Was man bewahren muss, ist Ruhe.“ Also bereitet sich der 1. FC Köln, der bei Abstieg seine Personalkosten auf 26 Millionen Euro exakt um die Hälfte reduzieren wird, in Ruhe vor. Teampsychologe Moritz Anderten wird die richtigen Worte wählen, Kapitän, Spielgestalter, Torjäger, Oberjeck Jonas Hector wird spielen können, und um den einen siegbringenden Treffer mehr zu schießen, hat Funkel in dieser Trainingswoche verstärkt das Toreschießen geübt.

Fünf Punkte hat das Trainerorginal aus seinen fünf Spielen seit Mitte April geholt, das gab es in dieser Saison erst einmal, im Spätherbst. Am Tabellenplatz 17 hat sich indes nichts geändert, aber ein anderer Wind weht in Müngersdorf, auch nachdem sich die Erregung wegen eines unpassenden Funkel-Interviews bei der Rückkehr gelegt hat.

Pragmatisch, wie Funkel ist, hat er schon mal einen lieben Gruß an den eigentlichen Erzrivalen Borussia Mönchengladbach geschickt. Er wünsche Marco Rose zum Abschied von ganzem Herzen einen Sieg. Nicht uneigennützig, der Gegner heißt Bremen. Aber wenn Schalke schon Dortmund hilft … (Thomas Kilchenstein)

Letztes Spiel: FC Schalke 04 (H)

FR-Prognose: Friedhelm Funkel rettet die Geißböcke, wer sonst?

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