Paris St. Germain

Für Tuchel geht es mal wieder um den Job

Thomas Tuchel steht mit Paris St. Germain gegen Atalanta Bergamo zum Auftakt der Finalrunde der Champions League vor einem richtungweisenden Spiel - auch für seine Person. Zuletzt gab es Medienberichte über interne Probleme des Coaches.

Thomas Tuchel startete angeschlagen in seine Triple-Mission. Auf Krücken humpelte der Trainer von Paris St. Germain auf den Übungsplatz in Faro, seine Kommandos brüllte Tuchel im Sitzen in Richtung der Stars um Neymar. Der Traum vom Triumph in der Champions League beim Finalturnier in Lissabon treibt den 46-Jährigen an, von den Berichten über angebliche Spannungen im Klub ließ er sich nichts anmerken.

Es knirscht offenbar gewaltig zwischen Trainer und Team, berichteten zuletzt jedenfalls L'Equipe und Le Parisien. Sogar Tuchels Job sei mal wieder in Gefahr, wenn seine Star-Truppe in der Königsklasse erneut vorzeitig scheitert.

Und so herrscht trotz Meisterschaft und Pokalsieg jede Menge Druck auf Tuchel, der sich zuletzt beim Fitness-Training den fünften Mittelfußknochen und den linken Knöchel verstaucht hat, vor dem Viertelfinale gegen Atalanta Bergamo (Mittwoch, 21.00 Uhr MESZ/DAZN).

Doch all die lauten Nebengeräusche interessieren Tuchel nicht. "Wir sind ein sehr starkes Team", sagte er vor dem Beginn der Endrunde unter Corona-Bedingungen. Seine Mannschaft habe diese Saison schon einige "Titel gewonnen" und er sei "sehr glücklich, der Trainer von Paris St. Germain zu sein. Es ist ein Geschenk für mich".

Seit 2018 ist Tuchel Trainer in Paris - und national sehr, sehr erfolgreich. Aber der große Triumph in Europa, der dem Klub sowie den steinreichen Eigentümern aus Katar Ruhm und Ehre verspricht, ist bisher ausgeblieben. Und Sportdirektor Leonardo, dem ohnehin ein schlechtes Verhältnis zu Tuchel nachgesagt wird, verliert offenbar langsam die Geduld. In Frankreich wird spekuliert, dass ein vorzeitiges Aus in Portugal Tuchel (Vertrag bis 2021) den Job kosten könnte.

Leonardo will offenbar Massimiliano Allegri, Ex-Trainer von Juventus Turin, installieren. Doch eine Ablösung von Tuchel würde den Klub laut L'Equipe rund 15 Millionen Euro kosten - inklusive seines Stabes. In Zeiten von Corona sind das selbst für PSG keine Peanuts. Nur ein Triumph am 23. August könnte diese Schlagzeilen rund um Tuchel wohl beenden.

Und PSG sieht sich gut gerüstet für diese Mission, zumal Titelverteidiger FC Liverpool und Seriensieger Real Madrid gar nicht mehr dabei sind. "Wir sind bereit, Geschichte zu schreiben", sagte Neymar voller Selbstbewusstsein: "Ich glaube, ich habe meine beste Zeit seit meiner Ankunft in Paris." Und der Brasilianer ist auch endlich einmal fit, wenn es darauf ankommt.

Der zweite Superstar im Team, Weltmeister Kylian Mbappe, ist hingegen noch angeschlagen. Der Franzose hatte sich am 24. Juli im Pokalfinale am Knöchel verletzt, zuletzt das Lauftraining aber wieder aufgenommen und ein bisschen gegen den Ball getreten.

Aber ob es schon für einen Einsatz von Anfang an reicht? Wohl eher in einem möglichen Halbfinale gegen RB Leipzig oder Atletico Madrid. Bergamo soll für Tuchel und Paris noch lange nicht die Endstation sein. (sid)

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