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Auch Tore aus soitzem Winkel sind für Heiland Haaland (links) offenbar kein Problem.

Dortmunds Youngster Erling Haaland

„Absolut fantastisch“

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Hype um Dortmunder Teenager: Erling Haaland trifft für die Geschichtsbücher.

Während in der Dortmunder Innenstadt die freudetrunkenen BVB-Fans in den Kneipen den 5:1 (2:0)-Erfolg über den 1. FC Köln begossen, gab es in den Katakomben des BVB-Stadions auch lange Gesichter. Als nach Mitternacht ein Vertreter der Presseabteilung der Borussia den zahlreichen norwegischen Journalisten erklärte, dass Erling Haaland nicht mehr für Interviews zur Verfügung stehen würde, war die Enttäuschung groß. Die Begründung, er sei doch erst 19 Jahre alt, war für die Medienvertreter aus dem skandinavischen Norden wenig verständlich. Schließlich waren sie extra weit angereist, um über das Bundesliga-Heimdebüt des neuen Fußballheldens zu berichten. „Von so etwas träumst du als kleines Kind. Absolut fantastisch“, sagte der Haaland nur.

Heimlich hatten die Dortmunder ihn ansonsten durch die Hintertür aus dem Kabinentrakt geführt, um den Neuling vor dem ganz großen Hype zumindest ein wenig zu schützen. Denn nach seinen drei Toren beim Debüt in Augsburg (5:3) war der für 20 Millionen Euro in der Winterpause von RB Salzburg verpflichtete Stürmer auch bei seiner Premiere vor der Gelben Wand nach seiner Einwechslung zweimal erfolgreich. Damit stellte er einen neuen Bundesligarekord auf, benötige für seine fünf Tore lediglich 56 Minuten. Für Haaland ein absolutes Glücksgefühl, doch reden durfte er auf Empfehlung der Verantwortlichen darüber nicht. „Er ist ein bisschen sauer, dass er diesmal nur zwei Tore gemacht hat und nicht vier“, flachste Teamkollege Jadon Sancho, der sich wie zuvor Raphael Guerreiro und der starke Marco Reus in die Trefferliste eingetragen hatte.

Dafür sprachen andere über das norwegische Supertalent, über Haalands Einstellung, seinen Charakter und die großen Qualitäten. „Er ist ein guter Junge und ein wirklich guter Stürmer“, schwärmte Abwehrmann Mats Hummels. Und der Routinier lieferte gleich die Begründung, warum es beim Neuzugang so gut läuft. Er gebe auch im Training immer Vollgas, scheue dabei keinen Zweikampf.

„Wenn man sieht, wie er tagtäglich arbeitet, dann weiß man, dass diese Tore kein Zufall sind und dass die Chance groß ist, dass er so weitermacht“, betonte Hummels. „Mir gefällt diese Arbeitsauffassung schon in diesem Alter.“ Deshalb ist der Innenverteidiger auch fest davon überzeugt, dass Haaland trotz des Wirbels um seine Person die Bodenhaftung nicht verlieren wird. „In 57 Minuten hat er mehr Tore gemacht als ich in der ganzen Saison“, sagte Thorgan Hazard. Torhüter Roman Bürki scherzte: „Es ist schade, dass er schon nachlässt. Drei Tore, jetzt zwei. Ich hoffe, dass es nächste Woche nicht nur eins ist.“

Kuriosum am Rande: Haaland verbesserte am Freitag übrigens die Bestmarke seines neuen Kollegen Paco Alcacer. Der 26-Jährige hat nach seinem Wechsel im August 2018 vom FC Barcelona zum BVB 71 Minuten für seine ersten fünf Tore im BVB-Trikot benötigt. Die Begeisterung um seine Person war damals in Dortmund genau so groß wie die aktuell um Heiland Haaland.

Alcacer beobachtete das am Wochenende mit traurigen Augen. Er wartet derzeit darauf, dass es in der laufenden Transferperiode vielleicht doch noch mit der Rückkehr nach Spanien klappt. Am Freitag saß er 90 Minuten auf der Bank. Er verließ das Stadion wortlos, wurde allerdings auch nicht gefragt. So schnelllebig ist das Fußballgeschäft. mit sid

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