Champions League

Abhaken statt hadern

  • vonManuel Bonke
    schließen
  • Hanna Raif
    schließen

Die Bayern zeigen beim Gastspiel in Moskau, dass sie auch dreckig gewinnen können. Doch der nächste Sieg in der Champions-League könnte auch seinen Preis gehabt haben.

Nach drei Uhr morgens war es gestern, als die Bayern-Profis die letzte Hürde eines unfassbar langen Tages genommen hatten. Als die Stäbchen in Nase und Rachen geschoben wurden, hatte das Team von Hansi Flick 90 harte Minuten gegen Lokomotive Moskau und einen dreistündigen Flug in den Knochen. Dann aber ging es endlich nach Hause. Es ließ sich gut schlafen in dem Wissen, als Tabellenführer der Champions-League-Gruppe A drei weitere Punkte auf dem Konto zu haben – und zur Not auch mal dreckig gewinnen zu können.

„Abhaken – und jetzt bereiten wir uns auf Köln vor“, hatte Hansi Flick direkt nach dem 2:1 im zweiten Gruppenspiel gesagt. Schimpfen über die zahlreichen zugelassenen Chancen, hadern mit den wenig souveränen Phasen der Partie gegen Lok? Hätte man machen können, die Bayern entschieden sich aber, das Gute an diesem anstrengenden Tag herauszustellen. Flick also lobte stellvertretend „die Moral, dass man, auch wenn der Gegner ein bisschen die Oberhand gewinnt, trotzdem die Qualität hat, das 2:1 zu machen.“ Tugenden, die durchaus wichtig sein können in den kommenden eineinhalb Wochen, in denen die Bayern drei weitere Partien fernab der Heimat erwarten. Am Samstag geht es nach Köln, am Dienstag nach Salzburg, ehe der Liga-Clasico gegen Borussia Dortmund als krönender Abschluss vor der nächsten Länderspielpause ansteht.

Vor mehr als 8000 Zuschauern in Moskau war es Joshua Kimmich, der stellvertretend für den unbedingten Willen und das Selbstvertrauen der Triple-Bayern stand. Der Siegtreffer fiel spät, elf Minuten vor Schluss, „das müssen wir früher machen“, sagte der Torschütze. Er nannte es zudem „wirklich Glück“, dass das Team von Marko Nikolic aus zahlreichen guten Gelegenheiten nur ein Tor erzielte.

Die Abstimmung fehlte oft, aber jeder haute sich rein. Diejenigen, die in der Startelf standen, aber auch Serge Gnabry, Javi Martinez und Douglas Costa, die später kamen – und die Angeschlagenen ersetzten.

Sorgen bereiten den Bayern Thomas Müller (muskuläre Probleme) und Leon Goretzka (Wade). Flick ging zwar zunächst nicht davon aus, „dass es schlimme Verletzungen sind“, aber das Duo bleibt unter Beobachtung. Ab heute dann, also: wenn alle wieder ausgeschlafen sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare