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So fing es an: Gerrit Holtmann überrennt die Mainzer Leandro Barreiro und Silvain Widmer. Imago Images
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So fing es an: Gerrit Holtmann überrennt die Mainzer Leandro Barreiro und Silvain Widmer. Imago Images

Tor des Monats in Bochum

57 Meter ins Glück

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Bochumer Gerrit Holtmann erzielt ein spektakuläres Tor, weil er seinem rechten Fuß nicht vertraut.

Alfons Schunk, der europäische Scout der philippinischen Fußball-Nationalmannschaft, hat am Samstagabend noch ein bisschen zu tun gehabt. Denn Rosemarie, die in Bremerhaven beheimatete philippinische Mutter von Gerrit Holtmann, hatte sich beim 70-jährigen Schunk gemeldet und bat um ein Video. Sie hatte mitbekommen, dass ihrem deutsch-philippinischen Sohn im Trikot des VfL Bochum gegen Mainz 05 ein Treffer gelungen war, der es zum „Tor des Monats“ schaffen dürfte.

57 Meter war der flinke Linksaußen mit dem Ball am Fuß gerannt, von Linksaußen in der Nähe der Mittellinie quer nach vorn bis an die Nähe des Fünfmeterraumes rechts vorm Mainzer Tor, er hatte dabei sechs (!!!!!!) Mainzer Spieler umkurvt, ehe er in der 21. Minute das 1:0 für den Aufsteiger erzielte. Ein Prachttor fürwahr, das der 26-Jährige später so erklärte: Er habe nicht genug Vertrauen in seinen rechten Fuß, weshalb er so lange weiterdribbelt war, bis er den Ball auf seinen starken linken Fuß bekommen konnte - und überlegt einschob. „Eklatant schlecht verteidigt“, rüffelte der Mainzer Trainer Bo Svensson hinterher zu Recht.

Aber dennoch war der Lauf ins Glück eine Klasse-Performance des in Bochum nun unter dem Kosenamen „Ruhrpott-Messi“ bekannten Holtmann. Der Linksaußen - der sich in der Jugend von Werder Bremen nicht durchsetzen konnte, bei Eintracht Braunschweig auf sich aufmerksam machte, 2016 für stolze drei Millionen Euro zu Bochums Samstag-Gegner Mainz transferiert wurde und dort die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte - hat eine gute Zweitligasaison hinter sich. Seine Tiefenläufe trugen mit zum Aufstieg der Bochumer bei. Holtmann, früher oft zu hibbelig am Ball, ist ruhiger geworden und doch ein Unruheherd geblieben.

Länderspieldebüt geplatzt

Im Mai wurde er in die philippinische Nationalmannschaft berufen. Zu dem geplanten Einsatz in der WM-Qualifikation kam es dann jedoch nicht. Der Papierkram wurde wegen die bürokratischen Hürden der Corona-Pandemie nicht rechtzeitig fertig, Holtmann durfte nicht nach Doha und Dubai ins Trainingscamp und zu den Spielen reisen, die Philippinen schieden aus. „Auch mit den Länderspielen im September wird es nichts werden“, weiß Scout Schunk. Wegen steigender Covid-19-Zahlen herrscht Einreisesperre.

Für den VfL Bochum ist mit Holtmanns bewundernswertem Tor - das ein zweiter Ex-Mainzer, Mittelstürmer Sebastian Polter, nach der Pause zum 2:0-Sieg veredelte - nach elf Jahren Erstligaabstinenz eine bemerkenswerte Heimpremiere gelungen. „Es war ein grandioser Tag, der Funke des Publikums hat sich auf uns übertragen – und wird haben alles zurückgegeben“, freute sich Thomas Reis. Dem Bochumer Trainer gelang es allerdings nicht, den Personenkult um Gerrit Holtmann zu minimieren, indem er die Mannschaftsleistung in den Vordergrund stellte. Dazu war das Tor seines Linksaußens einfach zu spektakulär gewesen.

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