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FSV so gut wie gerettet

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Von: Stefan Fritschi

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Erleichterung, die in ganz Bornheim zu spüren war: Der FSV bleibt wohl viertklassig. imago image
Erleichterung, die in ganz Bornheim zu spüren war: Der FSV bleibt wohl viertklassig. imago image © IMAGO/Jan Huebner

Bornheimer holen gegen Regionalliga-Meister SV Elversberg wohl den entscheidenden Punkt

In den letzten zwölf Minuten wehte ein Hauch von Gijon durch Bornheim. Gijon, 1982, bei der WM in Spanien, steht für einen peinlichen Nichtangriffspakt zwischen deutscher und österreichischer Nationalmannschaft, die das letzte Gruppenspiel austrudeln ließen, weil beiden der 1:0-Sieg der DFB_Auswahl zum Weiterkommen reichte, auf Kosten Algeriens allerdings.

Am Samstag machte am Bornheimer Hang ein 1:1-Unentschieden - Tore: 0:1 Fernandez (3.), 1:1 Gabriel Weiß (ET,26.) - beide Teams glücklich, den FSV Frankfurt und den SV Elversberg: Die einen bleiben der Regionalliga Südwest nach Menschen Ermessen erhalten, die anderen sind Meister und steigen in die Dritte Liga auf. Der 3:1-Überraschungssieg der SG Großaspach, die trotzdem wohl absteigen muss, über den Titelanwärter SSV Ulm machte diese Konstellation möglich. Zwar könnte Großaspach bei einem Sieg in Koblenz und einer gleichzeitigen Niederlage des FSV bei Kickers Offenbach ebenfalls noch auf 39 Zähler kommen, doch das um 14 Tore bessere Torverhältnis spricht für den FSV. Trotzdem hat man schon Pferde vor Apothekern kotzen sehen.

Bizarr die Endphase: Während sich die Elversberger den Ball zwischen Mittellinie und 16er hin und her schoben, verschanzten sich die Bornheimer in ihrer eigenen Spielhälfte, bei schwarz-blauen Scheinattacken wurde höflicherweise stets darauf geachtet, zumindest den Corona-Sicherheitsabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Schiedsrichter Jonas Brombacher beendete exakt nach 90 Minuten das Schauspiel.

Fluchttore wurden geöffnet, Frankfurter wie Elversberger Fans strömten auf den Rasen – an der Mittellinie getrennt von 20 Polizisten in Kampfmontur – und feierten mit den Spielern. Auch FSV-Präsident Michael Görner mischte sich darunter, umarmte Torwart Daniel Endres, ehe er Worte fand. „Ich bin so stolz auf unsere Mannschaft, es war eine total schwierige Saison mit zwei Trainerwechseln. Ein Abstieg in die Hessenliga wäre eine Katastrophe für uns“, sagte er, wohlwissend, dass allenfalls eine theoretische Gefahr besteht.

Am Samstag (14 Uhr) kann der FSV die Saison am Bieberer Berg recht beruhigt ausklingen lassen. Ob Lukas Gottwalt auch 2022/23 das FSV-Trikot trägt, ist offen, Gespräche folgen. Auch mit Marcel Heller wird es einen Austausch über eine gemeinsame Zukunft geben. „Ich habe hier wieder Spaß am Fußball gefunden, fühle mich hier woh“, sagte der Ex-Bundesliga-Akteur, der bis zur Winterpause vertragslos war und dann engagiert wurde.

Intensive Analyse gefordert

Eine schlagkräftige Truppe will der Sportliche Leiter Thomas Brendel ab dem heutigen Tag zusammenstellen. Zunächst gilt es die Trainerfrage zu lösen. Auch wenn Tim Görner den Klassenerhalt schaffte, ist es fraglich, ob er auch in der kommenden Spielzeit als Chefcoach fungiert. Ginge es nach ihm, auf jeden Fall. Doch Brendel gab sich in der Stunde der Unbeschwertheit verhalten. „Bei aller Erleichterung über den Klassenerhalt, der so gut wie geschafft ist. Wir können nicht zufrieden sein mit dieser Saison, wir müssen uns damit intensiv auseinandersetzen“, so Brendel. Dazu zähle auch die Phase mit Tim Görner als Cheftrainer.

Zugleich kündigte der 45-Jährige einen personellen Umbruch an. „Wir müssen etwas ändern. Dieses Spieljahr war es keine Qualitätsfrage“, deutete Brendel an, dass es bei dem einen oder anderen Spieler charakterliche Defizite gegeben haben. Die Suspendierung von Denis Mangafic, einst überragender Leistungsträger, zum Jahresende 2021 war der negative Höhepunkt. Weitere Fälle hätte es gegeben. Häufig sei so etwas ablesbar an sinkender Leistungskurve.

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