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Wird Investor Ponomarev keine Träne hinterweinen in Uerdingen: Kevin Großkreutz.
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Wird Investor Ponomarev keine Träne hinterweinen in Uerdingen: Kevin Großkreutz.

KFC Uerdingen

Abgang eines Patriarchen

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Mikhail Ponomarev nimmt sein Geld und verlässt den Fußballdrittligisten KFC Uerdingen. Er hinterlässt einen Scherbenhaufen. Und ein Lehrbeispiel für den Fußball, sich nicht blind Investoren an den Hals zu werfen.

Gerade läuft uns wieder ein wunderbar abschreckendes Beispiel über den Weg, wie man es besser nicht macht. Schön, dass es solche Beispiele gibt. Sie bieten wichtigen Lehrstoff gegen Gier und Großmannssucht.

Präsident und Investor Mikhail Ponomarev hat keine Lust mehr auf den KFC Uerdingen. Ergo macht der relativ reiche Russe sich spätestens bis zum Saisonende vom Hof. Fast fünf Jahre lang hat er nach Gutsherrenart völlig überteuerte Spieler, Manager und Trainer geholt und wieder rausgeworfen, Helden von gestern und vorgestern meist, die ihr Engagement zumindest finanziell nicht bedauern mussten: Kevin Großkreutz, Stefan Effenberg, Norbert Meier und viele mehr. Dutzende Prozesse vor dem Arbeitsgericht auf Lohnfortzahlung gingen dem Verein verloren, teilweise warten fristlos gekündigte Ex-Angestellte noch auf ihre ihnen zustehenden Zahlungen.

Zwar hat Ponomarev den Verein, dessen 7:3-Sieg über Dynamo Dresden Mitte der 1980-er Jahre zu den Legenden deutscher Fußballgeschichte gehört, von der fünften in die Dritte Liga gehievt. Aber den Preis dafür war es nicht wert. Der, freundlich formuliert, zu Alleingängen neigende Patron hinterlässt einen Scherbenhaufen. Er hat es sich mit allen verscherzt. Die Stadt Krefeld hat wenig Neigung, die Renovierung des Stadions Grotenburg mit noch mehr Millionen zu unterstützen. In Düsseldorf warten die Vermieter der Übergangsspielstätte Arena auf säumige Zahlungen und drohen mit Verbannung des KFC Uerdingen aus dem Exil. Auch bei Spielern sollen Gehaltszahlungen seit zwei Monaten nicht auf den Konten eingegangen sein, was der KFC dementiert.

Ärger also, wo man nur schaut. Es gibt keinen Grund, das für den Nachfolgeklub von Bayer Uerdingen zu bedauern. Sie haben es sich in Krefeld selbst eingebrockt, indem sie sich dem Geld und der Dreistigkeit eines unbeherrschten Patriarchen unterwarfen.

„Ich habe nirgendwo zuvor so eine fehlende Menschlichkeit erlebt wie beim KFC Uerdingen“, äußerte jüngst der geschasste Spieler Selim Gündüz in einem „Reviersport“-Interview. „Da wird mit den Spielern umgegangen wie mit einem Stück Scheiße.“ Die legendären Wutanfälle des scheidenden Klubchefs in der Kabine dürften dabei nur einen Ausschnitt der Demütigungen wiedergeben. Es wird Zeit, dass der Mann sich trollt. Das immerhin hat er verstanden.

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