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Abschied von Uwe Seeler: HSV-Fans zeigen homophobes Spruchband

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Von: Tobias Utz

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Beim Zweitligaspiel zwischen Hamburg und Rostock drehte sich fast alles um den verstorbenen Uwe Seeler. Einige Fans nutzen die Bühne allerdings auch für Diskriminierung.

Hamburg – Fußball-Legende Uwe Seeler ist vergangene Woche im Alter 85 Jahren verstorben. Der ehemalige Nationalspieler verbrachte den Großteil seiner Karriere in Hamburg, beim HSV. Deshalb gedachte der Zweitligist am Sonntag (24. Juli) Uwe Seeler, unter anderem mit einem Sondertrikot. Statt des Hauptsponsors prangte in Großbuchstaben „UNS UWE“ auf dem HSV-Jersey. Zudem gab es eine Schweigeminute.

Auch die Fans auf der Nordtribüne organisierten eine aufwändige Choreographie zu Ehren des ehemaligen Stürmers. Zahlreiche Spruchbänder wurden ausgerollt.

Abschied von Uwe Seeler: HSV-Fans präsentieren homophobes Spruchband

Unter den Bannern befanden sich allerdings nicht nur Worte zu Ehren von Seeler, sondern auch eine homophobe Botschaft in Richtung der Gästefans aus Rostock: „Ganz MV ist schwul, besonders der Hansa-Hool“, war zu lesen.

Uwe Seeler

Ein Nachruf auf eine Legende

Der HSV verurteilte dies umgehend auf Twitter: „Wir distanzieren uns klar und deutlich von diskriminierenden Inhalten“, hieß es in einem Statement. „Diskriminierung hat im Volksparkstadion und beim HSV keinen Platz. Unsere Raute steht für Vielfalt und Diversität.“ Auf genannter sozialer Plattform quittierten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer das Ausrollen des Spruchbandes mit Kritik. „Homophobie ist einfach richtig lustig. Bravo, Nordtribüne. Ganz, ganz toll. Es wird sich niemals ein Profispieler outen, solange [es] so etwas auf Tribünen gibt“, schrieb beispielsweise ein Twitter-Nutzer.

Abschied von Uwe Seeler
Die HSV-Fans auf der Nordtribüne waren allesamt in schwarz gekleidet. © Claus Bergmann / Imago Images

Derweil handelte es sich dabei nicht um die erste Art der Diskriminierung im Hamburger Stadion in den vergangenen Jahren. 2021 wurde der ehemalige HSV-Spieler Khaled Narey (mittlerweile bei Paok Saloniki) rassistisch beleidigt. Der Hamburger Sportverein musste damals eine Strafe in Höhe von 30.000 Euro bezahlen. Der HSV sprach damals von „inakzeptablen Vorkommnissen“. Der Verein stehe „für Vielfalt. Rassismus hat sowohl im Volksparkstadion, aber auch in unserer Gesellschaft keinen Platz. Nicht nur verbale Entgleisungen, sondern auch die Würfe von Gegenständen in Richtung handelnder Akteure akzeptieren wir nicht“, hieß es in einem Statement. (tu)

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